Hürdensprinter Andreas Kölbl (links) bei der bayerischen Meisterschaft in Erding 2021.
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Spannung bis zur Ziellinie: Andreas Kölbl (links) im 110-Meter-Hürdenfinale. Rechts Florian Lickteig (TS Herzogenaurach), der spätere Dritte.

LEICHTATHLETIK: Bayerische Meisterschaft

Andreas Kölbl: Zweimal Hürden-Gold und ein Hundertstelkrimi um Bronze

  • Paul Hopp
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Die Leichtathleten des TSV Penzberg haben bei der bayerischen Meisterschaft in Erding beachtliche Auftritte hingelegt. Am erfolgreichsten war einmal mehr Andreas Kölbl. Corinna Braun kämpfte erfolgreich gegen Schmerzen.

Penzberg/Erding – Fünf Medaillen und dazu mehrere persönliche Bestleistungen – die Leichtathleten des TSV Penzberg haben bei der bayerischen Meisterschaft für Frauen, Männer, U20 und U18 beachtliche Auftritte hingelegt. Am erfolgreichsten war einmal mehr Andreas Kölbl mit zweimal Gold. Corinna Braun kämpfte bei ihrer 800-Meter-Premiere erfolgreich gegen Schmerzen.

Andreas Kölbl: Es ist mittlerweile Tradition, dass Andreas Kölbl bei Wettkämpfen im Stadion ein umfangreiches Programm abspult. In Erding war das nicht anders. Und mit drei persönlichen Bestzeiten und zwei Titeln hätte es für den Sindelsdorfer „nicht viel besser laufen können“, so TSV-Trainer Markus Brennauer.

Über die 400 Meter Hürden steigerte er seinen Rekord um satte vier Zehntel. Mit der Zeit von 52,22 Sekunden verwies er im Finale den DM-Achten und Dauer-Widersacher Michael Adolf (TSV Gräfelfing/52,89) sowie den bayerischen 400-Meter-Meister Christopher Löffelmann (LG Erlangen/53,48) auf die weiteren Plätze. Zur Hälfte des Rennens lag Kölbl noch hinter den beiden zurück, der Rückstand auf Adolf betrug sogar mehr als zehn Meter. Doch während die anderen langsamer wurden, konnte der 26-Jährige sein Tempo halten. „Der 14er-Rhythmus war heute bis zur sechsten Hürde fast zu eng. Ich habe dann bis zur achten Hürden durchgezogen und erst danach auf den 15er-Rhythmus umgestellt. Ab dann habe ich dann versucht, richtig Druck zu machen“, so Kölbl nach dem Rennen. Nach der zehnten Hürde, zugleich die letzte, hatte er Adolf eingeholt – bis ins Ziel lief er einen Vorsprung von fünf Metern heraus.

Knapp drei Stunden später holte Kölbl über die 110 Meter Hürden mit der persönlichen Bestzeit von 15,03 Sekunden den zweiten Titel. Das spannende Duell mit André Zahl (TS Herzogenaurach) wurde erst nach der letzten Hürde entschieden. Bis dahin wechselte die Führung zwischen den beiden ständig. Am ersten Tag der Meisterschaft hatte Kölbl über die 400 Meter noch hauchdünn eine Medaille verfehlt. Im Kampf um Bronze musste er sich Michael Schäfer (TSV Gräfelfing) um fünf Hundertstel geschlagen geben. Kölbl war die Stadionrunde in 49,39 Sekunden gelaufen.

Der Konkurrenz enteilt: Andreas Kölbl (Mi.) holte sich mit einem starken Finish Gold über die 400 Meter Hürden, die er in 52,22 Sekunden absolvierte.

Nick Jäger: Nach seinem respektablen elften Platz bei der U23-EM in Tallinn über die 3000 Meter Hindernis befindet sich Nick Jäger weiter in guter Form. In Erding verbesserte er im 1500-Meter-Rennen seinen persönlichen Rekord um mehr als zwei Sekunden auf 3:49,35 Minuten. In einem hochklassigen Rennen holte er damit hinter seinem Trainingskameraden Florian Bremm (TV Leutershausen/3:48,75) die Silbermedaille. Bronze ging an einen weiteren Trainingskollegen, Brian Weisheit (LSC Höchstadt/3:49,90). Dieser hatte am Tag zuvor das 800-Meter-Rennen in 1:52,74 Minuten gewonnen; Jäger hatte dort den siebten Platz (1:55,64 Minuten) belegt.

Michaela Kölbl: Michaela Kölbl hatte ihr Rennen über die 400 Meter Hürden, und das sogar mit persönlicher Bestzeit von 65,78 Sekunden. Doch ob das zu einer Medaille reichen würde, war nicht klar. Denn fürs Gesamtergebnis waren die Resultate zweier Zeitläufe maßgebend. Am Ende waren zwei Athletinnen im zweiten Lauf schneller, doch die jüngere Schwester von Andreas Kölbl konnte zufrieden sein. In einem von ihr gleichmäßig absolvierten Rennen gelang ihr gegenüber den direkten Konkurrentinnen eine Aufholjagd. Ihre bisherige Bestzeit verbesserte Kölbl um zwei Zehntelsekunden.

Lauf zu Bronze: Michaela Kölbl überzeugte über 400 Meter Hürden.

Julian Herter: Manch anderen hätte das Missgeschick vollends aus dem Konzept gebracht: Im Finish seines 400-Meter-Hürden-Laufs trat Julian Herter (17) in die neunte und zehnte Hürde. Er strauchelte aber nur kurz und zog bis ins Ziel voll durch. Belohnt wurde die Aktion mit einer persönlichen Bestzeit (59,00) und der Silbermedaille in der U20-Klasse. Ebenfalls einen Hausrekord schaffte er über die 200 Meter: 24,09 Sekunden bedeuteten Rang sechs.

Sven Lange: Wie sein Altersgenosse Julian Herter schaffte Sven Lange im Sepp-Brenninger-Stadion zwei persönliche Bestzeiten. Im 200-Meter-Sprint unterbot er seine gerade einmal acht Tage alte Bestzeit um 0,63 Sekunden. 23,73 Sekunden bedeuteten Rang vier; der Abstand zu Bronze betrug 64 Hundertstel. Über die 400 Meter landete Lange mit 53,53 Sekunden auf Rang sechs.

Corinna Braun: Corinna Braun (17) wagte sich in Erding erstmals im Wettkampf an die 800 Meter. Mit der Zeit von 2:18,39 Minuten gelang ihr „ein extrem starker Auftritt“, heißt es in einer Mitteilung. In der Altersklasse U18 landete die junge Frau aus Benediktbeuern auf dem fünften Platz.

Starke Premiere: Corinna Braun wurde Fünfte über 800 Meter.

Braun agierte während der zwei Runden taktisch geschickt und schob sich so kontinuierlich nach vorn. Die erste Runde hatte sie nach 68,5 Sekunden absolviert und war damit Neunte. Als 200 Meter vor dem Ziel ganz vorn das Tempo erhöht wurde, wurde das Feld auseinandergezogen. Braun hielt ihr hohes Tempo. Eingangs der Zielgeraden überholte sie zwei Läuferinnen. „Meine Beine haben so geschmerzt“, sagte sie. Dennoch wurde sie nicht langsamer und überholte auf den letzten 50 Metern noch zwei Läuferinnen.

Raffieu Deen Johnson: Ins Finale über die 100 Meter ging TSV-Sprinter Raffieu Deen Johnson (21) mit Hoffnungen auf die Bronzemedaille. Genährt wurden die durch die Leistungen im Vorlauf (10,99 Sekunden) und im Zwischenlauf (10,96). Die Favoriten, Fabian Olbert (LG Stadtwerke München) und Jonas Hügen (LAC Quelle Fürth), waren unter normalen Umständen unerreichbar. Ein schlechter Start im Finale verhinderte schließlich Johnsons Medaillengewinn. Der Penzberger versuchte, seine Kontrahenten um Bronze, Dominik Eckner (LG Forchheim) und Maximilan Brantl (SV Germering), einzuholen. Doch dabei verkrampfte er und konnte die Lücke nicht mehr schließen. Mit 11,05 Sekunden (5. Platz) hatte er zwölf Hundertstel Rückstand auf den drittplatzierten Eckner. Es gewann Olbert (10,46) vor Hügen (10,66). Über die 200 Meter wurde Johnson mit 22,18 Sekunden Sechster.

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