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Sie machten die Top-Plätze unter sich aus: die Läufer der Spitzengruppe in Amberg mit (von links) Julian Zenke (TSV Penzberg), Andreas Beck (LG Zusam), Markus Brennauer (TSV Penzberg), Patrick Weiler (Team Memmert), Daniel Götz (SV Bergdorf-Höhn) und Maximilian Fuchs (LG Passau).
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Das Penzberger Team in Amberg: (v.l.) Julian Zenke, Stefan Rückner, Markus Brennauer.
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Kampf um Gold: (v.l.) Patrick Weiler, Maximilian Fuchs, Daniel Götz und Markus Brennauer.

Bayerische Meisterschaft im Halbmarathon

Brennauer überrascht sich selbst mit Bronze

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Markus Brennauer (38) hat bei den bayerischen Meisterschaften im Halbmarathon Bronze  gewonnen. Eine Medaille, mit der er nicht gerechnet hatte.

Penzberg Markus Brennauer kennt sich und in der Regel auch seine Gegner ganz genau. Und er kann das Geschehen während Rennen gut einschätzen. Doch hin und wieder läuft es dann doch anders als gedacht. Der Lauf um die bayerische Meisterschaft im Halbmarathon in Amberg war so ein Fall. „Mit der Bronzemedaille habe ich überhaupt nicht gerechnet“, so die erste Reaktion des Penzbergers direkt nach dem Zieleinlauf. Lange Zeit sah es nämlich nicht danach aus, als ob der Läufer des TSV Penzberg einen Platz auf dem Podest erreichen könne.

Mit der Zeit von 1:11:58 Stunden musste sich Brennauer nur Patrick Weiler (Team Memmert/1:11:04) und Maximilian Fuchs (LG Passau/1:11:51) geschlagen geben. Darüber hinaus gewann der Realschullehrer souverän Gold in der Altersklasse M-35. Auf den Zweiten, Thomas Mittag (TSV Jetzendorf), hatte er über zwei Minuten Vorsprung.

Gleich nach dem Start bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, der unter anderem Brennauer und sein Vereinskamerad Julian Zenke angehörten. „Das Tempo auf den ersten fünf Kilometern war echt angenehm“, so der 26-jährige Zenke. Als die beiden Favoriten auf den Titel, Patrick Weiler und Daniel Götz (SV Bergdorf-Höhn), das Tempo forcierten, fielen zunächst zwei Läufer zurück, darunter auch Zenke. Bei Kilometer acht musste dann auch Brennauer abreißen lassen, kurze Zeit später Fuchs. Es schien, als ob sich Weiler und Götz nun einen Kampf um den Titel liefern können. Doch bereits wenige Kilometer später fiel Brennauer auf, dass die Lücke zu Götz, mit dem er sich im vergangenen Jahr bei der „Oberland-Challenge“ regelmäßig duelliert hatte, nicht mehr größer wurde: „Maximilian Fuchs und ich haben uns bei Kilometer 12 angeschaut und uns kurz abgesprochen, von nun an gemeinsame Sache zu machen und die Lücke zu Götz langsam zu schließen.“ Von nun an wechselten sich der Penzberger und Passauer bei der Führungsarbeit ab und konnten den Abstand kontinuierlich verringern. Bei Kilometer 16 überholten sie Götz und konnten sofort einige Meter zwischen sich und ihren Konkurrenten legen. Der Abstand wurde nun immer größer, denn Götz war am Ende seiner Kräfte. „Ich kämpfe noch mit den Nachwehen eines grippalen Infekts und hatte nach der Hälfte der Distanz einfach keine Kraft mehr“, berichtete Götz nach dem Rennen.

Somit war zwischen Brennauer und Fuchs der Kampf um die Silbermedaille entbrannt, den der Passauer auf dem letzten Kilometer für sich entscheiden konnte. „Auf dem letzten Kilometer habe ich Probleme mit meinem Magen bekommen, sodass ich ihn ziehen lassen musste“, so Brennauer. Trotzdem lief er mit nach oben gereckter Faust in das Amberger Stadion, wo er nun gespannt auf seine Teamkameraden wartete. Denn in der Teamwertung hatten die Penzberger durchaus Chancen auf einen Podestplatz, obwohl mit Paul Hahn einer der schnellsten Penzberger Halbmarathonläufer seinen Start am Vortag der Meisterschaft verletzungsbedingt absagen musste. Zwei Minuten nach Brennauer erreicht Julian Zenke völlig erschöpft das Ziel. Zenke war mit großen Erwartungen ins Rennen gestartet, schließlich hatte er im Trainingslager vor zwei Wochen in Italien seine gute Form unter Beweis gestellt, als er bei Dauer- und Tempoläufen regelmäßig schneller als Brennauer war. „Leider bin ich am Mittwoch nach dem Trainingslager krank geworden und lag zwei Tage mit Fieber im Bett“, so der Murnauer. Mit 1:14:02 Stunden und Platz sieben war er aber trotzdem nicht unzufrieden.

Ebenfalls einverstanden mit seiner Leistung war Stefan Rückner, der mit 1:21:45 Stunden Siebter in der Altersklasse M-45 wurde. Der 43-jährige Penzberger stellte auf dem 5-Kilometer-Rundkurs seine derzeit gute Form unter Beweis und lieferte die drittbeste Halbmarathonzeit seiner Karriere ab. „Ich fand es schade, dass der Kurs zu 80 Prozent aus Feldwegen bestand, so konnte ich nicht ganz in meinen Rhythmus finden“, sagte Rückner.

Mit dieser Kritik am Kurs auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände war er an diesem Tag nicht der einzige Athlet. Normalerweise finden Halbmarathon-Meisterschaften auf asphaltierten Straßenkursen statt. Außerdem wurden die Läufer auf jeder Runde von einer engen 180-Grad-Wende regelrecht ausgebremst, was den Lauf zusätzlich erschwerte. Da alle Teilnehmer die gleichen Bedingungen hatten, wollte Rückner den schwierigen Kurs nicht als Ausrede für die verpasste Teammedaille heranziehen. Mit 3:47:46 Stunden fehlten den drei Penzberger Läufern 2:21 Minuten auf die drittplatzierte LG Passau.

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