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Harter Kampf im Hindernisrennen: Das sagt Leichtathletin Julia Rath zu ihrem WM-Debüt

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Von: Paul Hopp

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Das deutsche Duo über 3000 Meter Hindernis: Carolin Hinrichs (links) aus dem Münsterland und Julia Rath aus Penzberg. Rath ist eine von drei bayerischen U20-Frauen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Kolumbien.
Das deutsche Duo über 3000 Meter Hindernis: Carolin Hinrichs (links) aus dem Münsterland und Julia Rath aus Penzberg. Rath ist eine von drei bayerischen U20-Frauen bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Kolumbien. © Instagram/Rath

Julia Rath hat bei der U20-WM in Kolumbien den Finallauf über die 3000 Meter Hindernis nicht erreicht. Nach ihrem Einsatz äußerte sich die Penzbergerin zum Rennen.

Cali/Penzberg – Es kam ein bisschen viel zusammen für Julia Rath bei diesem Vorlauf. Die 18-Jährige absolvierte ihr erstes Rennen überhaupt im Deutschland-Trikot – und das auch noch bei einer U20-Weltmeisterschaft, die obendrein 9500 Kilometer vom Heimatort Penzberg entfernt auf anderem anderen Erdteil stattfindet.

Hinzu kamen zur Startzeit um kurz vor elf Uhr vormittags Witterungsverhältnisse von 26 Grad Celsius gepaart mit 65 Prozent Luftfeuchte und ein technisches Chaos mit mehreren Startversuchen. Was aber nun wirklich dazu führte, dass Rath im Vorlauf über die 3000 Meter Hindernis keinen guten Tag erwischt hatte und das Finale klar verfehlte, blieb auch der Athletin ein Rätsel.

Julia Rath belegt beim WM-Debüt in ihrem Vorlauf Platz 11

„Ich weiß auch noch nicht so ganz, woran es lag. Das Training letzte Woche lief eigentlich recht gut“, wird die Penzbergerin seitens des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) zitiert. Unlängst war Rath krank, „bin dadurch auch nicht bei der DM in Ulm gestartet“. In der Trainingsphase danach „habe ich dann nur kürzere Läufe absolviert, vielleicht fehlte mir dadurch die Tempohärte“. Das Fazit war eindeutig: „Ich hatte mir mehr erhofft.“ Bei aller Enttäuschung über das Aus im Vorlauf als Elfte mit der Zeit von 11:16,69 Minuten war der Auftritt für die WM-Debütantin etwas ganz Spezielles, nämlich „definitiv eine neue und großartige Erfahrung“.

Teamkollegin Carolin Hinrichs (VfL Löningen) darf am Freitag (0.20 Uhr deutscher Zeit) noch einmal im Rennen um die Medaillen ran. Die Münsterländerin war wie Rath im zweiten Vorlauf am Start und glänzte als Fünfte (10:34,57). Damit war sie sogar direkt qualifiziert. „Ich habe etwas gebraucht bis ich ins Rennen gekommen bin, aber mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr glücklich. Das Wetter hatte ich mir etwas angenehmer vorgestellt“, sagte Hinrichs.

Knallharte Konkurrenz im Hindernisrennen

Aus den beiden Vorläufen kamen die jeweils ersten fünf Athletinnen plus fünf „Zeitschnellste“ weiter. Im zweiten Vorlauf schaffte die Italienerin Agnese Carcano (10:37,08) als Achte noch über die Zeit den Sprung ins Finale. Das Resultat der Kontrahentin hatte Rath bei ihren Hindernisrennen heuer jeweils unterboten. Ende Mai knackte sie mit persönlicher Bestzeit von 10:24,27 Minuten die deutsche WM-Norm (10:30). Bei der Junioren-Gala in Mannheim kam sie nach 10:32,65 Minuten hinter Hinrichs als Zweite an. Doch Rennen ist nicht gleich Rennen.

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In Cali sorgte ein technisches Problem beim Startgeber für Verwirrung: Zweimal wurden die Läuferinnen losgeschickt, zweimal – nach ein paar Sekunden – an die Startlinie zurückbeordert. Mit gut zehn Minuten Verzögerung ging es dann tatsächlich los; der dritte Startversuch klappte. Von Beginn an hatte Julia Rath zu kämpfen, lief im Pulk an einer hinteren Position. Nach ein paar hundert Metern war das Feld schon geteilt.

Technisches Problem sorgt für Verwirrung am Start

Vorn liefen die Kenianerin Faith Cherotich (am Ende Siegerin in 9:38,18) und die Äthiopierin Meseret Yeshaneh (9:41,99). Es folgte mit gehörigem Abstand das Duo Rihab Dhahri (Tunesien/10:13,49) und Khadija Ennasri (Marokko/10:29,86). Die dritte Gruppe bildete der Rest, aus dem sich zum Ende hin Hinrichs absetzte. Rath konnte nicht mehr kontern, ihr schwanden zusehends die Kräfte. Als Cherotich ins Ziel lief, musste sie noch fast eine Runde absolvieren.

Julia Rath ist in Cali eine von drei Athletinnen aus Bayern. Neben ihr gehören die deutsche Stabhochsprung-Meisterin Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing) und 5000-Meter-Läuferin Linda Meier (LAC Passau) zum DLV-Aufgebot. 22 Jahre ist es her, dass zuletzt U20-Weltmeisterschaften der Leichtathleten auf südamerikanischem Boden stattfanden – damals in Chile. Das „Estadio Olímpico Pascual Guerrero“ in Cali war im Jahr 2015 Schauplatz einer Leichtathletik-WM, und zwar der in der Altersklasse U18. Seinerzeit gewannen ein gewisser Schwede namens Armand Duplantis im Stabhochsprung (mit Meisterschaftsrekord von 5,30 Metern) und der Deutsche Niklas Kaul im Zehnkampf jeweils Gold.

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