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Zweitbeste im Weitsprung: Katharina Vogl (l.) gewann in München im Weitsprung mit persönlichem Rekord von 5,72 Metern die Silbermedaille bei den Frauen. Gold holte Tina Pröger (Mi.) mit 6,03 Metern. Dritte wurde Michaela Blanck (5,55).

Leichtathletik

Katharina Vogl landet Weitsprung-Coup in der Werner-von-Linde-Halle

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Katharina Vogl hat für einen Coup gesorgt: Bei der bayerischen Hallenmeisterschaft holte sie Silber im Weitsprung - mit einer Weite, die sie selbst im Freien noch nie gesprungen war.

München – Fleiß zahlt sich eben doch aus. In diesem Winter fuhr Katharina Vogl zusammen mit Coach Sabine Osenberg regelmäßig (meist freitags) in die Werner-von-Linde-Halle nach München. Am dortigen Leichtathletik-Stützpunkt feilte die 20-jährige Hohenpeißenbergerin an ihrer Sprint- und Weitsprung-Technik. Was für den Laien so einfach aussieht – laufen und springen eben –, sind in Wahrheit komplexe Bewegungsabläufe. Die Fahrten nach München „sind schon ein Aufwand“, sagt Vogl. „Aber es bringt viel.“ Das zeigte sich nun bei der bayerischen Hallenmeisterschaft. In der Werner-von-Linde-Halle glänzte Vogl mit mit zwei persönlichen Bestleistungen (zugleich Vereinsrekorde) und einer Silbermedaille. Und das alles gelang ihr im Prüfungsstress: Derzeit schließt Vogl ihre Ausbildung zur Steuer-Fachangestellten ab.

Katharina Vogl: Rekordsprung im vierten Versuch

Das Edelmetall holte Vogl am zweiten Tag der Wettkämpfe im Weitsprung der Frauen. In ihrem besten Versuch, es war der vierte Sprung, landete die Athletin des TSV Peißenberg bei 5,72 Metern – damit hatte sie ihre persönliche Hallenbestweite um zehn und ihre Freiluft-Bestweite um immerhin drei Zentimeter verbessert. Auf eine solche Steigerung habe sie – angesichts der Trainingsleistungen – schon gehofft. „Im letzten Jahr hat oft der Anlauf nicht gepasst“, sagt Vogl. Nun lief es im Wettkampf wie am Schnürchen. „Das war richtig toll.“ Gleich im ersten Versuch sprang Vogl 5,62 Meter. 

Seiner Athletin sei damit „der perfekte Einstieg gelungen“, freute sich TSV-Abteilungsleiter Frank Osenberg. „Da gehst du ganz anders in die nächsten Versuche.“ Im zweiten Durchgang bestätigte Vogl mit 5,59 Metern ihre Anfangsweite. Im vierten Versuch kam dann der Rekordsprung. Eigentlich springe sie im Freien lieber, sagt Vogl. Die Bedingungen dort kämen ihr einfach mehr entgegen. Ohnehin seien die Resultate in der Freiluft-Saison „viel wichtiger“. „Umso erstaunlicher, dass sie diese Weite jetzt im Winter in der Halle springt“, so Trainerin Sabine Osenberg.

Katharina Vogl: Sechs-Meter-Marke im Visier

Hinter Tina Pröger (6,03) vom TSV Zirndorf holte die Hohenpeißenbergerin – heuer schon südbayerische Meisterin (5,60) – den Vize-Titel. Prögers Sieg war verdient: Sie war mit 5,82 Metern in den Wettbewerb gestartet und hatte im dritten Versuch 6,00 Meter geschafft. Ihre beste Weite erzielte sie im letzten Sprung. Die Sechs-Meter-Marke hat auch Vogl im Visier. Die möglichst heuer zu knacken, „wäre schon super“.

Mit der Leichtathletik begonnen hat die Hohenpeißenbergerin im Alter von etwa zwölf, 13 Jahren. In der Grundschule war sie als eine der Jüngsten schon Gesamtsiegerin bei den damaligen Schul-Wettkämpfen. Die Lehrerin habe gemeint, sie soll doch mal zur Leichtathletik gehen, erzählt Vogl. Die Wurf-Disziplinen allerdings „sind nicht so meins“, sagt die 20-Jährige, die auch schon Siebenkampf machte. Dafür hat sie im Sprint und Sprung umso mehr Talent. Vor allem arbeitet sie für ihre beachtlichen Resultate hart. Fünf- bis sechsmal pro Woche ist Training angesagt. Bleibt mal Freizeit, geht Vogl im Winter gern Skifahren und ist im Sommer in den Bergen und mit dem Fahrrad unterwegs.

Katharina Vogl: Vorsichtige Starts im 60-Meter-Sprint

In München bestach die Hohenpeißenbergerin auch noch im 60-Meter-Sprint. Bei den „Munich Indoors“ in der Woche davor hatte Vogl im Finale einen Fehlstart produziert und war disqualifiziert worden. Bei der bayerischen Meisterschaft „hat das schon noch eine Rolle gespielt“, sagt die Athletin. Sie startete eher verhalten, „ich bin gar nicht so ins Laufen gekommen“, lautete ihre Einschätzung. Die Uhr sprach eine andere Sprache: Im Vorlauf lief sie hinter Topfavoritin Marina Scherzl (LG Dachau) in 7,90 Sekunden als Zweite ins Ziel – ihren persönlichen Rekord hatte Vogl nur um eine Hundertstelsekunde verfehlt.

Katharina Vogl: Platz fünf im Endlauf in 7,89 Sekunden

Im Zwischenlauf hielt sie das Niveau: Mit erneut 7,90 Sekunden wurde Vogl Dritte und qualifizierte sich für den Endlauf der besten acht. Dort steigerte sich die 20-Jährige sogar: Nach 7,89 Sekunden (ihren Rekord hatte sie also eingestellt) lief sie als Fünfte über die Ziellinie. Die Zeit „war schon toll“, sagt Vogl. Dennoch sieht sie Verbesserungspotenzial: „Es ist schwierig, einen Lauf hinzubekommen, bei dem alles optimal ist.“ TSV-Trainerin Osenberg war mit ihrem Schützling zufrieden: „Insgesamt ein starker und konstanter Auftritt.“ Gold holte Marina Scherzl (7,62), die schon 2019 gewonnen hatte.

München: Medaillen für TSV Weilheim und TSV Penzberg

Neben Vogl waren in München auch andere Athleten aus dem Landkreis stark in Form. Julia Rath aus Penzberg, die mittlerweile für die LAC Quelle Fürth startet, holte bei der weiblichen U-18 gleich zweimal Gold: einmal über die 800 Meter (2:12.57 Minuten) und einmal über die 1500 Meter (4:40,88). Rath gehört zu den besten deutschen Nachwuchsläufern und trainiert in Nürnberg, wo sie das Bertolt-Brecht-Sportgymnasium besucht. 

Semira Reiser (TSV Weilheim) holte sich in ihrem zweiten Wettkampf im Dreisprung gleich den bayerischen Meistertitel. Die Siegerweite der U-20-Sportlerin betrug 10,46 Meter. Aus der einmal mehr starken Truppe des TSV Penzberg ragte Marvin Bertram (U-20) heraus: Er gewann die 1500 Meter in persönlicher Bestzeit von 4:09,97 Minuten. Damit schaffte er die Norm für die Jugend-DM in der Halle. Luk Jäger (U-20) holte über die 3000 Meter (8:57,76) die Silbermedaille und über die 1500 Meter (4:16,11) die Bronze-Plakette.

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