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Mitten unter den Besten: der Penzberger Markus Brennauer (2.v.r.) nach etwa acht Kilometern in der Gruppe der schnellsten Frauen, die von Pacemakern angeführt wurde. Brennauer war am Ende 13.-bester deutscher Läufer. 
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Debüt gelungen: Christine Schichl (Post SV Weilheim) lief ihren ersten Marathon in 3:10:14 Stunden. Das Archivfoto zeigt die Peißenbergerin beim Wörthsee-Triathlon.

Leichtathletik: Marathon in Frankfurt

Brennauer holt DM-Bronze im Marathon

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Beim Frankfurt-Marathon wurden heuer auch die deutschen Meisterschaften ausgetragen. Mit dabei waren mehrere Athleten aus dem Landkreis. Für einen Paukenschlag sorgte Markus Brennauer (TSV Penzberg).

Markus Brennauer:

Im Halbmarathon hat Markus Brennauer schon zweimal DM-Bronze geholt (2015 und 2016), nun versuchte sich der 37-jährige Penzberger erstmals über die doppelte Distanz – und legte einen furiosen Auftritt hin. Mit der Zeit von 2:27:15 Stunden belegte Brennauer in der DM-Wertung in der Altersklasse M-35 den dritten Platz. In der Gesamtwertung, die der Stuttgarter Arne Gabius (2:09:59) gewann, landete Brennauer auf dem 13. Rang. Zum Ende hin musste der Realschullehrer schwer kämpfen, doch nachdem er sich im Ziel Nudeln und bei der Siegerehrung Käsekuchen gegönnt hatte, konnte er zufrieden vermelden: „Den Beinen geht’s schon wieder ganz gut.“

Die insgesamt rund 14 500 Teilnehmer hatten sich mit starkem Wind auseinanderzusetzen. Vor allem in den Häuserschluchten der Frankfurter Innenstadt wurden die Läufer „von heftigen Böen oftmals überrascht“, berichtete Brennauer. Zunächst lief Brennauer in einer Gruppe mit den schnellsten Frauen, die von drei afrikanischen Tempomachern angeführt wurde. Diese 20 Läufer umfassende Gruppe passierte die 10-Kilometer-Marke nach 34:34 Minuten. Kurz danach beschleunigten die Tempomacher, wobei vor allem der 14. Kilometer mit 3:18 Minuten „richtig schnell war“, so Brennauer. „Da ich mir nicht vorstellen konnte, dieses Tempo mitzugehen, habe ich abreißen lassen“. Zusammen mit dem Briten Andrew Savery und dem Litauer Egidijus Adomkaitis lief er dann bis Kilometer 33 gemeinsam. Bei Kilometer 25 hatte der Penzberger kurzzeitig den Kontakt zu beiden verloren, da er seine Trinkflasche nicht gefunden hatte. „Da ich schon bei Kilometer 20 meine Flasche nicht gesehen hatte und ohne etwas zu trinken weitergelaufen war, musste ich unbedingt nach 25 Kilometern trinken. Da ich die Flasche aber nicht ausfindig machten konnte, bin ich stehengeblieben und habe gesehen, dass ich bereits vorbeigelaufen war. Also bin ich fünf Meter zurück gelaufen, wodurch ich auf einmal 50 Meter Rückstand auf die beiden hatte“, sagte Brennauer zu der für ihn kritischen Situation. Innerhalb von 400 Metern schloss er dann die Lücke, was ihn aber viel Kraft kostete. „Dies war aber notwendig, sonst hätte ich alleine gegen den Wind laufen müssen“, so der Penzberger.

Bei Kilometer 33 befanden sich die drei Läufer dann auf der Mainzer Landstraße, wo sie etwas Rückenwind hatten. „Mit dem Rückenwind ging es mir deutlich besser und ich übernahm die Führung in der Gruppe. Als ich mich dann umsah, war der Litauer auf einmal nicht mehr da“, berichtete Brennauer. Bei Kilometer 37 löste sich der Penzberger auch noch von dem Briten. Auf den letzten fünf Kilometern kämpfte er dann mit Seitenstechen. „Wahrscheinlich hatte ich bei Kilometer 30 und 35 einfach zu viel getrunken“, mutmaßte er. Ab Kilometer 40 wurde Brennauer dann deutlich langsamer, konnte aber immerhin noch einen Schnitt von 3:40 Minuten pro Kilometer laufen und auf den letzten Metern in der Frankfurter Festhalle sogar noch einmal beschleunigen.

Während und nach dem Rennen wurde Brennauer unter anderem von Hugo Mann (63) unterstützt. Der mehrfache deutsche Marathonmeister aus Penzberg konnte in Frankfurt seinen Titel nicht verteidigen, da er seit Monaten an einer Entzündung der Patellarsehne laboriert, die ihn von einem regelmäßigen Training abhält.

Christine Schichl:

Das familieninterne Duell mit ihrem Freund, dem Triathlon-Profi Lukas Krämer, hat Christine Schichl klar gewonnen. Krämer war seinen ersten Marathon dereinst in 3:12 Stunden gelaufen, Schichl absolvierte die 42,195 Kilometer bei ihrem Debüt in 3:10:14 Stunden. In ihrer Altersklasse landete die 32-jährige Peißenbergerin auf dem 30. Platz. Der W-30 gehörte übrigens auch die Gesamtsiegerin, die Kenianerin Vibian Jepkemoi Cheruiyot (2:23:35) an. Von den deutschen W-30-Frauen waren nur elf schneller als Schichl. Mit der Zeit „bin ich sehr zufrieden“, sagte sie.

Eigentlich betreibt die Steuerberaterin vornehmlich Triathlon, startet dabei für den Post SV Weilheim und die Regionalliga-Truppe des „Volllast Tri-Teams Schongau“ auf der Sprint- und der olympischen Distanz. Anfang August wurde Schichl bei einem Liga-Wettkampf in Regensburg in einen Massensturz verwickelt und zog sich dabei eine Gehirnerschütterung starke Prellungen zu. An Schwimmen war erst einmal nicht zu denken, „aber Laufen ging nach drei Wochen wieder“. Und so kam Schichl auf die Idee, es mit einem Marathon zu probieren. Mit einem Zehn-Wochen-Plan ging sie das Unternehmen an. „Es war ein Probieren, ob es klappt“, sagt sie. Halbmarathons war sie früher schon gelaufen, „aber ich habe nie gedacht, mal einen Marathon zu machen. Das ist schon eine andere Größenordnung.“ Doch Schichl kam gut durch die Vorbereitung. Mit dem Wunsch, eine Zeit von 3:15 Stunden zu schaffen, reiste sie nach Frankfurt. Dort lief es im Wettkampf dann bestens. „ich hatte nie das Gefühl, dass mir die Puste ausgehen könnte“, berichtete sie. Während des Wettkampfs wurde sie von Lukas Krämer unterstützt. „Von seiner Erfahrung habe ich profitiert“, so Schichl, die für den Post SV Weilheim antrat. Die Halbmarathon-Marke passierte sie nach 1:34:38 Stunden. Die zweite Hälfte lief sie am Ende nur eine Minute langsamer. Auf den letzten fünf, sechs Kilometer „gab es extrem starke Windböen“, sagte Schichl. An Tempo verlor sie deswegen aber kaum. Ihre durchschnittliche Kilometerzeit betrug beachtliche 4:31 Minuten.

Für die Peißenbergerin steht nach dem gelungenen ersten Auftritt im Marathon fest: „Ich werde es wieder machen.“ Die Strecke sei zwar hart, „aber es hat total Spaß gemacht“. Mit ihrer Triathlon-Leidenschaft lässt sich der Langstreckenlauf gut verbinden, denn viele Marathons finden im Herbst statt, wenn die Triathlon-Saison hierzulande vorbei ist.

Thomas Tafertshofer:

Der Peißenberger peilte über die 42,195 Kilometer eine persönliche Bestzeit an – und das schaffte er in beeindruckender Weise. Seinen bisherigen Hausrekord (3:45 Stunden) pulverisierte Thomas Tafertshofer geradezu: Nach 3:28:49 Stunden überquerte das Mitglied der „Lauffreunde Pfaffenwinkel“ in der Frankfurter Festhalle den Zielstrich. In der Altersklasse M-50 landete Tafertshofer unter über 1300 Finishern auf dem 304. Rang. Bemerkenswert: Beide Rennhälften absolvierte er fast bis auf die Sekunde in der gleichen Zeit; die Halbmarathon-Marke erreichte Tafertshofer nach 1:44:33 Stunden.

Klaus Müller:

Der Sportlehrer, der auch beim TSV Weilheim in der Leichtathletik-Abteilung engagiert ist, lief nach beachtlichen 3:34:14 Stunden über die Ziellinie. In seiner Altersklasse (M-40) belegte Müller unter 1358 Finishern den guten 625. Platz.

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