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Am Ende war alle Rivalität vergessen: Markus Brennauer (li.) Arm in Arm mit Moritz auf der Heide, der am Ende noch um seinen Sieg zittern musste. 

Laufsport

Brennauers gelungene Ultralauf-Premiere

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Besser hätte Markus Brennauers Ultralauf-Premiere kaum sein können. Beim „Uewersauer Trail-Run“ in Luxemburg belegte der 38-jährige Penzberger Platz zwei. Zudem handelte er sich den Respekt des Siegers ein.

Penzberg/Luxemburg – Am Ende fehlten ganze 36 Sekunden zur großen Sensation. Nach mehr als 52 Kilometern, 2000 Höhenmetern und fast vier Stunden Wettkampfzeit erreichte der Penzberger nur kurz hinter dem deutschen Meister im Traillauf, Moritz auf der Heide, als Zweiter das Ziel. Damit feierte Brennauer eigenen Worten nach „eine mehr als gelungene“ Ultralauf-Premiere.

„Maschine“ – mehr als dieses eine Wort brachte Moritz auf der Heide nicht hervor, als Brennauer den am Boden liegenden Sieger im Ziel gratulierte. Damit drückte der 31-jährige deutsche Meister aus Siegburg (Nordrhein-Westfalen) seinen Respekt vor der Leistung des Penzbergers aus: „Ich hatte Angst, dass mich Markus auf den letzten Kilometern noch einholen würde. Ich war am Ende meiner Kräfte und sah, wie er von hinten förmlich heranflog.“

Im Gegensatz zu auf der Heide hatte Brennauer seinen Kontrahenten jedoch quasi das ganze Rennen über nicht zu Gesicht bekommen. „Ich habe Moritz erst bei Kilometer 51 gesehen. Ich konnte es gar nicht glauben, als ich ihn ungefähr 300 Meter vor mir auftauchen sah“, so der Läufer des TSV Penzberg. Diese Wahrnehmung war wohl darauf zurückzuführen, dass Brennauer sich während des Rennens eigenen Worten nach „nicht wirklich gut fühlte“. Nach 42 Kilometern lag er noch auf Rang sechs, 8:30 Minuten hinter auf der Heide und mehr als vier Minuten hinter den zu diesem Zeitpunkt Zweit- und Drittplatzierten. „Bereits nach zehn Kilometern haben meine beiden Wadenmuskeln dicht gemacht. Zudem hat sich meine rechte Oberschenkel-Vorderseite verkrampft“, berichtete Brennauer.

Als Begründung dafür machte Brennauer einerseits die kühlen Temperaturen (minus zwei Grad am Start) aus, andererseits das seiner Ansicht nach hohe Tempo auf den ersten drei Kilometern, die relativ steil bergab führten. „Die vergangenen Wochen habe ich das Bergablaufen im Training vernachlässigt. Das habe ich wohl zu spüren zu bekommen“, so die Erklärung des Realschullehrers. Die muskulären Probleme führten dazu, dass er zwischen Kilometer 10 und 40 vor allem auf den Flachpassagen und den Bergabstücken deutlich an Boden verlor. Bergauf hingegen machte er immer wieder einige Meter auf seine Kontrahenten gut. Trotzdem wuchs der Abstand zu den führenden Läufern weiter an, die Motivation „sank in den Keller“, so der 38-Jährige.

Nach und nach kehrte dann allerdings sein Kampfgeist zurück. „Als ich bei Kilometer 42 den niedrigsten Punkt der Strecke erreicht hatte, wusste ich, dass es jetzt mehrheitlich bergauf gehen würde, was mir ja an diesem Tag wesentlich besser lag als das Bergablaufen.“ So kämpfte sich der Penzberger auf den folgenden fünf Kilometern, bei denen es insgesamt 400 Höhenmeter bergauf ging, vor auf Rang drei. Während Brennauer noch einmal richtig aufdrehte, mussten sich sowohl auf der Heide als auch der bis dahin Zweitplatzierte Jean-Pierre Serafini (Luxemburg) übergeben und teilweise gehen. „Mir ging es richtig dreckig. So sehr musste ich noch nie kämpfen“, berichtete der Wahl-Münchner auf der Heide über seinen Zustand bei Kilometer 46.

Bei Kilometer 47 überholte Brennauer dann Serafini, der beim letzten Verpflegungspunkt anhielt. Brennauer hingegen blieb nicht stehen und stürzte sich in die letzte Bergab-Passage. Es folgte der abschließende, dreieinhalb Kilometer lange Anstieg hinauf ins Ziel nach Heiderscheid. „Nach dem ersten Drittel des Anstiegs blickte ich mich um und sah, dass Markus von hinten näherkam. Ich hoffte, dass er mich nicht sehen würde. Deshalb habe ich versucht, mich im Wald so klein wie möglich zu machen“, so der nicht ganz ernst gemeinte Kommentar von auf der Heide, der noch 90 Sekunden Vorsprung hatte. „Hätte ich Moritz zu diesem Zeitpunkt gesehen, hätte ich am Schlussanstieg alles riskiert und versucht, ihn einzuholen. Aber ich war überzeugt davon, dass er meilenweit vor mir liegen würde“, sagte Brennauer. Erst als er aus dem Wald herauskam, konnte er Deutschlands besten Trail-Läufer vor sich sehen, der sich nach 3:58:57 Stunden mit letzter Kraft ins Ziel rettete. Kaum eine halbe Minute später überquerte auch Brennauer die Ziellinie. Er konnte sein Glück kaum fassen, hatte er doch gerade seinen ersten Ultralauf – jeder Lauf, der länger als ein Marathon ist, wird so bezeichnet – erfolgreich beendet. 

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