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Hannah Petsch überrascht sich selbst: Mit Trainingsrückstand zur Bestleistung

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Von: Ludwig Stuffer, Paul Hopp

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Erstmals die Fünf-Meter-Marke überwand Hannah Petsch vom TSV Penzberg. Mit 5,05 Metern belegte sie in der U18-Klasse den vierten Platz und war damit zufrieden.
Erstmals die Fünf-Meter-Marke überwand Hannah Petsch vom TSV Penzberg. Mit 5,05 Metern belegte sie in der U18-Klasse den vierten Platz und war damit zufrieden. © Conny Lechner-Brennauer/TSV Penzberg

Bei den südbayerischen Hallenmeisterschaften zeigten Athleten aus dem Landkreis gute Leistungen. Das galt insbesondere für Hannah Petsch vom TSV Penzberg im Weitsprung.

München – Leichtathletik ist mittlerweile ein Ganzjahressport. Nur wenige Tage nach dem Jahreswechsel beginnt traditionell die Hallensaison. Auftakt für die Athleten aus dem Landkreis bildeten die südbayerischen Meisterschaften für Frauen, Männer und U18. In der Werner-von-Linde-Halle in München gab es für die hiesigen Sportler diverse Top-Plätze.

TSV Penzberg: Hannah Petsch überrascht im Weitsprung

„Damit hätte ich nicht gerechnet.“ Hannah Petsch war über ihren vierten Platz im Weitsprung bei den südbayerischen Meisterschaften in München ehrlich überrascht. In der Altersklasse U18 schaffte sie mit 5,05 Metern absolut unerwartet eine persönliche Bestleistung. Für Petsch war es der erste Auftritt nach mehr als drei Jahren Wettkampfpause. Darüber hinaus hatte sie in den vergangenen fünf Wochen kaum trainieren können. Vor Weihnachten musste sie aufgrund einer Weisheitszahn-OP pausieren und danach war das Penzberger Sportstadion geschlossen.

„Da Hannah weder mit Spikes noch an der Weitsprunggrube trainieren konnte, mussten wir beim Anlauf improvisieren“, berichtete Trainerin Conny Lechner-Brennauer, die gemeinsam mit ihrem Ehemann, Markus Brennauer, die 16-jährige Athletin betreut. Gleich im ersten Versuch sprang sie mit 4,89 Meter eine persönliche Bestleistung. „Ich hatte bereits beim Aufwärmen gemerkt, dass es heute weit gehen könnte“, so die Gymnasiastin. Beim zweiten Versuch traf sie dann den Absprungbalken nahezu perfekt und katapultierte sich auf 5,05 Meter.

Danach zeigte sie eine konstante Serie mit Sprüngen von über 4,75 Metern. Der Sieg im Weitsprung ging an Florentine Toppe (TSV Wolfratshausen), die sich im letzten Versuch auf 5,54 Meter steigerte. Zur Bronzemedaille fehlten Petsch 15 Zentimeter. Doch das ärgerte die junge Athletin nicht, die davor im 60-Meter-Sprint mit 8,46 Sekunden den Zwischenlauf erreicht hatte und mit Platz 17 zufrieden war.

Lea Lange zeigt mutiges 400-Meter-Rennen

Ebenfalls zufrieden war Maximilian Stockinger, der, ebenfalls nach dreijähriger Wettkampfpause, mit 7,64 Sekunden über 60 Meter den Zwischenlauf in der Altersklasse U 18 erreicht hatte. Der 15-jährige Realschüler zeigte dabei, dass er mit der zumeist älteren Konkurrenz mithalten konnte. Im Weitsprung steigerte er seine Bestleistung um knapp 90 Zentimeter auf 5,22 Meter (15. Platz). Dabei hatte er sehr große Anlaufprobleme, da natürlich auch er in den vergangenen Wochen nicht im Penzberger Sportstadion trainieren konnte.

Mutig: Lea Lange (l.) vom TSV Penzberg versuchte über 400 Meter, an Favoritin Liah-Soline Gerich (re.) dranzubleiben.
Mutig: Lea Lange (l.) vom TSV Penzberg versuchte über 400 Meter, an Favoritin Liah-Soline Gerich (re.) dranzubleiben. © Conny Lechner-Brennauer/TSV Penzberg

Für Lea Lange begann die Hallensaison mit einem für sie ausgezeichneten fünften Rang über die 400 Meter in der U18. Die 16-jährige Realschülerin schrammte mit 66,23 Sekunden nur um zwei Zehntelsekunden an ihrer Bestzeit aus dem vergangenen Jahr vorbei. In ihrem Zeitlauf heftete sie sich mutig an die spätere Siegerin, Liah-Soline Gerich (LG Stadtwerke München/60,88). Erst in der Schlussphase musste Lange ihre Konkurrentin davonziehen lassen.

„Auf den letzten 100 Metern habe ich meine Beine fast nicht mehr hochbekommen“, bilanzierte die junge Penzbergerin, der nur 0,82 Sekunden auf das Podest fehlten. Ihr Bruder, Sven Lange, belegte bei den Männern über die zwei Hallenrunden mit 56,81 Sekunden den siebten Platz. Damit war er laut einer TSV-Mitteilung nicht zufrieden, schließlich verpasste er seine Bestzeit um über drei Sekunden. Topfavorit Andreas Kölbl musste krankheitsbedingt seinen Start in München absagen. Der Sindelsdorfer hätte sehr wahrscheinlich dem Sieger, Severin Michael Bächle (LG Stadtwerke München), Paroli bieten können, der mit 52,42 Sekunden Gold gewann.

Seinen ersten Wettkampf im Trikot des TSV Penzberg hatte der 20-jährige Italiener Christian Okunrobo. Über 60 Meter landete er mit 7,72 Sekunden genauso im Mittelfeld wie über 200 Meter (25,59). Gold ging über 60 Meter überraschend an Raffieu Deen Johnson (6,94). Der 23-Jährige aus Sierra Leone trug von 2015 bis 2022 das Trikot des TSV Penzberg und startet seit dem 1. Januar für die LG Stadtwerke München. Der Grund für den Vereinswechsel war die Konsequenz seines Umzugs von Penzberg nach München. Johnson hat aber weiter engen Kontakt zu seiner ehemaligen Trainerin in Penzberg, Conny Lechner-Brennauer. „In München hat er mit der Leichtathletikhalle optimale Trainingsbedingungen, die wir in Penzberg nicht bieten können“, so die Trainerin, die sich über den Sieg und die Bestleistung ihres ehemaligen Schützlings sehr freute.

TSV Schongau: Bastian Müller fehlen 5 Zentimeter zu Bronze

Im Teilnehmerfeld der Leichtathleten aus Oberbayern, Schwaben und Niederbayern zeigten auch zwei Schongauer U18-Athleten beachtliche Leistungen. Bastian Müller (16) begann den Wettkampftag mit dem 60-Meter-Hürdensprint. Die Zeit von 9,15 Sekunden bescherten ihm den achten Platz unter 17 Startern. Für ein Highlight in dieser Disziplin sorgte Sieger Jonatan Toldy (8,04) von der LG Sempt, der sich damit an die Spitze der derzeitigen DLV-Bestenliste setzte.

Platz vier im Hochsprung gab es für U18-Athlet Bastian Müller (TSV Schongau) mit 1,65 Metern.
Platz vier im Hochsprung gab es für U18-Athlet Bastian Müller (TSV Schongau) mit 1,65 Metern. © Ludwig Stuffer

Im Hochsprung überzeugte Müller als Vierter mit übersprungenen 1,65 Metern. Zu Bronze fehlten ihm fünf Zentimeter. Südbayerischer Meister wurde der favorisierte Clemens Bleiziffer (1,85) vom TSV Wasserburg. Im vergangenen Jahr hatte Müller im Hochsprung beim Freiluftwettkampf in Dachau mit der Höhe von 1,74 Metern eine persönliche Bestleistung erzielt. In der „ewigen Bestenliste“ des TSV Schongau liegt er damit bei den M16-Burschen an der zweiten Stelle.

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Der zweite Schongauer Starter in München, Kevin Gierth, hatte es im 60-Meter-Sprint mit großer Konkurrenz zu tun. 63 Läufer hatten sich in der U18 angemeldet. Mit 8,16 Sekunden belegte Gierth in seinem Vorlauf den sechsten Platz. Zum Einzug in den Zwischenlauf reichte das nicht. Den Titel holte sich David Kantzog (7,02) vom LAC Passau – er ist aktuell Zweitbester in der deutschen U18-Rangliste.

LG Augsburg: Vogl holt im Weitsprung Bronze

Zwei Athletinnen, die aus dem Landkreis stammen, sind mittlerweile für die LG Augsburg im Einsatz: Katharina Vogl (23/Hohenpeißenberg) und Franziska Aderbauer (22/Peißenberg). Beide gingen in der Werner-von-Linde-Halle über 60 Meter und im Weitsprung an den Start.

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Vogl qualifizierte sich im Sprint mit 8,04 Sekunden als Dritte ihres Vorlaufs für den Zwischenlauf. Dort war mit 8,06 Sekunden und Rang vier allerdings Endstation. Im Weitsprung holte Vogl, wie in den vergangenen Jahren schon mehrfach, eine Medaille. 5,53 Meter bedeuteten Bronze hinter Mara Vonnahme (MTV München/5,73) und Lea Holtmann (LG Sempt/5,60). Der Kampf um die Medaillen war spannend: Auf die Vierte hatte Vogl letztlich auch nur vier Zentimeter Vorsprung.

Aderbauer hatte im Weitsprung Pech: Nur vier Zentimeter fehlten ihr am Ende zum Finaleinzug der besten Acht. Mit 5,15 Metern (gesprungen im ersten Versuch) belegte sie den neunten Platz. Konstant zeigte sich Aderbauer im 60-Meter-Sprint. Sowohl im Vorlauf als auch im Zwischenlauf kam sie nach 8,35 Sekunden ins Ziel, was ihr einmal den zweiten Platz (Qualifikation für die nächste Runde) und danach den achten Platz (Zwischenrunden-Aus) bescherte.

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