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Nick Jäger muss im Finish leiden, wird überholt - und gewinnt eine Medaille

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Von: Paul Hopp

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Starker Auftritt in Uelzen: Bei der deutschen Meisterschaft im 10-Kilometer-Straßenlauf belegte Nick Jäger in der U23-Klasse mit der Zeit von 30:03 Minuten den dritten Platz. Das Foto zeigt ihn kurz vor dem Start.
Starker Auftritt in Uelzen: Bei der deutschen Meisterschaft im 10-Kilometer-Straßenlauf belegte Nick Jäger in der U23-Klasse mit der Zeit von 30:03 Minuten den dritten Platz. Das Foto zeigt ihn kurz vor dem Start. © Imago Images/Beautiful Sports

Auf dem letzten Kilometer „habe ich richtig gelitten“, berichtete Nick Jäger. Der Leichtathlet des TSV Penzberg durfte sich dennoch bei der DM im Straßenlauf freuen, denn er holte eine Medaille.

Penzberg/Uelzen – Die Freude über DM-Bronze war bei Nick Jäger auf alle Fälle vorhanden. Doch ein Detail stimmte ihn nachdenklich: „Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit und der Platzierung, aber der letzte Kilometer verhinderte ein noch besseres Ergebnis“, sagte der Athlet des TSV Penzberg nach seinem Auftritt bei der deutschen Meisterschaft im 10-Kilometer-Straßenlauf in Uelzen (Niedersachsen). Mit der Zeit von 30:03 Minuten hatte der 22-jährige Biologie-Student in der U23-Klasse den dritten Platz belegt. Er lief also im Schnitt ein Tempo von 19,97 km/h.

Bis einen Kilometer vor dem Ziel lag Jäger auf dem Silberrang und war auf Kurs für eine Zeit von unter 30 Minuten. „Der letzte Kilometer war echt hart für mich. Da habe ich richtig gelitten“, berichtete der Penzberger. So wurde er nicht nur von einigen Männern überholt, sondern auch von U23-Athlet Till Grommisch (TVL Germania Überruhr). Auf den letzten 50 Metern zog Grommisch an Jäger vorbei, der mit seinen Kräften am Ende war.

Nick Jäger läuft nach 30:03 Minuten ins Ziel

In den ersten drei Runden hatte sich der Penzberger, der heuer schon bei der EM am Start war, am Ende der zweiten Gruppe aufgehalten. Vornweg hatten sich zu diesem Zeitpunkt die späteren Medaillengewinner bei den Männern um Nils Voigt (Gold/278:46), Samuel Fitwi (Silber/28:52) und Richard Ringer (28:54) abgesetzt. In der Verfolgergruppe „konnte ich sehr gut im Windschatten laufen und bin einfach nur mitgerollt“, so Jäger. Dabei musste er aber auch immer wieder die ein oder andere Lücke nach vorne schließen.

Auf dem Zwei-Kilometer-Rundkurs durch die Hansestadt Uelzen blieb er bis Kilometer acht in Kontakt mit der Gruppe. Erst die letzte Runde sollte die Entscheidung in der Altersklasse U23 bringen. Der spätere Sieger Velten Schneider (VfL Sindelfingen) schaffte es, sich abzusetzen – er lief nach 29:41 Minuten ins Ziel. So eine 29er-Zeit hätte auch Jäger gern gehabt. Er zeigte sich optimistisch für die nächsten 10-Kilometer-Rennen. „Ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Mal auf dem letzten Kilometer nicht einbrechen und unter 30 Minuten laufen werde“, so der Student.

Luk Jäger nach langer Trainingspause schnell unterwegs

Wenige Tage nach dem Start in Uelzen war der 22-Jährige bei der deutschen Hochschulmeisterschaft im Crosslauf erfolgreich. Im hessischen Mengerskirchen gewann Nick Jäger (für die Uni Erlangen-Nürnberg antretend) die Silbermedaille. Die rund sieben Kilometer lange Strecke lief er in 24:30 Minuten. Schneller im 31 Teilnehmer umfassenden Feld war nur Markus Görger (Uni Freiburg) mit 23:22 Minuten. Ein gutes Resultat in Mengerskirchen war für Jäger auch im Hinblick auf einen etwaigen Start bei der Crosslauf-WM der Studenten in Portugal (März 2022) wichtig.

Luk Jäger vom TSV Penzberg überzeugte im U20-Rennen als Neunter.
Luk Jäger überzeugte im U20-Rennen bei der deutschen Meisterschaft als Neunter. © Stephan Jäger

Die Europameisterschaft im Crosslauf im Dezember in Dublin hat Luk Jäger, der jüngere Bruder von Nick, im Visier. Der 19-Jährige nahm die DM im Straßenlauf „als Formtest wahr“, so der TSV Penzberg in einer Mitteilung. Mit 32:33 Minuten gelang ihm eine gute Zeit. In der U20-Klasse landete er damit auf dem neunten Platz. Luk Jäger blieb nur 33 Sekunden über seiner Bestzeit aus dem Frühjahr. Bemerkenswert ist, dass er den Sommer verletzungsbedingt aussetzen musste und erst seit wenigen Wochen wieder voll im Training ist.

Für einen Höhepunkt bei der Straßenlauf-DM sorgte die Siegerin bei den Frauen, Hanna Klein (LAV Stadtwerke Tübingen). Die 28-Jährige siegte mit persönlicher Bestzeit von 31:40 Minuten und schob sich damit in der Liste der schnellsten deutschen Läuferinnen aller Zeiten über 10 Kilometer auf Rang sechs. Silber holte Alina Reh (31:43) vom SSC Berlin, die lange das Rennen angeführt hatte. Bronze ging nach Bayern: Miriam Dattke von der „LG Telis Finanz Regensburg“, als amtierende Meisterin angetreten, kam auf 32:49 Minuten.

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