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Der Konkurrenz – wieder mal – enteilt: Julia Rath (re.) vom TSV Penzberg (hier eine Archivaufnahme von der bayerischen Meisterschaft) lief in Hessen die 800 Meter in 2:18,20 Minuten. 
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International vorn dabei: Nick Jäger (re.) wurde Dritter über 5000 Meter beim ARGE-ALP-Länderkampf in Bregenz. 

Leichtathletik

Penzberger glänzen im „Team Bayern“

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Tritt Bayerns Leichtathletik-Verband zu Länderkämpfen an, greift er auf Athleten des TSV Penzberg zurück. Und die zeigten, dass auf sie Verlass ist.

Penzberg – Damit hatte im Vorfeld niemand gerechnet, am wenigsten Sharon Müller selbst. Die Athletin des TSV Penzberg wurde beim ARGE-ALP-Ländervergleichskampf in Bregenz (Österreich) Zweite über die 400 Meter Hürden und stellte mit 62,32 Sekunden eine Saisonbestzeit auf. Mit dieser Leistung setzte sie sich nicht nur an die Spitze der bayerischen Bestenliste, sondern blieb auch unter der Qualifikationsnorm für die deutschen Meisterschaften (62,40 Sekunden), die sie während der Sommersaison nicht unterbieten konnte.

„Heute hat einfach alles gepasst“, so der Kommentar der 27-jährigen Lenggrieserin, die sich trotz einer vierwöchigen Trainingspause im August blendend in Form zeigte. In einem spannenden Zweikampf musste sie sich nur der der Schweizerin Ronja Mock (61,65) geschlagen geben. Mit ihrem zweiten Platz steuerte Müller wertvolle Punkte für das bayerische Team bei, das den Länderkampf mit 227 Punkten vor der Region St. Gallen und Südtirol gewinnen konnte. Bei dem Länderkampf (ARGE ALP steht „Arbeitsgemeinschaft Alpenländer“) treten zehn Anrainerbezirke der Alpen gegeneinander an: Bayern, St. Gallen, Südtirol, Tessin, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Lombardei, Trient und Graubünden.

Wichtige Punkte für das bayerische Team lieferte auch Müllers Vereinskamerad Nick Jäger, der über 5000 Meter der Männer den dritten Platz belegte. Der 19-jährige Penzberger lief gegen die mehrheitlich deutlich ältere und erfahrenere Konkurrenz laut einer TSV-Mitteilung „ein taktisches kluges Rennen“. Im Schlussspurt holte er sich die Bronzemedaille, und das mit einer Zeit von 15:39,00 Minuten.

Gleich nach dem Start hatten sich Fabe Downs (St. Gallen) und Markus Ploner (Südtirol) vom Rest des Feldes abgesetzt. „Das Tempo der beiden war mir zu hoch, also habe ich versucht, den dritten Platz für das Team abzusichern“, berichtete Jäger, der den Länderkampf aus dem vollen Training heraus nach einer dreiwöchigen Trainingspause bestritt. Während Downs (14:50,99) und Ploner (15:01,03) ihr eigenes Rennen liefen, distanzierte Jäger in der Schlussrunde seinen direkten Konkurrenten um das Podest, Dave Derrigo (Tessin), um drei Sekunden. Am Ende waren beide Athleten des TSV Penzberg mehr als zufrieden mit ihrem Auftritt und machten sich gemeinsam mit den knapp 40 anderen bayerischen Leichtathleten im Teambus auf zurück nach München. In den insgesamt 34 Disziplinen (je 17 für Männer und Frauen) hatten die bayerischen Athleten je neunmal den ersten, zweiten und dritten Platz belegt.

Zwei der jüngeren Penzberger Athleten waren beim Drei-Länderkampf (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen) in Heuchelheim (Landkreis Gießen) am Start. Julia Rath (14) düpierte dabei über die 800 Meter ihre namhafte Konkurrenz. Die Schülerin zeigte mit ihrer Zeit von 2:18,20 Minuten, „dass sie selbst nach einer Trainingspause im August wieder in bestechender Form ist“, so TSV-Coach Markus Brennauer.

Die süddeutsche Meisterin lief zunächst gemeinsam mit Jessica Geywitz (TSV Erbach) und Lucy Lou Müller (LSG Aalen), die in diesem Jahr mit ihren persönlichen Bestzeiten gleich schnell oder nur unwesentlich langsamer als Rath (Bestmarke 2:17,11) waren. „250 Meter vor dem Ziel nahm dann Julia früher als geplant die Beine in die Hand und spurtete dem Feld davon“, berichtete BLV-Landestrainer Jörg Stäcker, der die bayerischen Teilnehmer in Hessen betreute. Mit ihrem beherzten Antritt überrumpelte sie die Konkurrenz und distanzierte diese um mehr als vier Sekunden. Mit ihrer Zeit stellte Rath nicht nur einen Stadionrekord auf, sondern „lieferte auch die beste Leistung des ganzen Tages im bayerischen Team ab“, so der Landestrainer.

Ebenfalls zufrieden zeigte sich Stäcker mit dem Auftritt des zweiten Penzberger Athleten, Colin Klein. Der 15-Jährige wurde über 800 Meter Sechster und zeigte mit 2:11,22 Minuten ein gutes Rennen. Mit dem Ergebnis war der ehrgeizige Youngster nicht ganz glücklich, denn er verpasste den angestrebten Podestplatz relativ deutlich. Dafür hätte er allerdings 2:06 Minuten laufen müssen, was eine Steigerung seiner persönlichen Bestleistung um zwei Sekunden bedurft hätte. „Colin hatte im August seine wohl verdiente Trainingspause nach einer langen und harten Sommersaison. Erst drei Wochen vor dem Länderkampf haben wir deshalb wieder mit dem Training begonnen“, so Trainerin Conny Lechner-Brennauer. In der Gesamtwertung belegte das bayerische Team mit 197 Punkten den zweiten Platz hinter dem Team aus Württemberg (230 Punkten).

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