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Hugo Mann (65) überraschte sich mit der Silbermedaille selbst am meisten.
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Da herrschte Freude: Die Penzberger U-23-Läufer (v.l. Tom Jäger, Nick, Jäger, Lucas Herbeck) holten in Ingolstadt Team-Bronze.
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Flott durch den Hindenburgpark: Josef Streicher (vo.) vom TSV Peißenberg überzeugte in seiner Klasse mit Rang zwölf.
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und drüber übers Hindernis: Martin Hermann (M-55) vom TSV Peißenberg zeigte ein flottes Rennen und wurde Zehnter.

Leichtathletik

Herbeck erst verärgert, dann auf dem Podest

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Drei Medaillen für den TSV Penzberg, ein Top-Ten-Platz für den TSV Peißenberg: Die hiesigen Athleten zeigten bei der Crosslauf-DM starke Leistungen.

TSV Penzberg 

Als Lucas Herbeck ins Ziel kam, war seine Enttäuschung größer als seine Erschöpfung. „Ich ärgere mich halt für die Mannschaft, dass ich so eingebrochen bin. Hoffentlich reicht es noch für die Medaille“, sagte der U-23-Läufer, nachdem er bei der DM im Crosslauf in der letzten Runde viele Plätze verloren hatte und auf dem 19. Rang ins Ziel kam. Die sicher geglaubte Teammedaille war auf einmal gar nicht mehr sicher.

Denn unter den Läufern, die den 21-jährigen Penzberger überholt hatten, waren die drei Läufer des 1. FC Passau. Für die Teamwertung zählen Punkte gemäß der Platzierung. Das heißt, je weniger Punkte ein Team hat, umso besser. Als die Ergebnislisten im Ingolstädter Hindenburger Park ausgehängt wurden, da breitete sich auf dem Gesicht von Nick Jäger ein breites Grinsen aus. Mit 42 Punkten hatten er, sein Bruder Tom und Herbeck doch Team-Bronze gewonnen – mit drei Punkten Vorsprung auf den 1. FC Passau.

Maßgeblich am Erfolg der Penzberger U-23-Läufer beteiligt war Nick Jäger, der sich nicht nur Team-, sondern auch Einzel-Bronze holte. Im Rennen über 7,1 Kilometer hatte sich der 19-jährige Student nach einem Kilometer mit Jens Mergenthaler (SV Winnenden) und Lukas Eisele (LG Filder) vom Rest des Feldes abgesetzt. „Das Tempo war am Anfang eigentlich recht langsam. Deshalb bin ich teilweise sogar in Führung gegangen“, so Jäger. In der fünften Runde änderte sich die Situation: Der spätere Sieger Mergenthaler beschleunigte, nur Eisele konnte folgen. „Das Tempo war zu hoch für mich. Kurze Zeit hatte ich auch Bedenken, die Bronzemedaille nicht absichern zu können“, sagte Jäger. 50 Meter hinter ihm lief Robert Baumann (LAV Stadtwerke Tübingen), der Sohn von Olympiasieger Dieter Baumann. „Ich habe gesehen, dass es Nick nicht mehr gut geht. Trotzdem bin ich aber keinen Meter näher gekommen“, so der 21-jährige Tübinger. Am Ende gewann Jäger (23:18) souverän Bronze. Im Vorjahr, noch bei der U-20 laufend, hatte der Penzberger sensationell Gold geholt.

Lucas Herbeck (24:49) lief die ersten vier Runden auf Rang acht ein sehr mutiges Rennen: „Ich habe mich extrem gut gefühlt, deshalb habe ich mich so weit vorne im Feld eingereiht.“ Zum Schluss verlor Herbeck jedoch Plätze. Tom Jäger (25:01) lief ein konstantes Rennen und kam auf Platz 20 ins Ziel.

Der Senior der Penzberger Truppe, Hugo Mann, gewann über 5,1 Kilometer mit 21:25 Minuten in der M-65-Klasse die Silbermedaille – und wunderte sich selbst am meisten: „Mit dieser Medaille hatte ich ja überhaupt nicht gerechnet. Ich bin völlig überrascht über dieses Ergebnis.“ Für den 65-jährigen Penzberger war es erst der zweite Wettkampf nach einer 20-monatigen Verletzungspause. „Ich habe mich am Start sehr weit hinten eingereiht, schließlich bin ich noch nicht in Topform. Doch bereits nach der ersten von fünf Runden habe ich gemerkt, dass es mir erstaunlich gut geht, und habe ab dann nur noch Läufer überholt“, berichtete Mann.

Lange sah es auch so aus, als ob Luk Jäger (16) in der U-18 in den Kampf um die Medaillen eingreifen könnte. Über die 4,1 Kilometer war er fast das ganze Rennen über in der achtköpfigen Spitzengruppe. Eine Tempoverschärfung sprengte die Gruppe. Jäger konnte den Vorderen nicht folgen, überzeugte aber dennoch als Fünfter (14:10) und bester Bayer. Marvin Bertram (U-20) belegte im Rennen über 6,1 Kilometer mit 21:50 Minuten den 20. Rang. „Bis zur vierten Runde ging es mir echt gut. Aber in der fünften Runde bin ich fast gestorben“, so der 17-Jährige, der sich in Runde sechs noch einmal fing. Auf der Männer-Mittelstrecke (4,1 Kilometer) wurde das Team des TSV Penzberg mit Markus Brennauer (14:36/47. Platz), Andreas Kölbl (14:40/48.) und Matthias Bauer (15:16/63.) Zehnter.

TSV Peißenberg

Für das Rennen über 6,1 Kilometer hatten sich Josef Streicher (M-50) und Martin Hermann (M-55) vorgenommen, dem Gedränge im 83-köpfigen Teilnehmerfeld zu entgehen und „vorn möglichst lange dran zu bleiben“, so Streicher. Das gelang dem Duo ganz gut. Streicher heftete sich an die Fersen seines Dauer-Rivalen Klaus Mannweiler (TSV Wolfratshausen). Quasi im Schatten der beiden lief Hermann, der sich damit von einigen Konkurrenten aus der Altersklasse löste. „Bei Rückenwind konnte ich es laufen lassen, bei Gegenwind musste ich aufpassen, dass sie nicht an mehr mich herankamen“, so Hermann. Er verteidigte seine Position als Zehnter (25:25 Minuten) seiner Klasse. Streicher war mit seiner Zeit von 24:19 Minuten sehr zufrieden. „Irgendwann musste ich dann nach vorne abreißen lassen“, sagte er mit Blick auf die letzten zwei Runden. In seiner Klasse wurde er guter Zwölfter.

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