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Bestzeit in Belgien: Nick Jäger bei seinem Lauf über die 3000 Meter Hindernis in Oordegem.
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Luk Jäger (hier ein Archivfoto) trat in Brixen für die bayerische Auswahl an.

Leichtathletik

Penzberg international: Jäger-Brüder mit Bestzeiten in Belgien und Italien

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In ganz Europa unterwegs - und dann auch noch pfeilschnell. So präsentierten sich jüngst die Leichtathleten des TSV Penzberg. Ein besonderes Resultat erzielte Nick Jäger in Belgien. 

Penzberg - International unterwegs - und das auch noch erfolgreich. So liest sich die Bilanz der Penzberger Leichtathleten bei diversen Wettkämpfen. So nutzte Nick Jäger im belgischen Oordegem die Möglichkeit, in einem international stark besetzten Feld, mit 8:55,79 Minuten eine neue Bestzeit über 3000 Meter Hindernis aufzustellen. Sharon Müller verband hingegen einen Kurzurlaub in Wien mit dem dortigen Frauenlauf, bei dem sie über 5 Kilometer den zweiten Platz unter mehr als 18.000 Läuferinnen belegte.

Auf Einladung des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes war Luk Jäger nach Brixen (Südtirol, Italien) gereist, um dort bei einem Ländervergleichskampf über 1500 Meter anzutreten. Mit 4:10,51 Minuten lief er neue Bestzeit und wurde Elfter. Andreas Kölbl blieb hingegen in Deutschland, verließ aber Bayern, um in Riederich (Landkreis Reutlingen bei Stuttgart) die Möglichkeit zu ergreifen, die selten angebotene Distanz von 200 Meter Hürden zu laufen. Die Disziplin war 1900 und 1904 im Olympiaprogramm, zudem wurde zwischen 1951 und 1965 jeweils der deutsche Meister ermittelt. Doch seitdem wird nur einmal pro Jahr in Deutschland diese Rarität angeboten. Aus diesem Grund fuhr der 24-jährige Sindelsdorfer nach Baden-Württemberg, wo er sogleich mit 26,09 Sekunden diese „krumme“ Strecke für sich entscheiden konnte.

TSV Penzberg: 200 Meter Hürden „härter als erwartet“ 

„Die Distanz war viel härter als erwartet. Bis 120 Meter ging es mir ganz gut, doch ab dann wurde es extrem hart", so der Pferdefachwirt. Zwischen den Hürden, die exakt 18,29 Meter auseinander stehen, benötigte er jeweils sieben Schritte, die er mit maximal möglicher Frequenz lief. Es war also nicht verwunderlich, dass er eine Stunde später über 400 Meter Hürden mit 54,83 Sekunden langsamer als erwartet war, was aber auch an dem starken Gegenwind auf der Gegengerade lag, der schnellere Zeiten verhinderte. Trotzdem gewann er souverän und trat zufrieden die dreistündige Autofahrt nach Hause an.

TSV Penzberg: Nick Jäger knackt zwei DM-Normen 

Mehr als doppelt so lange mussten Nick Jäger und Trainerin sowie Mutter Melanie Jäger mit dem Auto nach Oordegem fahren. Der kleine Ort in Flandern ist alljährlich Austragungsstätte des „International Flanders Athletic Meeting“, einem hochklassig besetzten Sportfest. Der 19-jährige Penzberger nutzte die internationale Konkurrenz und steigerte seine Bestleistung über 3000 Meter Hindernis um neun Sekunden auf ausgezeichnete 8:55,79 Minuten. Der Sieg ging an seinen WG-Mitbewohner Niklas Buchholz. Der 20-jährige Läufer des LSC Höchstadt/Aisch, mit dem Jäger sehr oft gemeinsam trainiert, gewann mit 8:44,87 Minuten und blieb damit unter der Qualifikationsnorm für die U23-Europameisterschaft (sie liegt bei 8:48,00). Jäger hat mit seiner Zeit auf jeden Fall souverän die Norm für die deutsche U23-Meisterschaft und die deutsche Meisterschaft der Erwachsenen abgehakt. 

Ebenfalls die DM-Norm abhakt hat Luk Jäger. Beim Ländervergleichskampf im italienischen Brixen steigerte der 16-Jährige seine Bestleistung über 1500 Meter um eine Sekunde auf 4:10,51 Minuten. Damit hat er nun die Startberechtigung bei den nationalen Meisterschaften über 1500 Meter, 2000 Meter Hindernis und 3000 Meter. „Bei den deutschen Meisterschaften werde ich mich auf die 3000 Meter konzentrieren. Allerdings werde ich auch wahrscheinlich am zweiten Tag der Meisterschaft auch noch die 2000 Meter Hindernis laufen", so der Schüler der Fachoberschule. 

TSV Penzberg: Luk Jäger läuft fürs Team Bayern 

In Brixen steuerte Jäger für das bayerische Team mit seinem elften Rang neun Punkte bei. Bei dem Länderkampf treten 13 italienische Regionen gegen Slowenien, Bayern und Baden-Württemberg an. Insgesamt belegte das bayerische Team mit 452 Punkten den sechsten Platz, was nach dem zweiten Platz im Vorjahr eine kleine Enttäuschung war. Der Sieg ging an das Team aus Baden-Württemberg mit 545,5 Punkten.

Ein wenig hörte man die Enttäuschung in Sharon Müllers Stimme schon, als sie erfuhr, dass sie beim Frauenlauf Wien „nur“ Zweite geworden war. Wie im vergangenen Jahr hatte sie als Erste die Ziellinie in der österreichischen Hauptstadt nach fünf Kilometern überquert. Doch wie bereits 2018 wusste die 28-Jährige, dass sie erst auf die offizielle Ergebnisliste warten musste, bevor sie sich über ihr Resultat freuen durfte. Deshalb rief sie schnell Trainer Markus Brennauer an, der sofort die Live-Ergebnisse überprüfte. Und tatsächlich: Luna Windsperger aus Österreich war mit 18:37 Minuten 14 Sekunden schneller als Müller gewesen. In Wien gewinnt leider nicht die Frau, die als Erste die Ziellinie überquert, sondern diejenige, die die schnellste Nettozeit aufweist. Da Windsperger die Startlinie 15 Sekunden nach der Lenggrieserin überquert hatte, nutzte auch ihr erfolgreicher Schlussspurt gegen ihre österreichische Konkurrentin nichts. Trotzdem freute sie sich über den Podestplatz und das schöne Wochenende in Wien. Insgesamt waren über 18.000 Frauen über die 5 Kilometer am Start.

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