Packendes Duell: Raffieu Deen Johnson (links) musste sich über 100 Meter seinem Kontrahenten Nicolai Trageser erst auf den letzten Metern geschlagen geben. foto: lechner-brennauer

Leichtathletik: Bayerische Meisterschaften

Johnson verpasst Gold und läuft Bestzeit

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Raffieu Deen Johnson (TSV Penzberg) verpasste er bei den bayerischen Meisterschaften zwar Gold über 100 Meter, doch freute er sich über eine neue persönliche Bestzeit.

Erding Es waren Freudentränen, die Raffieu Deen Johnson vergoss. Er konnte es immer noch nicht richtig fassen, was da gerade im Vorlauf über 100 Meter bei den bayerischen Meisterschaften in Erding passiert war. 10,82 Sekunden zeigte die Uhr im Sepp-Brenninger-Stadion. Damit hatte der 18-jährige Penzberger nicht gerechnet. Mit persönlicher Bestzeit zog er als Vorlaufschnellster ins Finale ein. Zuvor jedoch musste der Penzberger durch ein Wechselbad der Gefühle gehen. Zunächst stoppte ein Fehlstart von Nicolai Trageser (LG Stadtwerke München) den Tatendrang von Johnson. Mit 10,73 Sekunden stand für den Münchener im Vorfeld die schnellste Zeit aller Teilnehmer zu Buche. Eigentlich hätte er nach seinem Fehlstart disqualifiziert werden müssen. Damit rechnete Trageser offensichtlich auch, da er sein Gesicht in seinen Händen vergrub. „Doch aus irgendeinem Grund zeigte ihm der Kampfrichter nur die gelbe Karte“, berichtete TSV-Sprecher Markus Brennauer.

Trageser blieb also weiter im Wettbewerb. Johnson ließ sich davon nicht beeindrucken und legte beim zweiten Versuch laut Brennauer „einen furiosen Start“ hin. Erst nach 70 Metern zog der Münchener gleich. Auf den letzten fünf Metern geriet Johnson leicht ins Straucheln, was ihn letztlich den Sieg kostete. Der Penzberger überquerte in 10,87 Sekunden die Ziellinie, Trageser war sechs Hundertstelsekunden schneller. Wutentbrannt riss sich Johnson die Startnummer vom Trikot, er war sichtlich verärgert über den verpassten Titel. Doch ein paar Minuten später war schon wieder ein Lächeln auf seinem Gesicht zu erkennen. „Ich bin total zufrieden mit der Silbermedaille und glücklich über meine Bestzeit“, so Johnsons Fazit. Damit gehört er nun zu der Top 30 der deutschen Sprinter. Bei den deutschen Meisterschaften wird er aber möglicherweise nicht starten dürfen, da der aus Sierra Leone stammende 18-Jährige noch keinen deutschen Pass hat. Die Entscheidung darüber wird nächste Woche fallen.

Ebenfalls Silber und eine neue Bestzeit gab es auch für Nick Jäger. Der 18-jährige Penzberger musste sich über 800 Meter nur seinem Freund Hannes Burger (LC Buchendorf) geschlagen geben. In einem „extrem spannenden Rennen“, so Brennauer, steigerte sich Jäger auf 1:55,93 Minuten. Lediglich 0,42 Sekunden fehlten ihm auf den spurtstärkeren Burger, der im vergangenen Jahr den Penzberger Teamtrail gewonnen hatte. Mit seiner Zeit blieb der Penzberger Bundeskaderathlet unter der Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften. Damit hat er nun sowohl für die 800 Meter als auch für die 1500, 5000 und 2000 Meter Hindernis die DM-Qualifikation geschafft.

Dasselbe Kunststück gelang auch der 4 x 100-Meter-Staffel der Altersklasse U 20 mit Franziska Aderbauer, Katharina Vogl (beide TSV Peißenberg), Lara Holzhauer (TuS Geretsried) und Michaela Kölbl. Die vier Nachwuchssprinterinnen, die gemeinsam für die Startgemeinschaft Ammer-Isar-Loisach starten, belegten mit 49,33 Sekunden den dritten Platz. Damit mussten sie sich nur der SpVgg Auerbach/Streitheim und der LG Stadtwerke München geschlagen geben. Mit ihrer Zeit blieben sie 0,17 Sekunden unterhalb der Norm für die deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock. „Das Staffeltraining unter der Woche in Weilheim hat sich ausgezahlt“, so Peißenbergs Trainerin Sabine Osenberg.

Für eine große Überraschung sorgte laut Penzbergs Sprecher auch Marvin Bertram, der über 800 Meter in der Altersklasse U 18 die Bronzemedaille gewann. Viel überraschender als die Medaille war für ihn aber seine Zeit. „Dass ich unter zwei Minuten laufen können würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, berichtete der 17-jährige Penzberger, der mit 1:59,81 Minuten seine bisherige Bestzeit um drei Sekunden unterbot. In einem spannenden Dreikampf an der Spitze musste er Julian Öchsl (LG Telis Finanz Regensburg) und Maximilian Berger (TuS Bad Aibling) den Vortritt lassen. Etwas mehr als drei Sekunden nach Bertram überquerte auch Luk Jäger die Ziellinie, der mit 2:03,12 Minuten Fünfter wurde und ebenfalls eine neue Bestzeit aufstellte.

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