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In diesem Moment ist Gold weg: Sharon Müller stürzt im 400-Meter-Hürdenlauf an der vorletzten Hürde. Auf die Zielgerade war sie mit großem Vorsprung eingebogen.

Leichtathletik: Bayerische Meisterschaften

Sturz verhindert sicheres Gold für Müller

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Sharon Müller war bei den bayerischen Meisterschaften in Erding der große Pechvogel. Sie stürzte über 400 Meter Hürden kurz vor dem Ziel und verlor dadurch die sicher geglaubte Goldmedaille.

Erding – Wer geglaubt hatte, dass der erste Tag der bayerischen Meisterschaften für den TSV Penzberg schon dramatisch genug war, wurde am zweiten Tag in Erding eines Besseren belehrt. Den Anfang machte Sharon Müller, die die sicher geglaubte Goldmedaille über 400 Meter Hürden an der vorletzten Hürde verlor, als sie in diese hineinstürzte. „Auf einmal wurde mir schwarz vor Augen. Ich weiß nicht genau, was in diesem Moment passiert ist“, berichtete die 26-jährige Lenggrieserin. Sie kam zu Fall, konnte sich aber mit den Händen soweit an der Hürde abfangen, dass sie nur leichte Prellungen und Schürfwunden erlitt. „Für einen kurzen Moment dachte ich, dass ich aufstehen und weiterlaufen sollte, doch da waren die anderen bereits an mir vorbeigezogen“, so Müller.

Zum Zeitpunkt ihres Sturzes hatte sie 20 Meter Vorsprung auf die Konkurrenz und lag souverän auf Goldkurs. Es wäre der erste bayerischen Meistertitel bei den Erwachsenen für Müller gewesen. Außerdem war sie auf besten Wege, die Qualifikationsnorm für die deutschen Meisterschaften zu erfüllen. „Vielleicht war das Tempo einfach zu flott, denn so schnell ist Sharon noch die ersten 300 Meter bei einem 400-Meter-Hürden-Rennen gelaufen“, mutmaßte Trainer Markus Brennauer. Kurz nach ihrem Fauxpas konnte sie aber schon wieder lächeln und als Zuschauerin die weiteren Wettkämpfe verfolgen.

Dabei sah sie, wie sich ihr Vereinskollege Andreas Kölbl über 400 Meter Hürden mit 54,02 Sekunden nur Mario Saur (MTV Ingolstadt) geschlagen geben musste und Silber gewann. Mit dem zweiten Platz und seiner Zeit war der 23-jährige Sindelsdorfer allerdings nicht zufrieden: „Heute war die letzte Möglichkeit, mich für die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Leider hat das aber nicht geklappt. Irgendwie hatte ich heute keine Kraft und habe nicht so recht ins Rennen gefunden.“ Immerhin aber war er motiviert genug, einige Stunden später beim Stadtlauf Wolfratshausen anzutreten, wo er mit 17:38 Minuten den 5-Kilometer-Lauf für sich entschied.

Raffieu Deen Johnson holte nach seinem zweiten Platz über 100 Meter auch über die 200 Meter Silber. Dabei erreichte er mit 22,18 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit. Damit war er trotzdem chancenlos gegen Nicolai Trageser (LG Stadtwerke München), der schier über die Tartanbahn in Erding flog und mit großem Vorsprung gewann (21,30). In der ersten Hälfte des Rennens versuchte der Penzberger, seinem Münchner Konkurrenten zu folgen – was ihm auch gelang. „Auf den zweiten 100 Metern war Nicolai eindeutig zu stark für mich. Trotzdem bin ich sehr zufrieden“, beurteilte Johnson seinen Auftritt.

Gleich zweimal Edelmetall gab es für den TSV Penzberg über die 1500 Meter bei der männlichen Jugend U 18. In einem extrem spannenden Rennen setzte sich Luk Jäger (16) im Schlussspurt mit 0,04 Sekunden Vorsprung vor seinem Vereinskameraden Marvin Bertram durch. Nachdem am Vortag über 800 Meter noch Bertram die Nase vorn hatte, revanchierte sich der um ein Jahr jüngere Jäger (4:15,49 Minuten). Gold ging an Paul Feurerer vom 1. FC Passau (4:12,29).

Einen Hundertstelsekunden-Krimi erlebte Trainerin Melanie Jäger auch bei ihrem älteren Sohn Nick, dem bei den Männern über 1500 Meter 0,06 Sekunden zu Bronze fehlten. Mit 3:58,49 Minuten musste er sich wie bereits zwei Wochen zuvor an selber Stelle bei den süddeutschen Meisterschaften Hiob Gebisso (TG Viktoria Augsburg) geschlagen geben, der Dritter wurde. In einem laut Brennauer „taktischen Rennen“ war auch der Rückstand zur Silbermedaille (0,42 Sekunden) gering. Nur Hallen-WM-Teilnehmer und A-Kader-Athlet Clemens Bleistein (LG Stadtwerke München) konnte sich mit 3:56,02 Minuten auf der letzten Runde etwas absetzen. Der 18-jährige Jäger hatte kurzfristig gemeinsam mit seiner Trainerin entschieden, nicht in seiner eigentlichen Altersklasse, der männlichen Jugend U 20, sondern bei den Männern zu starten. „Wir wollten, dass sich Nick in einem starken Feld behaupten muss. Natürlich hätte er in der U 20 souverän den Titel gewonnen, doch im Hinblick auf die deutschen Meisterschaften wollten wir nochmal ein schnelles Rennen haben, um seine Form zu testen“, so die Erklärung der TSV-Trainerin. Im selben Rennen steigerte sich auch ihr zweiter Schützling Lucas Herbeck. Nach der 5000-Meter-Silbermedaille vom Vortag belegte er mit neuer persönlicher Bestzeit von 4:08,94 Minuten Rang zwölf. Platz. Einen Doppelstart am zweiten Tag der Meisterschaft wagte Michaela Kölbl, die über 400m Hürden mit 66,04 Sekunden den 5. Platz in der Altersklasse U18 belegte. Über 100 Meter Hürden schied sie im Vorlauf aus (15,95 Sekunden).

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