Vielseitigkeitsreiterin Lena Setzwein und „Atlantic Breath of Life“ auf der Geländestrecke beim CCIP-Zwei-Sterne-Turnier in Wahldorf-Liepe.
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Anspruchsvoller Parcours: Lena Setzwein und „Atlantic Breath of Life“ auf der Geländestrecke beim CCIP-Zwei-Sterne-Turnier in Wahldorf-Liepe.

REITEN: Vielseitigkeit

Lena Setzwein und ihr beachtliches DM-Debüt

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Zum ersten Mal durfte Lena Setzwein an einer deutschen Meisterschaft teilnehmen. In Brandenburg ging es um den Vielseitigkeitstitel bei den Ponyreitern. Setzwein machte ihre Sache gut und war am Ende zweitbeste Bayerin.

Polling – Ihr Ergebnis wusste Vielseitigkeitsreiterin Lena Setzwein durchaus angemessen einzuschätzen. Eine Platzierung, das heißt, einen Rang im vorderen Drittel des Teilnehmerfeldes, hatte die 16-Jährige beim Wettkampf in Wahldorf-Liepe (Brandenburg) zwar verfehlt – dennoch sprach sie von einem „tollen Erlebnis“. Zum Abschluss ihrer Zeit bei den Ponyreitern hatte sich die Pollingerin erstmals für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Das bedeutete auch: Sie und ihre neunjährige Connemara-Stute „Atlantic Breath of Life“ traten auf einem für sie ungewohnten Niveau an. Eine CCIP2*-L-Prüfung hatte das Duo noch nicht absolviert.

Vielseitigkeit: Lena setzwein erstmals für die DM der Ponyreiter qualifiziert

So gesehen war es eben schon ein Erfolg, dass Setzwein und ihr Pferd, das sie (mit Reitlehrern) selbst ausgebildet hat, die Prüfung beendeten. Während eines dreitägigen Turniers kann auch immer viel passieren. Neben Dressur, Gelände und Springen warten – um des Tierwohls willen – auch immer noch sogenannte Vet-Checks durch Tierärzte. Letztlich landeten Setzwein und „Atlantic Breath of Life“ auf dem 18. Rang (81,0 Punkte) unter 42 Teilnehmern. Für eine Schleife wäre ein Platz unter den Top-15 nötig gewesen. „Ich bin mit unserem Abschneiden sehr zufrieden. ,Atlantic‘ hat alles gegeben“, sagte die Reiterin des „RFV Weilheimer Pferdefreunde“.

In der Dressur brachte ein Verstolpern während des „starken Schritts“ das Duo aus dem Rhythmus. Da diese Lektion doppelt gewichtet wird, waren die Punktabzüge groß. Nach der ersten Disziplin stand der 31. Platz zu Buche. Der Geländeritt „würfelte dann am nächsten Tag die Reihenfolge deutlich durcheinander“, so eine Mitteilung. Auf dem knapp 3,5 Kilometer langen Kurs mit 23 Hindernissen (27 Sprünge) schieden insgesamt 17 Paare aus. Die Geländestrecke „war von den technischen Anforderungen fordernd, aber fair angelegt, für Ponys sehr anspruchsvoll“. Unter anderem ging es zweimal durchs Wasser, der Kurs führte über Feld und durch Wald, es gab Hindernisse in Senken und am Hang. Setzwein und „Atlantic Breath of Life“ waren flott unterwegs, mussten aber an einer Kombination einen „Vorbeiläufer“ hinnehmen, was 20 Strafpunkte bedeutete. Als Zehntschnellste blieben sie elf Sekunden über der Richtzeit. In der Gesamtwertung schob sich das Duo auf den 18. Rang.

Vielseitigkeit: Lena Setzwein bei DM zweitbeste Reiterin aus Bayern

Vor dem Springen war jedoch schon klar, dass nur unter günstigsten Umständen (fehlerloser Ritt und Patzer der Konkurrenz) ein Top-15-Rang möglich wäre. In der dritten Disziplin mussten Setzwein und ihr Pferd dem kräftezehrenden Geländeritt Tribut zollen, was vier Abwürfe zur Folge hatte. Immerhin: Das Duo verteidigte den 18. Rang, da auch die direkte Konkurrenz nicht fehlerlos ritt. „In der Dressur hätten wir ohne den Fehler sicher eine höhere Wertnote erzielen und somit einen besseren Ausgangspunkt gehabt“, sagte die Reiterin. „Der Fehler im Gelände hat dann eben den Ausschlag gegeben, dass es nicht mehr zu einer Platzierung gereicht hat. Ich bin trotzdem sehr glücklich.“

Setzwein war hinter Nicola Miller (11. Platz) beste bayerische Reiterin. Ronja Schmittfull und Sophia Frank waren jeweils im Gelände ausgeschieden. Den Meistertitel holte Jule Krüger (RV Rehagen-Hamburg) mit „Steendiek’s Max Edition“ (27,2). Die 16-Jährige war noch mit zwei weiteren Pferden am Start und holte die Ränge zwei und fünf. DM-Silber gewann Linn Zepke (RFV Gustav-Rau Westbevern).  

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