Triathlet Lukas Krämer beim Mitteldsitanz-Wettkampf 2021 in München.
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Mit Volldampf voraus: Beim Mitteldistanz-Triathlon in Oberschleißheim lieferte Lukas Krämer eine feine Leistung ab und gewann mit 3:37:44 Stunden für insgesamt 102,9 Kilometer die Gesamtwertung. Auf dem Rad und beim Laufen schaffte er jeweils die zweitbeste Splitzeit.

TRIATHLON

Lukas Krämer ist wieder obenauf

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
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Triathlet Lukas Krämer hat in der jüngeren Vergangenheit sportlich einige Rückschläge hinnehmen müssen. Davon ließ sich der Peißenberger nicht entmutigen. Jüngst gelangen ihm zwei Siege.

Peißenberg – Es ist ja nicht so, dass Lukas Krämer einen drögen Beruf hätte. Als Feuerwehrmann in München hat er bei seinen Schichten die unterschiedlichsten Aufgaben und Einsätze zu meistern. Das hält den 37-Jährigen aber nicht davon ab, zusätzlich Neues anzugehen. Der Peißenberger absolviert derzeit einen Lehrgang zum Feuerwehrtaucher. Dafür ist er von der Innenstadt an die „Feuerwache 6“ nach Pasing gewechselt, an der diese Spezialkräfte ihr Aus- und Fortbildungszentrum haben.

Die Arbeit der Taucher „hat mich immer interessiert“, sagt Krämer. Und nach zehn Jahren in der Innenstadt „ist es eine Abwechslung“. Um überhaupt die Chance auf einen Platz im Lehrgang zu haben, musste sich Krämer einem Auswahlverfahren unterziehen, das er entsprechend bestanden hat. Nun ja, an seiner körperlichen Eignung dürfte von vornherein kein Zweifel bestanden haben. Denn Krämer gehört hierzulande zu den Top-Triathleten; offiziell gilt er sogar als Profi, auch wenn er weiterhin bei der Feuerwehr arbeitet (seine Arbeitszeit liegt bei 70 Prozent des normalen Dienstes). Und auch auf dem sportlichen Gebiet wagt der Peißenberger immer wieder Neues, was ihm quasi ein Comeback nach einigen Rückschlägen bescherte.

Lukas Krämer: Erst Sieg in Erding, dann Sieg in Oberschleißheim

So gewann Krämer den Sprint in Erding und siegte auf der Mitteldistanz in Oberschleißheim. Beide Wettkämpfe dienten „zum Experimentieren und Testen“. Das Resultat stellt Krämer zufrieden: „Scheinbar sind wir nicht auf dem ganz falschen Weg“, sagt er mit einem Schmunzeln. Das Wort „wir“ fällt beim zweifachen Age-Group-Sieger von Hawaii (2014 und 2016) ziemlich oft. Zu einem Triathleten gehört auch immer ein Umfeld mit Familie, Betreuern, Trainern. Eine große Rolle spielt für Krämer die „Sportschule FFB-Puch“. Mit diesem Fitness-Unternehmen arbeitet er seit gut eineinhalb Jahren zusammen. Auslöser war der misslungene Auftritt bei der Ironman-WM 2019 auf Hawaii: Krämer erlebte auf der Strecke einen körperlichen Einbruch, kam als letzter Profi ins Ziel. Danach „habe ich vieles umgestellt“. In Puch fand er passende Partner; die holten ihn aus einem Motivationsloch und sorgten mit Physiotherapie und einem speziell zugeschnittenen Krafttrainingsprogramm dafür, dass Krämer seine körperlichen und muskulären Probleme, die ihn oft ausgebremst hatten, in den Griff bekam. „Die haben einen super Job gemacht.“

Mit Volldampf voraus: Beim Mitteldistanz-Triathlon in Oberschleißheim lieferte Lukas Krämer eine feine Leistung ab und gewann mit 3:37:44 Stunden für insgesamt 102,9 Kilometer die Gesamtwertung. Auf dem Rad und beim Laufen schaffte er jeweils die zweitbeste Splitzeit.

Besonders zufrieden war er mit dem Mitteldistanz-Auftritt in Oberschleißheim. Was die Wattwerte auf dem Rad und das Laufen betrifft, lief es „so, wie wir uns das vorgestellt haben“. Die 1,9 Kilometer Schwimmen im Wasser der Regattaanlage absolvierte Krämer in 26:21 Minuten. „Eine der besten Zeiten, die ich je geschwommen bin“, so lautete sein zufriedenes Fazit. Die 80 Kilometer auf dem Rad spulten die Teilnehmer auf der Strecke direkt am rechteckigen Bassin ab – 16 Runden galt es zu absolvieren. Mit 1:48:13 Stunden legte Krämer die zweitbeste Zeit aller Athleten hin. Der Halbmarathon führte dann über Schotterwege und welliges Terrain. „Es war eigentlich ein Crosslauf“, berichtete Krämer. Insgesamt sieben Runden waren zu absolvieren. Nach zwei Umläufen hatte der Peißenberger Konkurrent Sebastian Mahr (SC Delphin Ingolstadt) überholt; er stieg später aus. Nach fünf Runden ließ er auch Markus Hörmann (WSV Bad Tölz) hinter sich. Schon als er Hörmann in Sichtweite hatte, wusste Krämer, dass er in der Gesamtwertung vorn lag. Wegen der Corona-Beschränkungen waren die Athleten in Abständen auf die Strecke geschickt worden – es zählte also für jeden die Nettozeit. Krämer war nach den hoch gehandelten Mahr und Hörmann gestartet. Mit 1:20:39 Stunden war der Peißenberger im Laufen deutlich schneller als der Gesamtzweite Hörmann (1:21:59), der als schnellster Schwimmer (25:39) geglänzt hatte.

Um sein Training besser steuern zu können, benutzt Krämer auch moderne Technik – dazu gehören Geräte, die den Blutzuckerspiegel und die Sauerstoff-Sättigung im Oberschenkel messen. Letzteres Gerät schnallte sich Krämer beim Wettkampf in Erding um. „Ein paar Infos haben wir schon ausgelesen. Aber hauptsächlich sind wir noch im Datensammeln“, sagt der 37-Jährige. Für den Einsatz der Technik entschied sich Krämer, nachdem es bei seinem Saisonstart, dem Ironman in Tulsa (USA) im Mai, nicht wie gewünscht gelaufen war. Es war der erste Wettkampf nach 20 Monaten (Corona-)Pause. Das für ihn katastrophale Resultat „hat uns negativ überrascht und für Ratlosigkeit gesorgt“. Die jüngsten Ergebnisse sorgten nun für Erleichterung und Zuversicht. Zuletzt überzeugte Krämer beim Schongau-Triathlon. Mit dem Tri-Team Schongau landete er in der Regionalliga auf Platz drei, im Einzel wurde er Vierter. „Mega-happy“ war Krämer mit dem Resultat. Witterungsbedingt gab es nur einen Duathlon. Die direkte Konkurrenz aus Kempten hatte aufgrund ihrer Laufstärke einen klaren Vorteil.

Die weitere Saisonplanung ist noch nicht in Stein gemeißelt. Ein oder zwei Liga-Auftritte möchte Krämer mit dem Tri-Team noch bestreiten. Zum einen haben die Sprint-Wettkämpfe einen guten Trainingseffekt, zum anderen „ist es mit den Jungs immer lustig“. Im Herbst soll eine Langdistanz auf dem Programm stehen. Möglich wären Roth und Nizza – an beiden Orten war er schon erfolgreich.

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