Turner Manuel Förster (hier ein Archivfoto) bei einer Bodenübung in der Jahnhalle Weilheim.
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Am Boden lief es diesmal nicht rund: Manuel Förster (hier ein Archivfoto) stürzte auf der letzten Akro-Bahn.

Turnen: 2. Bundesliga

Manuel Försters Achterbahnfahrt: Erst ein Sturz, dann ein Lächeln

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Es läuft gut für „Exquisa Oberbayern“: Die Turnriege holte in der 2. Liga ihren zweiten Sieg. Der Weilheimer Manuel Förster erlebte bei diesem Wettkampf Licht und Schatten.

Landkreis – Was Manuel Förster genau sagte, war nicht zu eruieren. Aber den Mundbewegungen des Weilheimers zufolge war es eher nichts Druckreifes. Der Gesichtsausdruck sprach ohnehin Bände: Förster war mächtig angefressen. Das letzte Element seiner Bodenübung war dem Turner von „Exquisa Oberbayern“ missraten. Den doppelten Salto mit Schraube konnte er nicht stehen, Förster musste sich regelrecht abrollen. „Den Käfer machen“ nennen das die Turner.

Exquisa Oberbayern: Klarer Sieg gegen KTV Ries

Ärgerlich für Förster – denn bis dahin hatte er eine starke Übung mit nur wenigen Wacklern gezeigt. Das Missgeschick wusste der Gegner vom KTV Ries zu nutzen, drei Scorepunkte holten die Gäste. Doch der Weilheimer ist mittlerweile so erfahren, dass ihn ein Patzer nicht aus dem Gleichgewicht bringt. Am Ende des Zweitliga-Wettkampfs hatte er am „Königsgerät“ Reck noch einen Einsatz. Und da lieferte er eine blitzsaubere Vorstellung ab. Das Flugelement Markelev turnte er ebenso elegant wie die Adlerschwünge und und die Endo-Grätsche. Als Abgang zeigte der 24-Jährige einen Doppelsalto mit einer ganzen Längsachsendrehung; den setzte er sicher „in den Stand“. Manuel Förster ballte jubelnd die Faust und lächelte – der Patzer vom Boden war vergessen. Da der Gegner in der darauffolgenden Übung einige Schwierigkeiten hatte, sammelte der Weilheimer satte fünf Scorepunkte. Freuen durfte sich am Ende auch die gesamte Riege.

Exquisa Oberbayern: Manuel Förster holt am Reck fünf Punkte

Mit 65:20 Punkten gewannen die Oberbayern gegen die Gäste aus Nördlingen deutlich. An allen sechs Geräten hatte „Exquisa“ die Nase vorn. Knapp war es lediglich an den Ringen (9:8). Am Boden (11:3) und am Reck (10:4), wo Förster turnte, waren die Verhältnisse eindeutig. Durch den Erfolg ist die „Exquisa“-Truppe in der Staffel B der 2. Bundesliga Süd nun alleiniger Tabellenführer. Der dritte und damit letzte Wettkampf hätte am 14. November gegen die noch sieglose TG Allgäu stattfinden sollen. Doch aufgrund des jüngst beschlossenen Lockdowns fällt der Kampf aus. Wie es mit der Saison weitergeht, ist noch unklar. Die Deutsche Turnliga will erst alle Verordnungen der Behörden prüfen und dann möglichst bald „eine Entscheidung herbeiführen, ob ein Festhalten am Ligabetrieb im Jahr 2020 noch sinnvoll ist“, sagte Präsident Jens-Uwe Kunze.

Das Coronavirus spielte beim Wettkampf des TSV Buttenwiesen in der Staffel A eine entscheidende Rolle. Das Team, in dem die Peitinger Fabian Ullrich und Moritz Kraus turnen, kam kampflos zu einem Sieg, da der VfL Kirchheim kurzfristig nicht anreisen konnte. Ein Turner der Gäste hatte sich auf Anweisung des Gesundheitsamtes in Quarantäne begeben müssen. Um nichts zu riskieren, reisten die Kirchheimer erst gar nicht an. Der TSV Buttenwiesen ist nun Tabellenzweiter.

Um ihren Fans in der Halle doch noch Turnsport zu bieten, bildeten die Buttenwiesener zwei Mini-Teams, die gegeneinander in einem Show-Wettkampf antraten. Highlights seien die Weltklasseleistungen der beiden ukarinischen Athleten Oleksandr Petrenko und Yevgen Yudenkov gewesen, vermeldeten die Gastgeber. Ein VfL-Turner mischte auch mit: Der Stuttgarter Stefan Payer hatte nicht mitbekommen, dass sein Team abgesagt hat, und war alleine nach Buttenwiesen gefahren. Da er nicht mit dem in Quarantäne stehenden Sportler trainiert, konnte er antreten.

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