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Manuel Förster sorgt für Jubel in der Jahnhalle

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Von: Paul Hopp

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Sauber geturnt: Der Weilheimer Manuel Förster überzeugte nicht nur am Reck, sondern auch am Boden und am Barren und holte zehn Score-Punkte für „Exquisa Oberbayern“. foto: gro
Sauber geturnt: Der Weilheimer Manuel Förster überzeugte nicht nur am Reck, sondern auch am Boden und am Barren und holte zehn Score-Punkte für „Exquisa Oberbayern“. © Gronau

Weilheim - Perfekter Auftakt für „Exquisa Oberbayern“: Das Team besiegte die TG Allgäu mit 75:16. Lokalmatador Manuel Förster holte zehn Scorepunkte.

 Hallensprecher Uli Ernst hatte gerade eine Frage und hielt Manuel Förster das Mikro hin. Die Antwort des 19-Jährigen ging jedoch im Jubel der Fans unter. Auf der Leinwand im Hintergrund war soeben das Ergebnis seines Duells am Reck eingeblendet worden. Fünf Score-Punkte hatte der Weilheimer geholt. Damit war klar: Der Youngster hatte insgesamt zweistellig gepunktet. Mit zehn Zählern war der Lokalmatador am Ende viertbester Scorer seines Teams.

Das Ergebnis freute Manuel Förster sichtlich. „Es ist einfach top gelaufen“, sagte er. In der gesamten vergangenen Saison hatte der Weilheimer, der demnächst ein Lehramtsstudium beginnt, vier Punkte erzielt. Zweistellig hatte er schon einmal gepunktet. „Aber das war noch in der 3. Liga“, sagte Förster.

Der Lokalmatador hatte am Samstagabend in der Jahnhalle ausreichend Gelegenheiten, sein Können zu zeigen; an drei Geräten kam er zum Einsatz. Am Boden war er zweiter Turner seiner Mannschaft. Eine etwaige Nervosität war ihm nicht anzumerken. Sicher und ohne größere Wackler turnte Förster seine Übung. Die Doppelschraube am Schluss setzte er bombensicher in den Stand. Sein Gegner, Martin Hagner, hatte zwar in seiner Übung einen höheren Schwierigkeitswert, doch ein Sturz und weitere Wackler ließen Förster siegen. Mit 4:0 fiel das Ergebnis deutlich aus.

Apropos deutlich: Die „Exquisa“-Riege ließ von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer als Sieger die Halle verlassen würde. Nach dem Boden führten die Gastgeber schon mit 17:0. Am Seitpferd (13:3), an den Ringen (9:6) und am Sprung (12:3) baute der amtierende Vizemeister die Führung noch weiter aus. Angesichts des klaren Vorsprungs durfte Manuel Förster am Barren ran. „Da haben wir taktiert“, erklärte der 19-Jährige. „Wir konnten damit auch unsere Leute schonen.“ Als der Weilheimer ans Gerät ging, stand es 4:4. Mit einem eleganten und erneut sehr sauberen Auftritt entschied Förster das Duell mit Stefan Haydn mit 1:0 für sich – dieses Gerät hatte die „Exquisa“-Riege also mit 5:4 gewonnen. Förster habe am Barren „seinen Job sehr gut gemacht“, lobte Team-Kapitän Sebastian Mirz.

Vor dem Reck stand der Sieg der „Exquisa“-Truppe schon fest. An dem Gerät, an dem er in der vergangenen Saison vornehmlich zum Einsatz gekommen war, gelang Förster dann noch einmal eine sehr gute Vorstellung. Als Flugteil zeigte er den Adler in Verbindung mit einem Ell-Griff. „Das ist ganz ekelhaft“, sagte Förster mit verschmitztem Lächeln. Weitere Übungsteile waren Stalder-Grätsche und Endo-Umschwung. Den geplanten Doppelsalto gestreckt zeigte der Weilheimer „nur“ in der gebückten Version. „Da hat es zum Schluss an der Kondition gefehlt“, gab sich Förster entwaffnend ehrlich. Im Vergleich zu seinem Kontrahenten, Jürgen Hartner, hatte der Weilheimer eine höhere Schwierigkeit – und turnte auch sauberer. Daher am Ende der deutliche Unterschied von 5:0.

Auch wenn der dreistündige Wettkampf insgesamt nur wenig Spannung bot – „Exquisa“ war einfach zu überlegen –, so lieferte das Treiben in der Jahnhalle doch beste Unterhaltung. Was die Top-Turner der Oberbayern, der Ungar Bank Selmeczi, Jakob Glück und der deutsche Jugendmeister Felix Remuta (17) in einzelnen Übungen zeigten, war einfach klasse. Der Holzkirchener Remuta glänzte unter anderem am Boden mit einem absolut sicher gestandenen Doppeltwist. Am Barren demonstrierte er beim Abgang einen Doppelsalto, der in der gezeigten Ausführung als F-Teil (schwierigstes Element) gilt. Selmeczi freute sich sichtlich über seine Reck-Übung, die er mit einem Doppelsalto gestreckt samt Schraube beendete. Dass Turnen Risiko-Sportart ist, wurde auch deutlich: TG-Allgäu-Turner Martin Hartner stürzte am Reck sowohl bei der Tkatchev-Grätsche als auch beim Dreifachsalto-Abgang spektakulär, blieb zum Glück aber unverletzt.

Der Abteilungsleiter der Weilheimer Turner, Klaus Förster, war mit dem Verlauf des Wettkampfes zufrieden – und das nicht nur, weil sein Sohn fleißig punktete. Zu der Kulisse von rund 200 Zuschauern sagte Klaus Förster: „Das passt schon.“

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