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Das schnellste Frauen-Team bei der DM: (v.l.) Eva Haberl, Anja Scherl (sie wurde auch Einzel-Meisterin) und die Iffeldorferin Mikki Heiß vor dem Start.

Leichtathletik

Marathon-Größe Mikki Heiß: Nach dem Zieldurchlauf eine Klettertour

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Mit zwei Medaillen und einer Top-Zeit kehrte Mikki Heiß von der Marathon-DM zurück. Dass die Iffeldorferin dort überhaupt startete, war eher einem Zufall geschuldet.

Düsseldorf – Zuversicht sieht anders aus. „Jetzt laufe ich mal einen 4er-Schnitt und schaue, wann es mich zerlegt“, frotzelte Mikki Heiß unmittelbar vor dem Start. Ihre Trainingsleistungen waren gut, aber so richtig wusste die Iffeldorferin nicht, was sie davon halten soll: „Ich bin seit drei Jahren nie länger als 35 Kilometer gelaufen.“ Daher war sie sich nicht sicher, ob sie einen Schnitt von vier Minuten pro Kilometer würde durchhalten können. Doch dann zeigte Heiß, dass der Marathon einfach ihre Strecke ist. Die 44-Jährige lief die 42,195 Kilometer durch Düsseldorf in genau 2:48:10 Stunden, was einer Kilometerzeit von 3:59 Minuten bzw. einem Tempo von 15,05 km/h entspricht. „Wenn die Straßenwalze rollt....“, sagte Heiß schmunzelnd.

Mit ihrer Zeit mischte die Gymnasiallehrerin bei der Marathon-DM in Düsseldorf unter den Besten mit. Stolz war sie vor allem auf den siebten Platz in der nationalen Wertung. Denn zwölf Frauen waren mit einer besseren Zeit auf der Meldeliste gestanden. „Alles um Platz 13 herum wäre schon ein Erfolg gewesen“, so Heiß. Doch die Mutter einer Tochter übertrumpfte diverse Top-Läuferinnen.

Mikki Heiß: Nach dem Zieldurchlauf über eine Absperrung 

Und sie musste dafür nicht einmal an ihre Grenzen gehen. Auf der Strecke „musste ich nie gegen etwas groß ankämpfen“, berichtete Heiß. Mit Hinweis auf ihr Alter versicherte sie: „Mich bis aufs Letzte zu verausgaben, das kriege ich eh nicht mehr hin.“ So konnte sie im Ziel auch gleich über eine Absperrung klettern und zu Moderator Artur Schmidt laufen, „den ich auch schon seit 20 Jahren kenne“.

Groß war bei Heiß die Freude darüber, dass sie mit der LG Telis Finanz Regensburg Gold im Team-Wettbewerb der Frauen abräumte. Überraschend hatte Spitzenläuferin Anja Scherl am Vorabend nachgemeldet – die LG hatte damit die erforderliche Mindestzahl von drei Läuferinnen beieinander. Scherl (2:32:55) sorgte als Siegerin der DM-Wertung und als Gesamtsiegerin des internationalen Marathons für einen Paukenschlag. Dritte im Bunde war Eva Haberl (2:59:49). Auf das zweitplatzierte Team, den LAC Olympia 88 Berlin, hatten die Regensburgerinnen über 42 Minuten Vorsprung. Für Heiß war es der mittlerweile neunte DM-Titel mit dem Team. 1998 hatte sie das erste Mal Gold gewonnen, heuer läuft sie seit 25 Jahren Marathon.

Mikki Heiß: Düsseldorf war nur die zweite Wahl 

Das Kapitel „deutsche Meisterschaft“ hatte die Iffeldorferin eigentlich schon längst abgehakt. Meisterschaften „müssen nicht mehr sein“, hatte sie 2014 gesagt, nachdem sie in München (hinter der Huglfingerin Steffi Volke) zum zweiten Mal in ihrer Karriere Einzel-Silber gewonnen hatte. Dass sie nun doch wieder bei einer DM antrat, hatte „eher pragmatische Gründe“, so Heiß. Mit Vereinskollegin Haberl (38) wollte Heiß im Frühjahr einen Marathon bestreiten. Ursprüngliches Ziel war Hamburg; der Lauf dort fand parallel zur DM statt. Doch Haberl konnte den Start in Düsseldorf gleich mit einer anstehenden Geschäftsreise verbinden. So disponierte das Duo um – und Heiß stockte ihr DM-Medaillenkonto auf. Neben Team-Gold erreichte sie nämlich in der Altersklasse W-45 hinter Sandra Morchner (Laufteam Kassel/2:46:32) die Silbermedaille. Eine Plakette, die Heiß zwar freute, aber auf die sie nicht ihr absolutes Augenmerk gelegt hatte.

Mikki Heiß: Fieberhafte Suche nach der Trinkflasche 

Apropos Augen: Die musste Heiß an zwei Verpflegungsstationen ordentlich anstrengen, um ihre Trinkflasche zu finden: „Ich war da wirklich gestanden und habe gesucht.“ So gingen diverse Sekunden vorbei. Beim zweiten Mal, ungefähr bei Kilometer 30, als sie ihre Flasche suchte, verlor Heiß den direkten Kontakt zu Nicole Möbius (TSG Heilbronn), mit der sie lange gelaufen war. Als die spätere Sechstplatzierte dann das Tempo verschärfte, konnte Heiß die Lücke nicht mehr schließen. Die Sache mit den Trinkflaschen bezeichnete Heiß als „Schönheitsfehler“. Schmälern konnte sie den Top-Auftritt nicht.

Marathon-DM: Rückner überrascht von Platz acht

Eine beachtliche Leistung in Düsseldorf zeigte Stefan Rückner. Der Athlet des TSV Penzberg belegte in der DM-Wertung bei seinem Marathon-Debüt mit 3:04:57 Stunden den achten Platz. Von der guten Platzierung war er überrascht. Bis Kilometer 29 lag Rückner voll auf Kurs für eine Zeit von unter drei Stunden, „doch dann wurden die Beine immer schwerer“, so der TSV Penzberg in einer Mitteilung. Dennoch war Rückner absolut zufrieden und stolz auf sein erstes Marathonfinish.

Der in der Region bekannte Klaus Mannweiler (TSV Wolfratshausen) gewann mit 2:42:134 Stunden in der M-50 die Bronzemedaille. Ebenfalls Dritte, und zwar in der W-50-Klasse, wurde die Lenggrieserin Amanda Reiter (PTSV Rosenheim), die nach 3:07:40 Stunden die Ziellinie überquerte.

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Mikki Heiß siegt im Olympiapark - Gut drauf waren die Athleten aus der Region bei diversen Silvesterläufen. In München war die Iffeldorferin Mikki Heiß die Beste - und das ganz klar.

Mikki Heiß gewinnt Marathon in Regensburg - Beim Marathon in der Domstadt war die Iffeldorferin nicht zu schlagen.

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