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Bereit fürs Debüt: Mathias Mayr (Mi.) mit Freundin Laura und Lukas Krämer in Tempe (Arizona).
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Auf den letzten Metern: Mathias Mayr beim „Ironman Arizona“.
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Training mit einem Profi: Mit Lukas Krämer (l.) bereitete sich Mathias Mayr in Tucson auf sein Triathlon-Debüt vor. 

Ironman in Arizona

Mayrs Triathlon-Glanzstück mit Aha-Effekt

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Zum Triathlon-Debüt einen Ironman – Mathias Mayr platzierte sich in Arizona unter den Besten und lernte, wie schwierig der Beruf „Profisportler“ ist.

Eberfing – An den ganz großen Höhepunkt, das Überqueren der Ziellinie im Tempe Beach Park (Arizona), „kann ich mich gar nicht so erinnern“, sagt Mathias Mayr. Nun war es nicht so, dass der Eberfinger völlig ausgepumpt war, vielmehr stürzten einfach zu viele Emotionen auf ihn ein – und dann übernimmt halt das Unterbewusstsein. Das Geschehen davor kann Mayr noch bestens rekapitulieren, obwohl das, was er abgeliefert hatte, eigentlich unwirklich war.

Zum ersten Mal stellte sich der 38-Jährige der Herausforderung „Triathlon“ – und dann nahm er gleich einen Ironman (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen) in Angriff. Mayr, der als Langstrecken-Läufer früher schon sehr ambitioniert war (unter anderem gewann er mehrmals bei den „Hapfelmeier“-Läufen), wollte aber nicht nur einfach durchkommen, sondern hatte sich eine Zeit um die 9:15 Stunden zum Ziel gesetzt. Die unterbot er sogar, mit hervorragenden 9:08:35 Stunden belegte er den 35. Gesamtplatz, war zehntbester Amateur und wurde Sechster in der Altersklasse „35-39“.

Ohne die Unterstützung seines Freundes, Triathlon-Profi Lukas Krämer, und dessen Trainer Christian Manunzio wäre das „so nicht möglich gewesen“, betont Mayr. Mit Krämer, der sich auf den „Ironman Argentina“ vorbereitete (wir berichteten), hielt Mayr ein gut sechswöchiges Trainingslager in Tucson (Arizona) ab. Und das war „sehr aufschlussreich“.

Bis dato hatte der 38-Jährige, der bei der „Telekom“ in leitender Position arbeitet, zwischen zwölf bis 15 Stunden pro Woche trainiert. Nun steigerte er sein Pensum auf das Doppelte. „Das war körperlich und mental heftig“, sagt Mayr. Hinzu kam: Anders als in von professionellen Anbietern organisierten Trainingslagern mussten sich Mayr und Krämer um Unterkunft, Trainingsmöglichkeiten und Essen komplett selbst kümmern. „Das habe ich mir im Vorfeld einen Tick einfacher vorgestellt.“

Wer Sport so leidenschaftlich betreibt wie Mayr, der träumt auch mal von einer Profi-Laufbahn. Für den Eberfinger hatte das Trainingslager so gesehen etwas Befreiendes: „Im Kopf habe ich damit endgültig abgeschlossen.“ Mayrs Erkenntnis nach dem Trip mit Krämer lautet: „Freizeitsport hat absolut nichts mit Profisport zu tun. Du richtest jeden Tag nur darauf aus, dein Training zu schaffen. Auf Dauer wäre das nichts für mich.“

Gleichwohl war Krämers akribische Art für Mayr von Vorteil. In den Tagen vor dem „Ironman Arizona“ bestand der Profi darauf, dass sein Freund immer wieder den kompletten Wettkampf im Kopf durchgeht und auch eventuelle Pannen-Szenarien durchspielt. Am Ende „habe ich gewusst, was ich mache, wenn ich eine Trinkflasche verliere oder eine Reifenpanne habe“, so Mayr. Das half: An der Startlinie „war ich gar nicht so nervös“.

Der Beginn war alles andere als spaßig, denn die Lufttemperatur in der Früh lag unter zehn Grad Celsius, die Wassertemperatur betrug auch nur 16 Grad. Mayr wurde schnell klar, „dass ich im Wasser keine Glanzzeit abliefern werde“. Mit 1:07:52 Stunden lag er dennoch nur fünf Minuten über der anvisierten Zeit. Problematisch waren dann die ersten zehn Kilometer auf dem Rad. Vor Kälte „habe ich richtiggehend geschlottert, ich konnte die Trinkflasche nicht greifen“. In der zweiten von drei Radrunden „ging es dann bergauf“, so Mayr. Es wurde wärmer, zudem bekam er moralische Unterstützung von Lukas Krämer und Mayrs Freundin Laura Kade (sie war zum Wettkampf angereist), die sich so günstig postiert hatten, dass er sie pro Runde gleich zweimal passierte. Das Duo versorgte ihn auch mit Informationen zum Stand im Rennen. Die dritte Runde auf dem Rad „war richtig super“, berichtet Mayr. Den Radpart hatte er in 4:50:10 Stunden absolviert, dabei im Schnitt 210 Watt getreten. „So etwas durchzuhalten, konnte ich mir davor nicht vorstellen, aber im Wettkampf geht das“, so der Eberfinger.

Der Übergang vom Radfahren zum Laufen bereitete Mayr keinerlei Probleme. Er lief gleich viel zu schnell los. Zum Glück standen nach ein paar hundert Metern Krämer und Kade am Straßenrand und bremsten ihn regelrecht ein. Die Kilometer-Zeit von 4:20 Minuten, die ursprünglich vereinbart war, „hat gereicht, um ständig Leute zu überholen“, so Mayr. Das Gefühl dabei „war der Wahnsinn. Da fühlt sich alles locker an.“ Als der Ironman-Debütant nach der erste Runde am Ziel vorbeikam und die Halbmarathon-Marke passierte, „war das ein sehr emotionaler Moment“. Er wusste, er würde finishen. Obwohl er womöglich zulegen hätte können, blieb Mayr bei seinem Tempo: „Ich wollte den Tag nicht mehr gefährden.“ Auf den letzten drei, leicht abschüssigen Kilometern, gab Mayr dann noch einmal Gas – „es hat sich angefühlt wie Fliegen“. Den Marathon lief er in 3:03:47 Stunden.

Dass er nur ganz knapp die Qualifikation für Hawaii 2019 verpasst hatte, „ist überhaupt nicht schade“. Gleich beim Debüt einen Hawaii-Slot zu ergattern, „wäre wohl too much gewesen“, so Mayr. Für ihn ist klar: „Es wird nicht der letzte Ironman gewesen sein.“ Die Neun-Stunden-Marke zu unterbieten, „ist absolut möglich“. Er weiß aber auch: So ein Ziel ist nicht im vorbeigehen zu erreichen: „Man muss alles darauf ausrichten.“

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