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Nagl strafversetzt und dennoch Erster

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Von: Paul Hopp

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Motocross-Star Max Nagl hat seine Ausnahmestellung bei den ADAC-MX-Masters untermauert. In Mölln gewann der Weilheimer, obwohl er strafversetzt wurde.

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1 / 3Siegerehrung mit Sohn: Max Nagl (Mi.) nahm zum offiziellen Foto Filius Mason mit, der etwas skeptisch dreinblickte. Tageszweiter in Mölln wurde Ken De Dycker (links), den dritten Platz belegte Nathan Renkens. ADAC Motorsport
Maximilian Nagl
2 / 3Maximilian Nagl dominierte in Mölln das Geschehen. © ADAC Motorsport / Steve Bauerschmidt
Maximilian Nagl
3 / 3Maximilian Nagl war bereits beim MX-Masters-Auftakt in Fürstlich Drehna der Tagesbeste. © ADAC Motorsport / Steve Bauerschmidt

Weilheim – Max Nagl räumte den Fehler sofort ein und nahm die Strafe klaglos hin. Der TM-Werksfahrer hatte im ersten Wertungslauf beim MX-Masters in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem Zweikampf mit Henry Jacobi kurz die Strecke verlassen, was ihm in der Situation einen Vorteil einbrachte. Nagl fuhr als Erster über die Ziellinie, wurde dann aber von den Kommissären um einen Platz nach hinten versetzt. „Die Entscheidung der Rennleitung ist nachvollziehbar und akzeptabel“, wird der Weilheimer in einer ADAC-Mitteilung zitiert. „Es ist nicht absichtlich passiert, sondern war dem engen Zweikampf geschuldet.“

Trotz allem erwies sich Nagl – wie schon beim Auftakt in Fürstlich Drehna – als klar der beste Fahrer im Feld. Im Qualifying-Rennen holte sich der Vize-Weltmeister von 2009 und WM-Dritte von 2016 den ersten Platz. Damit durfte er sich als Erster seinen Startplatz aussuchen. Im ersten Wertungslauf missglückte Nagl der Start, nach der ersten Runde lag er lediglich an der 13. Stelle. Doch dann überholte er einen Fahrer nach dem anderen. In der elften von 18 Runden lag er hinter dem zu diesem Zeitpunkt führenden Jacobi, im drittletzten Umlauf kam es dann zu dem schon erwähnten Überholmanöver.

Im zweiten Lauf dominierte Nagl völlig das Geschehen. Er war Schnellster am Start, gewann den „holeshot“ (Erster nach der ersten Kurve) und baute in der Folge seine Führung immer weiter aus. Mit knapp 30 Sekunden Vorsprung fuhr er als Sieger über die Ziellinie. „Es gab nur noch einmal eine Schrecksekunde, weil sich eine Halterung am Schalldämpfer gelöst hatte und merkwürdige Geräusche verursacht hat“, berichtete der TM-Pilot. „Aber letztlich war das kein großes Problem.“ Mit 47 Punkten war er der Konkurrenz deutlich voraus. Platz zwei in der Tageswertung ging an den belgischen Routinier Ken de Dycker (34 Punkte), Dritter wurde der Belgier Nathan Renkens (33) vor dem punktgleichen Jacobi. In der Meisterschaftswertung liegt Nagl (97 Zähler) nach zwei von sieben Veranstaltungen klar vor Jacobi (77) und dem Belgier Jeffrey Dewulf (66). Der Weilheimer nutzt die ADAC-MX-Masters auch, um sein Motorrad (ein Prototyp) für die WM weiterzuentwickeln.

Beim jüngsten Grand-Prix in Teutschenthal (Sachsen-Anhalt) hatte der 30-Jährige eine gute Leistung geboten. Vor rund 30 000 Zuschauern sammelte Nagl 22 Punkte für die WM-Wertung und landete in der Tageswertung der MXGP-Klasse auf Rang neun. Vor allem im zweiten Lauf sorgte der TM-Fahrer mit zahlreichen Überholmanövern für Aufsehen. Beeindruckt war der Weilheimer von den heimischen Fans: „Ein großer Dank an alle Zuschauer, die für eine so tolle Kulisse im Talkessel gesorgt haben“, sagte Nagl. Am Wochenende 2./3. Juni steigt in Matterley Basin der Grand-Prix von Großbritannien. Es ist der Auftakt zu drei WM-Rennen binnen drei Wochen.

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