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Bekannter Münchner Verein dominiert beim Stundenteamlauf in Obersöchering

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Von: Paul Hopp

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Taktisches Laufen? Nicht in Obersöchering! Vom Start weg gaben die Teilnehmer beim Studenteamlauf  Vollgas.
Taktisches Laufen? Nicht in Obersöchering! Vom Start weg gaben die Teilnehmer Vollgas. Vorn links Jan Halberstát, der mit Felix Luckner am Ende den Tagessieg holte. Mit der Startnummer 150 ist Peter Vogt (Rottenbuch) zu sehen, ein paar Meter dahinter Jürgen Schöbel (Nummer 144), der zusammen mit Mikki Heiß lief. © Roland Halmel

Nach zwei Jahren Corona-Pause feierte der Stundenteamlauf ein Comeback. Die Veranstaltung des SV Söchering zog heuer besonders viele Topläufer aus der Landeshauptstadt an.

Obersöchering – Womöglich hätte Jan Halberstát mit seinem Laufpartner Felix Luckner sogar noch den Allzeit-Rekord packen können – hätte er die etwa an der Hälfte des Rundkurses postierten Kinder und Jugendlichen völlig ignoriert. Doch der für die LG Stadtwerke München laufende Student aus Tschechien war dermaßen beeindruckt von der lautstarken Unterstützung am Streckenrand, dass er regelmäßig ein paar Sekündchen für die Fans investierte: „Da musstest du mit denen einfach abklatschen“, so Halber˘stát. Die Atmosphäre, befand der 24-jährige Wahl-Münchner, „war supercool – so wie bei einem ganz großen Rennen“.

Bayerischer 5000-Meter-Meister in Obersöchering am Start

Die 28 Runden (gelaufen in 1:00:42 Stunden), mit denen Halberstát und Luckner beim 26. Stundenteamlauf in Obersöchering die Tageswertung auf dem 700-Meter-Kurs gewannen, waren auf alle Fälle das beste Resultat der vergangenen Auflagen. Norman Feiler/André Green schafften vor 13 Jahren mal 29 Runden; seinerzeit war die Schleife mit Start und Ziel an der Alpenstraße aber auch um ein paar Meter kürzer. Als „schön abwechslungsreich“ befand Luckner den Kurs, der auch eine Steigung und ein längeres Stück Wiese umfasst. Für ihn war der Wettkampf nicht zuletzt „ein gutes Training“. Und er fügte lächelnd hinzu: „Es war viel besser als auf der Bahn.“

Luckner, im Hauptberuf Wirtschaftsjurist, läuft für die LG Stadtwerke München, gehört dort der auf Mittelstrecke spezialisierten Leistungsgruppe „08/10K“ (gesprochen: Null Acht Zehn Ka) an und ist amtierender bayerischer Meister über die 5000 Meter. Den Titel holte er 2021 in Erding mit 15:02,98 Minuten. Pro Woche absolviert er sechs Trainingseinheiten. Zuletzt war er lange verletzt, hatte außerdem Corona. Seiner Form war’s offenbar nicht abträglich. Er und Halberstát spulten ihre Runden konstant zwischen 2:10 und 2:12 Minuten ab.

Podest der Schüler weiblich: Elena Stadler und Sophie Huber (Mi./SV Söchering) gewannen vor Vanessa Vogt und Magdalena Lex (li./TSV Rottenbuch) sowie Lisa Bocksberger und Lara Dürr (SV Söchering).
Podest der Schüler weiblich: Elena Stadler und Sophie Huber (Mi./SV Söchering) gewannen vor Vanessa Vogt und Magdalena Lex (li./TSV Rottenbuch) sowie Lisa Bocksberger und Lara Dürr (SV Söchering). © SV Söchering

Die größten Konkurrenten kamen aus dem eigenen LG-Lager. Johannes Grupp/Grégoire Varillon kamen auch auf 28 Runden, für die sie aber 1:01:33 Stunden benötigten. Die Wettkampfzeit beim Stundenteamlauf beträgt exakt 60 Minuten, eine angefangene Runde darf aber zu Ende gelaufen werden. Nach gut einer halben Stunde betrug der Abstand zwischen den Topteams rund 20 Sekunde und es schien, als sollten Grupp/Varillon näher kommen können. Am Schluss waren die Verhältnisse klar. Als bestes Team aus der Region taten sich Peter Vogt und Stefan Fichtl (Team Schönegger Käse Alm) hervor: Mit 27 Runden (1:01:41) belegte die Rottenbuch-Hohenfurch-Connection den vierten Gesamtplatz.

87 Teams am Start - SV Söchering zufrieden mit Beteiligung

Das Niveau ganz vorn war beachtlich. Kleines Beispiel: In der Oldies-Klasse (die Einteilung erfolgt nach dem Gesamtalter beider Läufer) musste sich Lauf-Koryphäe Klaus Mannweiler (Wolfratshausen) mit Sebastian Birzle (Geretsried) mit Rang zwei (26 Runden/1:00:54) zufrieden geben. Es gewann das LG-Stadtwerke-Duo Georg Kinateder/Robert Hess mit 27 Runden. Apropos „Oldies“: Den Altersrekord für den Stundenteamlauf hat nun ganz klar Otmar Nejtek inne. Der Sportler vom SC Moosham ist 80 Jahre alt. Mit Schwiegersohn Uwe Franke (51) kam er auf 17 Runden. Die Mixed-Wertung gewannen die Iffeldorferin Mikki Heiß und Jürgen Schöbel. Beide spulten 24 Runden ab – genau so viel wie bei ihrer letzten Teilnahme 2018, als sie Zweite wurden. Heuer, im Regen, benötigten Heiß/Schöbel eineinhalb Minuten länger.

Ihre gelaufenen Runden dokumentieren die Teilnehmer auf bereitgelegten Zetteln selbst. „Kreuzerl machen nicht vergessen“ ist eines der geflügelten Wörter beim Stundenteamlauf. Die Auswertung der Zettel erfolgt seit einigen Jahren hochmodern: mit einem Barcode-Leser. Eine regelrechte Punktlandung in Sachen „Rundenzahl“ schafften Manfred Weichart/Johannes Braun. Die „Kornkreisläufer Raisting“ hatten am Ende 20 Umrundungen auf dem Konto. „Wenn jeder von uns zehn schaffen würde, wäre es schön“, hatte Weichart während des Rennens gesagt. Er sprach das aus, was viele Athleten dachten: „Endlich ist mal wieder so eine Veranstaltung.“

Comeback für den Stundenteamlauf nach Corona

Zweimal (2020/2021) hatte Corona dafür gesorgt, dass der Stundenteamlauf abgesagt werden musste. Das Comeback war für die Ski-Lauf-Rad-Abteilung schon auch eine Herausforderung. „Es hat ein bisserl ein Anschieben gebraucht“, sagte Spartenchef Hubert Schmid. Doch am Ende klappten die Abläufe wie gewohnt. „Wir haben alle nötigen Requisiten gefunden“, sagte Schmid mit einem Schmunzeln. Kurz vor dem Wettkampf tauchte dann sogar noch das Start-Ziel-Banner auf, das schon verloren geglaubt war. Mit dem Wetter hatte der SV Söchering Glück: Zwar tröpfelte es, aber von Sturm oder gar Gewitter blieb die Veranstaltung verschont.

Kräfteraubend: Im Hauptlauf geht’s auch über eine Wiese, rechts im Bild Manfred Weichart aus Raisting. Halmel
Kräfteraubend: Im Hauptlauf geht’s auch über eine Wiese, rechts im Bild Manfred Weichart aus Raisting. © Roland Halmel

Mit der Zahl von 87 Zweier-Teams waren die Organisatoren zufrieden. „Nach zwei Jahren Pause ist das super“, sagte Streckensprecher Martin Blum. Bei der letzten Auflage vor der Pandemie, 2019, waren 96 Teams gekommen.

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Bei den Minis und Schülern waren heuer insgesamt 102 Teilnehmer am Start. Die 51 Teams lieferten sich auf einer 300-Meter-Runde eine heiße Jagd. Von der Laufgruppe des ASV Habach waren zahlreiche Mädchen und Buben gekommen. Aber auch der TSV Rottenbuch und das Tri-Team Schongau hatten diverse Youngster am Start. Die Gastgeber boten 27 Teams auf.

Bei den Minis kamen drei Teams auf jeweils 17 Runden. Die beste Zeit erreichten Simon Vogt/Tobias Lex (TSV Rottenbuch) mit 20:55 Minuten knapp vor Mathilde/Holzer Valentin Fels (SC Moosham/20:58) und Eva Kennerknecht/Hanna Weißbach (SV Söchering/21:06). Bei den Schülern (Laufzeit 30 Minuten) glänzten Johanna Hofsäss (SC Moosham) und der Penzberger Maxi Rath (LG Oberland) mit 29 Runden.

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