Maximilian Nagl beim ADAC-MX-Masters in Tensfeld 2021
+
Top in Tensfeld: Max Nagl holte sich auch beim zweiten Event der ADAC-MX-Masters-Serie den Tagessieg in der Königsklasse.

MOTORSPORT: ADAC-MX-Masters in Tensfeld

Max Nagl: Stotternder Motor sorgt für Schreckmoment

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
    schließen

Max Nagl ist bei den ADAC-MX-Masters derzeit das Maß der Dinge. In Tensfeld feierte der Routinier aus Weilheim den Tagessieg. Der hing aber zwischenzeitlich am seidenen Faden.

Tensfeld – Ausgerechnet im Jubiläumsrennen stotterte bei Max Nagl der Motor. Als der Motocross-Profi aus Weilheim vor dem dritten Wertungslauf beim ADAC-MX-Masters in Tensfeld (Schleswig-Holstein) am Startgatter stand, ging plötzlich seine „Husqvarna“ aus. Nagl schaffte zwar, die Maschine in Gang zu setzen, „sie hat aber nur geblubbert“. Als die große Hatz losging, „konnte ich nicht richtig Gas geben“.

Der Favorit rechnete schon damit, aufgeben zu müssen – und das im 250. Rennen der Serie. Nach zwei Runden allerdings „war das Problem einfach weg“, berichtete Nagl. So konnte er eine Aufholjagd starten. Angesichts der Schwierigkeiten zu Beginn „bin ich umso mehr happy darüber, dass es zum zweiten Platz und zum Gesamtsieg gereicht hat“, sagte er bei der Siegerehrung.

Max Nagl liegt in der MX-Masters-Serie klar voraus

Viermal Erster, einmal Zweiter – so sieht die Bilanz von Max Nagl nach zwei Veranstaltungen aus. In der Gesamtwertung der Masters-Klasse liegt er schon 33 Punkte vor Tixier. Am vergangenen Wochenende in Tensfeld geriet vor allem der zweite Wertungslauf zu einer regelrechten Machtdemonstration. Nagl holte sich den „holeshot“, das heißt, er ging als Erster aus der ersten Kurve, und baute den Vorsprung danach ruckzuck aus. Nach ein paar Momenten hatte er auf Tixier schon fünf Sekunden herausgefahren. In der Folge düste Nagl scheinbar mühelos über die anspruchsvolle Sandstrecke. Am Ende hatte der Fahrer vom „Krettek-Haas-Racing-Team“ satte 17 Sekunden Vorsprung. „Respekt, Max. Respekt“, sagte der spürbar beeindruckte Moderator des Livestreams. Der ADAC hatte, da an der Strecke keine Zuschauer zugelassen waren, eine Online-Übertragung eingerichtet.

Der Triumphator selbst verneinte, dass er in der Rennserie unterfordert ist. „Es schaut vielleicht einfach aus, ist es aber nicht“, betonte er nach dem Sieg im zweiten Wertungslauf. Nach einer für ihn „schwierigen Woche“, in der er nicht trainieren konnte, reichte es im Qualifying nur zum achten Startplatz. Im ersten Wertungslauf, ausgefahren am Samstag, lag Nagl zunächst an dritter Stelle. Etwa zur Hälfte des Rennens (25 Minuten plus zwei Runden) übernahm er die Spitze. Am Ende kam ihm Tixier bedrohlich nahe, ehe der Franzose zwei Minuten vor Schluss beim Überholen eines überrundeten Fahrers kurz zu Boden ging und so keine Chance mehr hatte. „Ich musste ganz schön kämpfen“, sagte Nagl.

Auch im Sand obenauf: Max Nagl sammelte in Tensfeld 72 Punkte und führt nun souverän die MX-Masters-Gesamtwertung an.

Am Abend ließ er die Stoßdämpfer wechseln – eine Aktion, „die man am Rennwochenende für gewöhnlich nicht macht“, wie Nagl erklärte. Das Risiko zahlte sich aus: Nagl kam tags darauf im zweiten Wertungslauf bestens mit seiner Maschine zurecht, was sich im klaren Start-Ziel-Sieg widerspiegelte. Der dritte Wertungslauf zeigte schließlich, dass die Konkurrenz stets lauert, wenn es beim ehemaligen Vize-Weltmeister und WM-Dritten von 2016 mal hakelt. Der Weilheimer ging als Dritter aus der ersten Kurve und hatte in der Folge mit seinem Motorrad und den vor ihm liegenden Fahrern zu kämpfen. Holeshot-Sieger Tixier war da schon zu weit enteilt. Der Franzose – im zweiten Wertungslauf nach einem missachteten Flaggensignal nachträglich disqualifiziert – ließ danach keinen Zweifel am Laufsieg aufkommen, auch wenn er in der letzten Runde kurz zu Boden ging.

In Tensfeld war auch Youngster Valentin Kees am Start. In den Nachwuchsrennen um den „MX Junior Cup 125“ fuhr der KTM-Pilot aus Schwabniederhofen einmal in die Punkte. Im dritten Wertungslauf belegte der 16-Jährige vom „Kosak Racing Team“ den 15. Platz. Nach gutem Start mischte er einige Zeit ganz vorn mit, lag an der fünften Stelle. In der zweiten Rennhälfte musste Kees einige Fahrer passieren lassen. Als die letzten zwei Runden anstanden, war er immer noch Zehnter, verlor dann noch fünf Ränge. Ein beachtlicher Auftritt im internationalen Feld war es allemal.

Eine Woche davor hatte Kees bei den Rennen zur deutschen Meisterschaft in Schweighausen (Schwarzwald) in der 125er-Klasse mit den Rängen zwei und eins die Tageswertung gewonnen. „Wieder zurück im Renngeschehen“, vermeldete Kees zufrieden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare