Everesting Söchering
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Bereit für große Taten: Die Laufgruppe des SV Söchering kurz vor dem Start ihrer Everest-Challenge. Nur kurz fürs Foto rückten die Sportler so eng zusammen. Stehend die Trainer Andreas Kohlhund (li.) und Julia Nebl (re.) sowie Schiedsrichterin Martina Grabmeir (Zweite von re.).
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen. Am Wendepunkt unten wurden sie von Eltern, Geschwistern und Fans angefeuert.
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Bitte ein Kreuzerl machen: Oben am Berg dokumentierten die Läufer ihre soeben absolvierte Runde.
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen.
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen.
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen. Im Bild Korbinian Soyer.
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen.
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Knackiger Anstieg: Im Schnitt 13 Prozent steil ist die Straße, auf der die Athleten rauf und runter liefen.

Laufsport

Everesting-Challenge: SV Söchering schießt weit übers Ziel hinaus

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Das Laufteam des SV Söchering hat sich an eine Everesting-Challenge gewagt. 40 Kinder und Jugendliche nahmen an der speziellen Herausforderung teil - und übertrafen ihr Ziel bei Weitem.

Obersöchering – Ganz am Schluss muss auch ein Korbinian Soyer richtig beißen. Die meiste Zeit über war der 16-Jährige ohne sichtbare Anstrengung die steile Teerstraße nach oben und unten gelaufen. Doch nun ist das Gesicht schmerzverzerrt. „Eine Minute noch“, schallt es von oben durch den Wald. Die Runde will Soyer unbedingt noch beenden – er kämpft, gibt alles und schafft es auch. Stolze 28 Runden hat Soyer binnen 60 Minuten absolviert. Er ist damit der „Bergkönig“ beim „Everesting“ des SV Söchering. Als Sieger dürfen sich aber alle der 40 Kinder und Jugendlichen fühlen, die mitgelaufen sind.

Denn die Athleten im Alter zwischen sechs und 18 Jahren haben ihr Ziel, die Höhenmeter des Mount Everest (8848 Meter) zusammenzubekommen, mehr als nur erreicht. Auf insgesamt 16.214 Höhenmeter kam die Laufgruppe – das ist 1,8 Mal die Höhe des berühmtesten Bergs der Welt. Als die Zahl im Zielbereich verkündet wird, brandet Jubel unter Athleten, Eltern und Geschwistern auf. „Weltrekord“, rufen einige Kinder.

Everesting: SV Söchering  schafft über 16.000 Höhenmeter

Eine offizielle Bestmarke ist es zwar nicht, aber eine stolze Leistung allemal. Und mit ziemlicher Sicherheit gehören die Söcheringer zu den Jüngsten, die ein „Everesting“ bislang in Angriff genommen haben. Das Trainerteam hatte sich eine spezielle Herausforderung für die Laufgruppe des Klubs überlegt. Die Corona-Pandemie hatte ein gemeinsames Training lange verhindert. Die Athleten wurden zwar mit Trainingsplänen und „Hausaufgaben“ versorgt, doch derlei ersetzt eben nicht Wettkämpfe, die in der Region allesamt abgesagt wurden. Irgendwie kam dann der Gedanke auf, es mit einem „Everesting“ zu probieren; am Dienstagabend war es nun so weit. Für ihre Schützlinge stellten die Trainer eigene Regeln auf: Gelaufen wird als Team (nicht einzeln) und nur 60 Minuten (gewöhnlich gibt es kein Zeitlimit).

Everesting: Anstieg mit 13 Prozent ausgewählt

Einen passenden Anstieg hatten die Laufsportler auch zur Hand: ein Stück Straße zwischen Untersöchering und Eberfing. Auf 170 Metern Länge ergeben sich dort 22 Höhenmeter, das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 13 Prozent. Die Gemeinde gab ihr „Okay“, dass der Weg für den Wettbewerb gesperrt werden durfte. Auf personalisierten Zetteln machten die Athleten oben am Hügel nach jeder geschafften Runde ein Kreuz. So wurden die Höhenmeter ermittelt. Über den ordnungsgemäßen Ablauf wachte Martina Grabmeir als Schiedsrichterin. Die Trainer achteten auch darauf, dass die Kinder sich vor und nach dem Wettkampf nicht zu nahe kamen. Der Kontakt zu den Zuschauern wurde ebenfalls begrenzt – Corona spielt eben weiter eine Rolle.

Everesting: Trainer sind stolz auf ihre Läufer

Alle waren fleißig bei der Sache. Während die Älteren ein konstantes Tempo für die einstündige Bergauf-Bergab-Reise bevorzugten, wählten die Jüngsten oftmals eine Stop-and-Go-Taktik. Da gab es Zwischensprints am Berg zu bewundern, gefolgt von Gehpassagen inklusive eines Plauschs mit dem Freund oder der Freundin. Manch Youngster, der auf dem Weg nach oben noch „Ich kann nicht mehr“ stöhnte, war nur Sekunden später schon wieder flott unterwegs. Eltern, Geschwister und sonstige Fans, die sich am Anstieg und an der Wendemarke am tiefsten Punkt postiert hatten, fungierten als „Antreiber“ – freilich im positiven Sinne.

Everesting: 43 Athleten starten für den SV Söchering

So kam das gesamte Team inklusive dreier Trainer binnen 60 Minuten auf 737 Runden. „Ich bin wirklich stolz auf die tolle Teamleistung und den Zusammenhalt der Kinder“, sagte Coach Julia Nebl, die selbst mitlief. „Wir hatten eine super Stimmung“, freute sich Trainerkollege Andreas Kohlhund. Für die Bergläufer gab es nach getaner Arbeit eine Belohnung in Form von selbst gebackenen Kuchen.

Korbinian Soyer hatte da seine Erschöpfung längst wieder überwunden. Auf seinem Rundenzettel sind gerade einmal zwei der insgesamt 30 Felder frei geblieben. „Hinten raus ist es zach geworden“, sagte der U-18-Athlet fast entschuldigend. Fast 9,6 Kilometer war Soyer binnen einer Stunde gelaufen und hatte so 616 Höhenmeter absolviert. „Das passt. Ich bin auf alle Fälle zufrieden.“

Söcheringer Laufteam: Seit Jahren schon kümmert sich der SV Söchering um den Nachwuchs. Jeden Dienstag ist Training, gecoacht werden die etwa 50 Kinder und Jugendlichen von drei Trainern (Julia Nebl, Magdalena Soyer, Andreas Kohlhund) und einer Betreuerin (Martina Grabmeir). Regelmäßig nimmt das Team an Wettkämpfen in der Region teil, insbesondere an der „Raiffeisen Oberland Challenge“.

Stichwort Everesting: Das Everesting ist ein Trend unter Läufern und Radfahrern. Dabei geht es darum, so lange ohne Pause einen Hügel rauf und runter zu laufen oder zu fahren, bis die Höhenmeter des Mount Everest (8848 Meter) beisammen sind. Das erste Everesting absolvierte George Mallory 1994 in Australien auf dem Rad. Er tat das zum Andenken an seinen Großvater, der 1924 bei einer Everest-Expedition ums Leben gekommen war. 

Speziell für Läufer ist aus der Herausforderung ein eigener Sport geworden (www.everesting.cc). Im Landkreis unternahmen die Radsportler Rupert Palmberger und Jürgen Kreibich 2017 und 2018 eine Everest-Challenge am Hohen Peißenberg. Im Rahmen einer Benefizaktion sammelten beide damit Geld für die Haunersche Kinderklinik.

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