1 von 3
Blickfang: Josef Mayr (l.) und Martin Mayr liefen in bayerischem Outift – und schafften so beachtliche 16 Runden.
2 von 3
Top mit 27 Runden: Toni Lautenbacher (l.) und Tom Scheifl vom LC Tölzer Land siegten im Hauptlauf.
3 von 3
In der Wechselzone ging es eng zu: Bei den Minis (Alter beider Athleten zusammen bis 20 Jahre) gingen 31 Zweier-Teams an den Start. 20 Minuten lang waren sie auf einer 300-Meter-Runde unterwegs. 

Leichtathletik

Stunden-Teamlauf: Schnelle Sieger und ein Läufer mit Haferlschuhen 

  • schließen

Der 25. Söcheringer Stunden-Teamlauf war einer Jubiläumsveranstaltung würdig. Im Hauptlauf siegte ein Duo vom LC Tölzer Land. Ein Zweier-Team war unverkennbar bayerisch unterwegs.

Obersöchering – Selbst in höchstem Tempo hat Tom Scheifl noch das große Ganze im Kopf. „Kreuzerl“, zischt er über die Schulter seinem Kameraden Toni Lautenbacher zu, der Scheifl in der Wechselzone durch Abklatschen gerade auf die Reise geschickt hat. Wer beim Söcheringer Stunden-Teamlauf ganz vorn dabei sein will, muss eben nicht nur schnell laufen. Er muss auch daran denken, nach jedem Wechsel auf einer vorbereiteten Liste ein Kreuz zu machen – so werden die Runden gezählt. Denn darauf kommt es für die Zweier-Teams im Hauptlauf an: Möglichst oft binnen der 60 Minuten Wettkampfzeit die wellige 700-Meter-Runde durchs Dorf zu absolvieren.

Am Ende hätten Scheifl und Lautenbacher sogar ein Kreuzerl vergessen können – sie hätten auch so gewonnen. Mit 27 Runden und einer Zeit von 1:01:50 Stunden (nach Zielschluss darf die aktuelle Runde zu Ende gelaufen werden) gewann das Duo vom LC Tölzer Land. Beide gehören in der Region zu den Topläufern; bei der „Oberland Challenge“ sind sie regelmäßig vorn dabei. In Obersöchering feierten sie einen regelrechten Start-Ziel-Sieg. „Wir freuen uns. Es ist gut gelaufen“, sagte Lautenbacher.

Stunden-Teamlauf: Scheifl gewann schon 2012 

Er und Scheifl hatten sich vier Tage vor dem Wettkampf zusammengerufen und zu einem Start entschieden. Ein Lauf in der Nähe, der zudem auch gut organisiert sei – „da sind wir dabei, wenn es die Zeit erlaubt“, so Lautenbacher. Gern hätte er sich mit Teams vom TSV Penzberg duelliert, doch für Markus Brennauer & Co. hatten heuer andere Wettbewerbe Priorität. Lautenbacher sagte mit Blick auf die doch hohen Temperaturen: „So ganz kann man da seine Leistung nicht abrufen.“ Mit seinem feinen Laufstil und seinem Tempo sorgte der Athlet aus Benediktbeuern aber dennoch bei vielen Beobachtern am Streckenrand für ungläubiges Staunen. Scheifl, der auch nicht gerade langsam unterwegs war, sagte mit einem Lächeln: „Mit dem Toni hätte heute jeder gewonnen.“ Apropos „Gewinnen“: Scheifl stand schon einmal beim Söcheringer Stunden-Teamlauf ganz oben auf dem Podest: Im Jahr 2012 hatte er mit Erwin Matheis (lief heuer mit Florian Streidl) die meisten Runden erzielt.

Die Gastgeber vom SV Söchering freuten sich über ein großes Starterfeld. 96 Teams kamen in die Wertung; der Rekord (100 Teams im Jahr 2005) wurde nur knapp verfehlt. „Wir sind super-zufrieden“, sagte Abteilungsleiter Hubert Schmid. Allein im Hauptlauf gingen 46 Teams an den Start. „Das ist schon viel“, so Streckensprecher Martin Blum. Während der Wechsel gab es da schon das ein oder andere Gedränge.

Stunden-Teamlauf: Gebrüder Mayr in bayerischem Outfit 

Immer gut erkennbar war das Duo Josef und Martin Mayr aus Hohenkasten. Die Brüder liefen in bayerischem Outfit, mit Hut (wurde bei jedem Wechsel übergeben) und einem (Plastik-)Bierkrug. Josef Mayr hatte gar eine echte Lederhose angezogen und war mit Haferlschuhen unterwegs. „Mit denen ist es gut gegangen“, sagte er. Er hätte aber schon Turnschuhe in petto gehabt, verriet er. Mit ihrer Aktion wollten die Hohenkastener dem Lauf zu dessen Jubiläum eine besondere Reverenz erweisen. In den Anfangsjahren nahmen sie öfters am Stunden-Teamlauf teil. Damals seien im Vergleich viel mehr Breitensportler am Start gewesen, so Josef Mayr. In Erinnerung daran „wollten wir es auf die lockere Art machen“, sagte er. Von bloßer Comedy war das Duo aber weit entfernt: Beide schafften 16 Runden, was 11,2 Kilometern entspricht.

Stunden-Teamlauf: Vater und Sohn laufen 23 Runden 

Ein besonderes Duo, weil Vater-Sohn-Gespann, bildeten Josef Streicher (51) und Simon Streicher (11) vom TSV Peißenberg. Der Youngster „ist super gelaufen“, freute sich sein Vater. Zusammen kamen sie auf hervorragende 23 Runden. Der Wettkampf, der einem Intervalltraining gleicht, kommt Josef Streicher entgegen: „Immer eine gewisse Distanz Vollgas zu geben, das mag ich.“ Matthias Perfahl kam wenige Minuten vor dem Start wegen Verletzung die Laufpartnerin abhanden. Sohn Hannes Perfahl und Max Jahn (beide zuvor im Schülerlauf gestartet) sprangen als wechselnde Partner flugs ein.

Stunden-Teamlauf: Die Bilder vom Rennen

Extra zum Jubiläum durften die Trainer der Söcheringer Jugendläufer, Julia Nebl und Andreas Kohlhund, starten und mussten nicht beim Kampfgericht Dienst tun. Beide überzeugten als Dritte der Mixed-Klasse. Kohlhund feierte am Wettkampftag Geburtstag. „Ich habe mir extra 400 Leute eingeladen“, sagte er augenzwinkernd und deutete auf Läufer und Zuschauer. Einmal mehr wurde der Stunden-Teamlauf von zahlreichen Biathleten als Trainingseinheit genutzt. Sven Lohschmidt und Frederic Meßner (26 Runden/1:02:23) holten sich prompt den zweiten Gesamtplatz vor dem Mixed-Duo Susanne Feigl /Michael Scheumaier vom LC Tölzer Land (26/1:02:41).

Vor dem Hauptlauf waren die Minis und die Schüler auf einer 300 Meter-Runde an der Reihe. Bei den Schülern gewann die bayerische Top-Nachwuchsläuferin Julia Rath (Jg. 2004) mit ihrem Bruder Maximilian (Jg. 2009). Beide kamen binnen 31:08 Minuten auf 29 Runden. 

Auch das ist interessant:

Leichtathleten obenauf - Bei der oberbayerischen Meisterschaft mischten die Landkreis-Athleten ganz vorn mit. Sprinter Raffieu Deen Johnson holte dreimal Gold. Ein Sieger war aber bitter enttäuscht.

Beim Lieblingsrennen zur persönlichen Bestzeit - Maria Elisa Legelli ist begeisterte Sportlerin. Beim Halbmarathon in Würzburg schaffte sie nun ein starkes Ergebnis, auch, weil sie die Atmosphäre dort besonders gern mag.

Extremsport High Diving: Iris Schmidbauer in der Weltspitze - Bei ihren Wettkämpfen springt sie abwärts, und dennoch geht es für Iris Schmidbauer steil bergauf: Die Klippenspringerin aus Pähl hat sich an die Weltspitze herangeschoben.

Martin Blum Achter beim Koasa-Lauf - Zurzeit ist Hochsaison für die Skilangläufer: Beim Koasa-Lauf in Tirol zeigten sich zwei Athleten aus dem Landkreis am Wochenende gut in Form.

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Penzberg international: Jäger-Brüder mit Bestzeiten in Belgien und Italien
In ganz Europa unterwegs - und dann auch noch pfeilschnell. So präsentierten sich jüngst die Leichtathleten des TSV Penzberg. Ein besonderes Resultat erzielte Nick Jäger …
Penzberg international: Jäger-Brüder mit Bestzeiten in Belgien und Italien
Top-Ritt in Epfach: Amelie Hackauff freut sich über glatte 70 Prozent
Hochkarätige Dressurprüfungen waren beim Turnier in Epfach angeboten. Die Reiterinnen aus dem Landkreis mischten gut mit - besonders gut lief es für Amelie Hackauff.  
Top-Ritt in Epfach: Amelie Hackauff freut sich über glatte 70 Prozent
High Diving: Iris Schmidbauer fliegt zum historischen Sieg
Iris Schmdibauer ist in Topform: Die Klippenspringerin aus Pähl hat beim Wettkampf in Thun ihre Bestleistung erneut nach oben geschraubt - und einen ganz speziellen Sieg …
High Diving: Iris Schmidbauer fliegt zum historischen Sieg
Bayernpokal: Beerbohm in der Spirale-Übung unter den Besten
Große Konkurrenz herrschte beim Bayernpokal der Rhönradturner: Die Athleten des TSV Weilheim schreckte das nicht, sie holten einen kompletten Medaillensatz.
Bayernpokal: Beerbohm in der Spirale-Übung unter den Besten