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„Penzberg Panthers“ überraschen die Konkurrenz und sich selbst

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Von: Paul Hopp

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Spielsezne bei der Softball-DM in Köln 2022 mit den Penzberg Panthers am Schlag.
Zehn Spiele binnen zwei Tagen hatten die Teams bei der Softball-DM zu absolvieren. Das Foto zeigt eine Szene im Spiel der „Panthers“ gegen die „Berlin Hangarounds“. © Privat/Penzberg Panthers

Die „Penzberg Panthers“ haben ihre Feuertaufe bestanden. Bei der Softball-DM überzeugte das in kleiner Besetzung angereiste Team - das quasi unter falschem Namen spielte.

Köln/Penzberg – Der Mitarbeiter an der Tankstelle war ernsthaft besorgt. „Was habt ihr denn gemacht?“, so lautete die mitfühlende Frage. Gerichtet war sie an die Frauen und Männer der „Penzberg Panthers“, die auf dem Rückweg von Köln eine kurze Pause einlegten – und die Anstrengungen der zwei Wettkampftage davor nicht verbergen konnten. Alle waren „einfach so fertig“, berichtete Andreas Büchner, als Coach, Spieler und Organisator die treibende Kraft hinter dem Projekt „Baseball in Penzberg“.

Gleichsam erfüllte alle Beteiligten Stolz, denn sie hatten – mit einer Wildcard ausgestattet – bei der deutschen Meisterschaft im Slowpitch-Softball einen überzeugenden Auftritt hingelegt. Mit Platz sieben unter zwölf Mannschaften überraschten die „Panthers“ nicht nur die Konkurrenz, sondern auch sich. „Der Hammer“ sei das, was das Team erreicht habe, sagte Büchner.

Andreas Büchner vom Einsatzwillen begeistert

Eigentlich gibt es ja noch gar keine Mannschaft der „Penzberg Panthers“, zumindest keine, die in einer offiziellen Liga antritt. Büchner, der über eine langjährige Erfahrung in dem ur-amerikanischen Sport besitzt, hat vor Monaten den Stein in Sachen „Baseball“ in der Stadt ins Rollen gebracht. Mittlerweile kommen gut 60 Begeisterte aller Altersschichten regelmäßig zum Training zusammen. Noch sind die „Panthers“ keine TSV-Sparte, sondern der Volleyballabteilung angegliedert.

Der Truppe angeschlossen haben sich auch solche Frauen und Männer, die wegen der Firma „Roche“ ins Oberland gezogen, früher in anderen Klubs schon Base- oder Softball spielten. „Das Niveau ist regelrecht explodiert“, sagt Büchner über die „Panthers“. Da er wusste, dass die Penzberger durchaus konkurrenzfähig sein könnten, packte er zu, als sich die Chance einer DM-Teilnahme via Wildcard ergab.

Die „Penzberg Panthers“, die wegen nicht gelieferter Outfits in „Wizards“-Trikots antraten, freuten sich über ihren siebten Platz bei der Softball-DM und jubelten entsprechend.
Juhu, das Debüt als Mannschaft hat geklappt: Die „Penzberg Panthers“, die wegen nicht gelieferter Outfits in „Wizards“-Trikots antraten, freuten sich über ihren siebten Platz bei der Softball-DM und jubelten fürs Foto entsprechend. © Privat/Penzberg Panthers

Die Reise nach Köln traten die Penzberger mit viel Zuversicht, aber auch mit zwei Handicaps an. So konnten die Penzberger nicht, wie eigentlich vorgeschrieben, in dem für sie vorgesehenen Outfit antreten. Die allgegenwärtigen Lieferprobleme verhinderten, dass die vor geraumer Zeit bestellte Kleidung rechtzeitig ankam. So mussten die „Panthers“ als „Wizards“ antreten – Trikots mit entsprechendem Aufdruck hatte Büchner noch in petto. Per Sonderregelung durften die Penzberger also starten. Viel gewichtiger waren allerdings die Personalprobleme: Corona und Verletzungen hatten die Mannschaft stark dezimiert. Von ursprünglich 17 Frauen und Männern standen letztlich nur zwölf zur Verfügung. Angesichts des Spielplans mit zehn Partien in zwei Tagen „ein absolutes Rumpfteam“, so Büchner.

Siegesserie der „Panthers“ in der Platzierungsrunde

Und die Spieler mussten sich auch auf dem Feld erst zusammenfinden. Das erklärt letztlich auch die Bilanz am ersten Tag mit nur einem Sieg und vier Niederlagen. Die Teams der Gegner spielen hingegen zum Teil seit Jahren zusammen. Bitter war rückblickend die Niederlage gleich zum Auftakt. Da verloren die „Panthers“ trotz einer 11:0-Führung zur Halbzeit (die Spielzeit war zeitlich begrenzt) gegen die „Ubuntu Underdogs“ noch mit 11:13. Um das Ganze einzuordnen, wählte Büchner einen Vergleich: Der Vorsprung der Penzberger zur Pause war so, „als liegst du im Fußball mit 3:0 vorn“. Hätten die „Panthers“ in dieser Partie gewonnen, wären sie statt den „Underdogs“ in die Endrunde um den DM-Titel eingezogen. So mussten die Gäste aus Bayern als Fünfte ihrer Vorrundengruppe mit der Platzierungsrunde (Platz sieben bis zwölf) vorlieb nehmen.

„Ein bisschen was hat am Ende gefehlt“, so Büchner, der die Mannschaft zugleich lobte. Sie habe sich „in jedem Spiel gesteigert“. Mit die beste Leistung zeigten die Penzberger im Vorrundenduell mit dem späteren Vizemeister, den „Ladenburg Romans“, das knapp mit 2:5 verloren ging. Speziell die Verteidigung habe „richtig gut“ funktioniert. An der Performance im Angriff hingegen „haben wir noch zu arbeiten“, so der Coach. Was den Einsatzwillen angeht, ist Büchner von seinen Mitstreitern geradezu begeistert: „Alle haben gebrannt ohne Ende. Die Mannschaft hat Charakter.“

In der Platzierungsrunde kamen die „Panthers“ so richtig ins Rollen. Von fünf Partien gewannen sie vier. Im entscheidenden Match um Rang sieben gegen die „Berlin Donkeys“ setzten sich die Bayern mit 15:4 durch. Den DM-Titel holten sich die gastgebenden „UCE Travellers“ mit einem 22:18 über die „Romans“.

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