BMX-Rennen bei DM in Berlin mit Franziska Lengger vom MC Peißenberg.
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Starker Auftritt: Franziska Lengger (hier im Vorlauf in Führung liegend) setzte sich im Mellowpark in Berlin auch gegen ältere Konkurrentinnen gut in Szene. Bei den Juniorinnen war sie an diesem Tag die Beste.

BMX: Deutsche Meisterschaft in Berlin

Franziska Lengger landet im Mellow-Park einen BMX-Coup

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Lange waren wegen Corona gar keine BMX-Wettkämpfe möglich. Nun gingen in Berlin die deutschen Meisterschaften - in kleinem Kreis - über die Bühne. Franziska Lengger gelang dort ein Coup.

Berlin - Den Start in das Finale hatte Franziska Lengger noch verpatzt, doch dann legte die BMX-Fahrerin des MC Peißenberg los. Mit starken Antritten schob sie sich nach vorn. Auf der Zielgeraden bewies sie dann auch noch Durchsetzungsvermögen. In einem harten Fight und „mit einer geschickten Linienwahl“, wie es in einer Mitteilung heißt, überholte die Juniorin sogar noch ihre Dauerrivalin Julia Möhser (Cottbus), die mittlerweile in der Eliteklasse fährt. Als Gesamtdritte hinter Olympiateilnehmerin Nadja Pries (Erlangen) und Regula Runge (Erlangen) durfte Lengger jubeln: Sie hatte den deutschen Titel der Junioren gewonnen.

MC Peißenberg: Franziska Lengger holt Gold bei den Juniorinnen

Ursprünglich hätte die DM im Juli in Bispingen (Niedersachsen) über die Bühne gehen sollten. Doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. Anfang September ergab sich nun im Mellowpark in Berlin die Möglichkeit, die Titelkämpfe abzuhalten. Startberechtigt waren allerdings nur Sportler der Championship-Klassen „Junior“ und „Elite“. Damit die Fans aus dem Verein alles mitverfolgen konnten, richtete Jakob Lengger über facebook und Instagram einen regelrechten live-Stream ein.

Franziska Lengger trat als Junior-Fahrerin in einem gemischten Starterfeld mit den älteren Elite-Fahrerinnen an. „Die Vorläufe meisterte sie souverän“, berichtete MC-Sprecherin Simone Schaberl. Zweimal landete die MC-Fahrerin auf dem zweiten Platz – erst hinter Olympia-Teilnehmerin Pries, danach hinter Runge. Im dritten Vorlauf lieferte sich die Peißenbergerin ein Rad-an-Rad-Duell mit ihrer Dauerrivalin Möhser, die im Vorjahr deutsche Juniorenmeisterin geworden war. Auf der Zielgeraden musste sich Lengger geschlagen geben und wurde Dritte. Das Finale war damit erreicht. In der Juniorinnen-Wertung verwies Lengger Emma Kroll (Bielefeld) und Sydney Laureen van Wichelen (Buer-Westerholt) auf die weiteren Podestplätze.

MC Peißenberg: Gold-Coup Lenggers ist Lohn für harte Trainingsarbeit

Dem Titel liegt „konstante Trainingsarbeit in den letzten Jahren zugrunde“, lobte Schaberl. Seit zwei Jahren gehört Lengger, die heuer ihr Abitur abschloss, dem Bayernkader an. Das Training stimmte sie mit Landes-Coach Andreas Endlein und dem MC-Trainer, Vater Gerhard Lengger, ab. Die Goldmedaille ist für die Juniorin „die Krönung“, so Schaberl.

Vom MC Peißenberg war in Berlin auch David Rosenbaum (Junioren) am Start. Für ihn war allein der Kurs eine besondere Herausforderung. Denn die großen Sprünge der „Prosection“ – eine Sonderspur mit großen „Zwangssprüngen“ für die männlichen Championship-Klassen – stehen ihm weder auf seiner Heimbahn in Peißenberg noch auf anderen Bahnen in Bayern zum Training zur Verfügung. Rosenbaum meisterte die Herausforderung.

Stolz auf die Goldmedaille: Franziska Lengger holte sich in Berlin Gold bei den Juniorinnen. Das freute Vater und Coach Gerhard Lengger (links) sowie Landestrainer Andreas Endlein.

Im ersten Vorlauf wurde er Zweiter, nachdem er auf der Prosection gestürzten Fahrern ausgewichen war. In den weiteren Vorläufen überzeugte er als Dritter und Fünfter, zum Teil überholte er auf der Prosection im Sprung Konkurrenten. Auch Rosenbaum erreichte das Finale der besten Acht. Dort ließ er einen Fahrer hinter sich und schloss so die DM als Siebter ab. Die Medaillen gingen alle an Fahrer aus Baden-Württemberg; es gewann Pascal Brenzel vor David Szell und Toni Skrzypek. Bester Bayer war Miroslav Koch vom TuS Fürstenfeldbruck, der den vierten Platz belegte.

MC Peißenberg: Gastgeber für bayerische Meisterschaft am 19./20. September

Die BMX-Abteilung des MC Peißenberg ist am Wochenende 19./20. September Gastgeber der bayerischen Meisterschaften – „sofern es die Corona-Lage zulässt“, schränkt MC-Sprecherin Simone Schaberl ein. Zwei Tage lang kämpfen Fahrer aus unterschiedlichen Alters- und Leistungsklassen auf der BMX-Bahn auf der Alten Bergehalde um den Sieg. Auch dort gelten wegen Corona strenge Auflagen. Bis dato sind keine Zuschauer zugelassen. Womöglich könnte sich das durch die jüngste Entscheidung der Staatsregierung bezüglich Sportveranstaltungen noch ändern. Für alle, die mit den Racern mitfiebern wollen, wird jedoch ein Live-Stream eingerichtet. Infos zum Live-Stream werden rechtzeitig über die Facebook-Seite bzw. die Internetseite www.mc-peissenberg.de bekanntgegeben.

Schnuppertraining möglich: Für alle Neueinsteiger ist Schnuppertraining nach Vereinbarung möglich. „Wie das Ergebnis von Franziska Lengger zeigt, ist BMX-Race keinesfalls nur ein Sport für Jungs, auch Mädchen sind herzlich zum Training willkommen“, so die BMX-Sparte.

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