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Titel erfolgreich verteidigt: Alois Kriesmair (Mitte) vom KSV Peißenberg gewann die Goldmedaille vor Claus Findl (links, 2. Platz) und Thomas Leypold (3. Platz).
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Zwei Medaillen für den TSV Peißenberg: Stefanie Stoller (Mi.) holte Gold, Anneliese Gebhard gewann Bronze – für beide war es eine Überraschung. Links die Zweitplatzierte, Sabrina Kießlich. 

Kegeln

Sportkeglerin Stefanie Stoller erlebt bei Meisterschaft „schräge Situation“ 

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Bei der oberbayerischen Meisterschaft im Sprint waren die Landkreis-Kegler stark in Form. Für Stefanie Stoller ergab sich allerdings eine „schräge Situation“.

Peißenberg/Burghausen - Als es bei den Frauen in die K.o.-Runde ging, war Sportkeglerin Stefanie Stoller alles andere als zuversichtlich. „Ich hatte kein gutes Gefühl“, sagt die 26-Jährige. Die Plattenbahnen in Burghausen kamen ihrem Spielstil nicht entgegen. In der Qualifikation des Sprint-Wettbewerbs (2 x 20 Wurf) bei der oberbayerischen Meisterschaft hatte die Kreisklassen-Spielerin des TSV Peißenberg mit 170 Holz lediglich den neunten Platz unter 16 Teilnehmerinnen belegt. Vor der K.o.-Runde war Stoller klar, dass sie etwas ändern musste. Sie stellte sich also anders zu den Kegeln, was für Laien einfach klingt, in Wahrheit aber eine ziemlich diffizile Angelegenheit ist. Doch Stoller hatte Erfolg damit: Am Ende des Tages hatte sie die Goldmedaille um den Hals hängen – ihr erster Bezirkstitel im Erwachsenenbereich. Das Top-Ergebnis für den TSV Peißenberg rundete Teamkollegin Anneliese Gebhard ab, die Bronze gewonnen hatte.

Stefanie Stoller vor K.o.-Runde „sehr aufgeregt“

Als die K.o.-Runde begann „war ich sehr aufgeregt“, sagt Stoller. Gleich im ersten Duell gegen Nicola Dreer (FC Seeshaupt) stand es nach den beiden Sätzen 1:1. So ging es in die Verlängerung, Sudden-Victory genannt. „Für mich war das eine ganz schräge Situation“, so Stoller, die seit elf Jahren Sportkegeln betreibt. Nach den obligatorischen drei Würfen in die Vollen lagen die Kontrahentinnen gleichauf, noch einmal waren drei Würfe gefordert. Letztlich setzte sich die Peißenbergerin mit 34:33 durch.

Stefanie Stoller: Bloß nicht wieder Sudden-Victory

Im Viertelfinale traf Stoller auf Magdalena Siferlinger (SKK Bad Endorf), die mit 200 Holz die Qualifikation gewonnen hatte. Beide lieferten sich ein Duell auf hohem Niveau, das auch die Zuschauer goutierten. „Auf der Bahn wurde es immer lauter“, berichtet Stoller. Mit 2:0 Sätzen und dem Tagesbestwert von 204 Holt setzte sich die Peißenbergerin durch. Im Halbfinale gegen Monika Gaßner (Wacker Burghausen) musste Stoller erneut in den Sudden-Victory: „Da habe ich einen Satz hergeschenkt.“ Mit 17:10 zog die 26-jährige Mutter eines Sohnes ins Finale ein. 

Dort, gegen Lokalmatadorin Sabrina Kießlich (Wacker Burghausen), „habe ich gemerkt, dass die Kraft relativ weg war“, so Stoller. Den ersten Satz gewann sie knapp (89:85). Danach war ihr einziger Gedanke: „Bloß nicht wieder ein Sudden-Victory.“ Die Nerven dafür „hätte ich nicht mehr gehabt“. Mit einem 86:77 machte Stoller, angefeuert von Kolleginnen aus dem Zugspitze-Kreis, die Goldmedaille in zwei Sätzen perfekt. Anneliese Gebhard bewies im Kampf um Bronze noch einmal Nervenstärke. Gegen Gaßner gewann sie im Sudden-Victory hauchdünn mit 15:14. Auf die Medaillen „sind wir stolz“, sagt Stoller. „Wir haben beide nie damit gerechnet.“

Für Carola Waitz und Petra Heinfling (FC Seeshaupt), die in der Qualifikation mit den Rängen zwei und fünf überzeugt hatten, war in der ersten K.o.-Runde jeweils schon Schluss. Waitz unterlag Gebhard im Sudden-Victory mit 10:23 Holz. Andrea Lindner von Schwarz-Gelb Schongau verlor in der ersten K.o.-Runde ebenfalls in der Verlängerung (17:19). Teamkollegin Sabine Fichtl unterlag in zwei Sätzen.

Sportwart Kriesmair geht mit gutem Beispiel voran

Der Sportwart des Kegelkreises „Zugspitze“ ging – mal wieder – mit gutem Beispiel voran. Wie im Vorjahr holte sich Alois Kriesmair vom KSV Peißenberg den oberbayerischen Meistertitel. Anders als 2018, als er nur einmal in den Sudden-Victory musste, hatte der 34-jährige Forster gleich dreimal eine Verlängerung zu überstehen. Auch das Final-Duell um Gold gegen Claus Findl (SV Wacker Burghausen) wurde im Sudden-Victory entschieden. Kriesmair hatte den ersten Satz (75:71), Findl den zweiten Durchgang (87:82) gewonnen. Bei den drei Extra-Schüben erwies sich der Forster dann erneut als nervenstark: Mit 20:17 hatte er das bessere Ende für sich. Im Halbfinale hatte Kriesmair gegen Andreas Seitz (FC Seeshaupt) in der Verlängerung (15:12) gewonnen. Seitz hatte in der Qualifikation mit 217 Holz für das Top-Ergebnis gesorgt. Im Spiel um Bronze verlor dann der FC-Seeshaupt-Akteur mit 0:2 Sätzen gegen Thomas Leypold (KC Ruhpolding).

Julian Kral sorgt für Highlight - und scheidet aus

Schauplatz der Bezirksmeisterschaft war die Kegelanlage in Schongau. Von den Lokalmatadoren kam Werner Strass am weitesten. Der Spieler von Schwarz-Gelb Schongau besiegte in der ersten K.o.-Runde Josef Meisl (KC Ruhpolding) im Sudden-Victory (17:10). Im Viertelfinale unterlag Strass jedoch dem späteren Dritten, Leypold, mit 0:2. Für ein Highlight bei den Titelkämpfen sorgte Julian Kral (Fortuna Penzberg), der Bezirkssieger im Sprint von 2016. Im K.o.-Spiel gegen Leypold erreichte Kral im zweiten Durchgang 129 Holz (53 im Abräumen) – ein besseres Satz-Ergebnis erreichte an diesem Tag kein anderer Spieler. Bitter für Kral: Der Top-Auftritt half ihm letztlich nicht. Im Sudden-Victory verlor er knapp mit 20:23.

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