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Glücklich über Silber: Hugo Mann (links) auf dem Siegespodest in der M-65-Klasse.
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Schnell bei 28 Grad: Hugo Mann lief den Halbmarathon in 1:28:34 Stunden.

Leichtathletik

Hugo Manns EM-Abenteuer: Erst Start verpasst, dann Silber geholt

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Hugo Mann hat bei der Senioren-EM in Italien im Halbmarathon Silber im Einzel und mit dem Team gewonnen. Dabei hatte der Athlet des TSV Penzberg den Startschuss verpasst. Und am Ende waren auch noch Medaillen verschwunden.

Penzberg/Jesolo – So etwas hatte Hugo Mann auch noch nicht erlebt. Der 65-jährige Penzberger bereitete sich gerade auf den Halbmarathon bei der Leichtathletik-EM der Senioren vor. Gemäß dem Zeitplan – der Start in Jesolo (Italien) war für 9.30 Uhr angesetzt – hatte er noch sieben Minuten Zeit. Doch dann der Riesenschreck: „Als ich gerade in Richtung Start ging, um mich in meinen Startblock einzuordnen, fiel auf einmal der Startschuss“, berichtete der Athlet des TSV Penzberg. In Panik versetzt, spurtete er zum Ende des Halbmarathonfeldes, denn es war ihm der Weg in die vorderen Startblöcke durch Absperrgitter versperrt. Gemäß seiner Meldezeit (1:26:16) war Mann in der M-65-Klasse der fünftschnellste Läufer, er hätte sich also ganz vorn mit einreihen dürfen. Das Ganze endete für den Penzberger glücklich, mit der Zeit von 1:28:34 Stunden für die 21,1 Kilometer holte er sich die Silbermedaille. Obendrein belegte er mit dem deutschen Team den zweiten Platz.

Nach dem Missgeschick am Start war Mann besonders gefordert: „Jetzt musste ich natürlich einen Läufer und eine Läuferin nach der anderen überholen“, berichtete Mann. Das Feld war recht groß, da alle Altersklassen zusammen den Halbmarathon absolvierten. Nach 700 Metern, am ersten Wendepunkt der Strecke, erblickte er 100 Meter vor sich einige britische Läufer, die er bereits aus dem 10.000-Meter-Rennen vor einer Woche kannte. „Als ich die Briten so weit vor mir sah, sank meine Motivation in den Keller“, sagte Mann.

Hugo Mann: Motivation nach dem Start erst einmal im Keller 

Trotz des Rückstandes versuchte sich der erfahrene Läufer zu motivieren. „Die hohen Temperaturen von 28 Grad spielten mir in die Karten. Ich hoffte, dass die Engländer damit nicht ganz so gut zu Recht kommen würden.“ Nach der ersten Runde von 1,5 Kilometern wurde das Feld auf eine 10-Kilometer-Schleife geleitet, die zwei Mal zu laufen war. Nun arbeitete sich der Penzberger langsam an den vielen Läuferinnen und Läufern der verschiedenen Altersklassen vorbei. „Ich konnte nicht wirklich abschätzen, wer alles aus meiner Altersklasse vor mir lag, da sowohl die älteren als auch die jüngeren Athleten mit im Feld waren“, so Mann. Zumindest konnte er sehen, dass er sich immer mehr Anthony Whitehouse (Großbritannien) näherte, der eine Woche davor vor Mann über die 10.000 Meter Silber gewonnen hatte.

Hugo Mann: Entscheidende Attack bei Kilometer 16

Nach 14 Kilometern hatte er Whitehouse eingeholt und erholte sich zunächst im Windschatten. „Ich versuchte herauszufinden, ob der Brite mit seinen Kräften am Ende war oder sich noch Körner für den Endspurt aufsparte“, erklärte Mann. Bei Kilometer 16 setzte der 65-Jährige die entscheidende Attacke und distanzierte seinen Kontrahenten. Der spätere Sieger, Paul Whelpton (Großbritannien/1:26:08), war zu diesem Zeitpunkt bereits einen Kilometer vor Mann. Darüber und auch über seine Platzierung, war der Penzberger nicht informiert. Selbst als er das Ziel erreicht hatte, hatte er keine Ahnung, ob es zu einer Medaille gereicht hatte.

Hugo Mann: Erst spät von zweitem Platz erfahren 

Erst einige Minuten vor der Siegerehrung erfuhr Mann, dass er auf den Silberrang gelaufen war. Dazu gab es für ihn noch eine weitere Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft hinter dem Team aus Großbritannien. Jeweils die besten drei einer Nation kamen in die Teamwertung. Bei der Siegerehrung für die Mannschaften gab es keine Medaillen – sie waren laut Veranstalter gestohlen worden. Dies trübte die Freude von Hugo Mann nicht, schließlich hatte er mit zweimal Silber (Halbmarathon) und einmal Bronze (10.000 Meter) bei den Titelkämpfen mehr erreicht, als er im Vorfeld erwartet hatte.

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