Raffieu Deen Johnson, Sprinter des TSV Penzberg jubelt in Ingolstadt
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Unbändige Freude: Raffieu Deen Johnson verbesserte sich über die 100 Meter auf 10,76 Sekunden. Die 200 Meter lief er erstmals unter 22 Sekunden.

Leichtathletik: Oberbayerische Meisterschaft

Johnson sprintet in neue Sphären, Kölbl läuft allen davon

  • Paul Hopp
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Als Titelsammler haben sich die Leichtathleten des TSV Penzberg bei der oberbayerischen Meisterschaft gezeigt. Zehn Goldmedaillen holten sie. Herausragend waren die Auftritte von Raffieu Deen Johnson und Andreas Kölbl.

Ingolstadt – Im Ziel kannte der Jubel keine Grenzen. Voller Freude sprang Raffieu Deen Johnson über die Tartanbahn und rannte zu seiner Trainerin Conny Lechner-Brennauer. Mit 10,76 Sekunden war er in Ingolstadt gerade oberbayerischer Meister geworden und hatte seine Bestzeit um vier Hundertstelsekunden gesteigert. Eine Stunde später blieb er dann zum ersten Mal über 200 Meter unter 22 Sekunden und feierte Titel Nummer zwei.

Auf beiden Distanzen erreichte er deutlich vor der Konkurrenz den Zielstrich. Die 100 Meter war er im Vorlauf in 11,07 Sekunden gelaufen – „ganz locker“, wie TSV-Trainer Markus Brennauer mitteilte. Fürs Finale machte er sich daher Hoffnung auf eine neue Bestzeit. Nach einem eher mäßigen Start kam der 20-Jährige aber richtig in Schwung. Mit 10,76 Sekunden ist er nun der schnellste Mann in Sierra Leone, dem Heimatland Johnsons. In der DLV-Bestenliste würde er damit an 60. Stelle stehen. „Raffieu hat heute endlich das umgesetzt, was er im Training gezeigt hat“, so Coach Conny Lechner-Brennauer. „Ich konnte heute völlig ohne Druck laufen und bin deswegen, gefühlt zumindest, extrem locker gelaufen“, sagte Johnson. Diese Lockerheit zeigte er auch über die halbe Stadionrunde. Dort steigerte er sich auf 21,97 Sekunden und lag klar vorn.

Er kann‘s auf fast allen Laufstrecken: Andreas Kölbl (hier über die 110 Meter Hürden) gewann in Ingolstadt vier Goldmedaillen.

In der Penzberger 4 x 100-Meter-Staffel holte Johnson noch eine dritte Goldmedaille an diesem Tag. Mit Matthias Bauer, Michael Speinle und Andreas Kölbl absolvierte er die Stadionrunde in 45,16 Sekunden und damit deutlich schneller als der TSV Trudering (53,57). Kölbl war mit insgesamt vier Goldmedaillen der erfolgreichste Athlet der Titelkämpfe.

Los ging es für den Sindelsdorfer mit neuer persönlicher Bestzeit über die 110 Meter Hürden (15,41 Sekunden). Dabei lieferte er sich ein spannendes Duell mit Florian Partenfelder (LG Stadtwerke München), das Kölbl mit einer Hundertstel Vorsprung für sich entschied. „Die ersten drei Hürden waren gut, doch dann bin ich immer zu hoch darüber gesprungen. Dadurch lag ich hinter Partenfelder. Bei der letzten Hürde habe ich dann alles riskiert, bin flach darüber gelaufen und konnte ihn noch einholen“, so die Analyse des vielseitigen TSV-Läufers.

TSV Penzberg: Andreas Kölbl holt vier Goldmedaillen

Über 400 Meter machte er nur auf der ersten Rennhälfte ernst und kontrollierte dann das Feld. Mit 50,53 Sekunden distanzierte er seine beiden Vereinskameraden Matthias Bauer (53,91 Sekunden) und Michael Speinle (55,49 Sekunden), die sich über Silber und Bronze freuen durften. Auf der 800-Meter-Strecke hielt sich Kölbl zunächst zurück und machte erst auf den letzten 150 Metern Ernst, als er den bis dahin führenden Jakob Rüchardt (LC Buchendorf) überholte und nach 1:57,63 Minuten fast 20 Meter Vorsprung im Ziel hatte.

TSV Penzberg: Hannah Petsch überrascht im Speerwurf mit Gold

Eine große Überraschung stellte der Sieg von Hannah Petsch im Speerwurf dar. Die 14-jährige Penzbergerin hatte sich vor allem auf die 100 Meter und den Weitsprung vorbereitet. Doch im Sprint (13,91 Sekunden) verpasste sie den Endlauf, und mit 4,68 Metern wurde sie Sechste. Im Speerwurf lag sie lange Zeit auf dem vierten Platz. Im fünften Versuch steigerte sie sich dann auf 27,16 Meter. Mit dieser persönlichen Bestleistung schob sie sich noch vor Isabelle Kailich (FC Aschheim/26,88).

Vereinsinternes Lauduell: (von links) Sven Lange und Julian Herter kämpfen auf den 400 Metern um U18-Gold. Herter siegte, Lange wurde Zweiter.

In der U 18 holte sich über 400 Meter Julian Herter (53,65) nach einem spannenden Duell mit Vereinskamerad Sven Lange (53,98) den Titel. Beide hatten ihren persönlichen Rekord verbessert. Der 17-jährige Herter lag bis 100 Meter vor dem Ziel auf Platz vier, schob sich mit einem fulminanten Finish noch nach vorn. TSV-Athlet Colin Klein (54,88) wurde so am Ende Vierter. Über die 200 Meter erreichte Herter (24,74) den Bronzerang, dahinter folgten Lange (25,05) und Klein (25,29).

TSV Penzberg: Herter mit fulminantem 400-Meter-Finish

Gold und Silber gab es für den TSV Penzberg bei den 15-jährigen Buben: Über 800 Meter lieferten sich Lorenz Hieber (2:19,73) und Xaver Wintzingerode (2:20,70) ein bis zum Schluss spannendes Duell. „Ausdauer und taktisches Feingefühl“ bewies laut einer Mitteilung Michaela Kölbl über die zwei Stadionrunden. Die 19-Jährige, eigentlich auf kürzeren Strecken zu Hause, belegte bei den Frauen mit 2:26,89 Minuten den zweiten Platz. In der ersten Runde hielt sich die Sindelsdorferin am Ende des Feldes auf. Im Verlauf der zweiten Runde schob sie sich nach vorn und musste sich nur Jasmin Swedan (TSV Gräfelfing/2:22,25) geschlagen geben.

Mit einer engagierten Leistung gewann die weibliche U16-Staffel mit Lea Reichert, Lea Lange, Lara Dietrich und Josepha Wintzingerode über 4 x 100 Meter in 58,56 Sekunden Bronze.

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