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Stark über die Hürden: Andreas Kölbl (TSV Penzberg) lief im Berliner Olympiastadion knapp an seine persönliche Bestzeit heran. Mit 52,99 Sekunden ließ er immerhin sieben Athleten hinter sich.
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Schnell: Hugo Mann (Archivfoto) gewann in Roth seine Klasse.
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Topzeit bestätigt: Nick Jäger (Mi./hier bei der U-23-DM) lief in Berlin die 3000 Meter Hindernis in 8:54,23 Minuten und landete damit auf Platz acht.

Leichtathletik

Penzberger Leichtathleten glänzen in Berlin und Roth

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In den Sommerferien ist auch bei den Leichtathleten des TSV Penzberg Urlaubszeit. Einige waren dennoch unterwegs – und lieferten in Berlin und in Roth starke Leistungen ab.

Penzberg - 400-Meter-Läufer Johannes Trefz aus Weilheim konnte heuer bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin nicht glänzen. Eine Verletzung bremste den dreifachen deutschen Meister aus. Zwei Athleten des TSV Penzberg, Nick Jäger und Andreas Kölbl, präsentierten sich dagegen im Olympiastadion in starker Form. Auf ihren Strecken liefen sie nahe an ihre persönlichen Rekorde heran und erreichten jeweils die zweitschnellste Zeit ihrer Laufbahn. Damit „haben sie ihr herausragendes Jahr 2019 gekrönt“, so der TSV auf seiner Homepage.

Nick Jäger (20) glänzte über die 3000 Meter Hindernis mit der Zeit von 8:54,23 Minuten, die ihm den achten Platz bescherten. Zum Vergleich: Der deutsche Rekord bei den Frauen, kürzlich gelaufen von Gesa Felicitas Kraus, liegt bei 9:07,51 Minuten. Lange Zeit lief Jäger eher im hinteren Teil des Feldes. Während vorne Vorjahressieger Martin Grau (LAC Erfurt) und Patrick Karl (TV Ochsenfurt) für das Tempo sorgten, hielt sich der Student etwas zurück – wohlwissend, dass das Tempo für ihn an der Spitze zu hoch ist.

TSV Penzberg: Nick Jäger „immer nah am Limit“

Fast das ganze Rennen über lief der 20-Jährige auf Rang zwölf, „immer nah an seinem Limit“, heißt es auf der TSV-Homepage. Als dann vorn Karl Bebendorf (Dresdner SC 1898) mit 8:33,59 Minuten in persönlicher Bestzeit überraschend zum deutschen Meistertitel spurtete, überholte Jäger in der letzten Runde einige Läufer und duellierte sich auf der Zielgerade mit Lennart Mesecke (LG Nord Berlin). Letztendlich musste er dem Berliner zwar um vier Hundertstelsekunden den Vortritt lassen, doch mit Rang acht war er alles andere als unzufrieden.

Der Penzberger hatte in Berlin seine überragende Leistung von der deutschen U23-Meisterschaft bestätigt. In Wetzlar hatte Jäger eine persönliche Bestzeit erzielt (8:52,97) und war Fünfter geworden. 2018 hatte sich Jäger schon für die Leichtathletik-DM der Erwachsenen qualifiziert. Damals wurde er über die 3000 Meter Hindernis in 9:04,35 Minuten (seinerzeit persönlicher Rekord) guter Zehnter. Auf den Mittelstrecken war davor lange niemandem aus dem Landkreis der Sprung zur DM gelungen. 2006 schaffte David Lorbacher (Weilheim) über 1500 Meter in Ulm den Einzug in den Endlauf (mit persönlicher Bestzeit von 3:47,99 Minuten). Im Finale der Besten überzeugte er mit 3:48,83 Minuten als Neunter.

TSV Penzberg: Andreas Kölbl sensationell stark 

Genauso sensationell wie Jägers Auftritt in Berlin war auch die Vorstellung von 400-Meter-Hürdenläufer Andreas Kölbl. Mit seiner Bestzeit von 52,97 Sekunden war als „langsamster“ Athlet in das Teilnehmerfeld gerutscht – die Qualifikationsnorm lag bei 53,0 Sekunden. Doch von seiner Rolle als Außenseiter ließ sich der 25-Jährige nicht beeindrucken und zeigte vollen Einsatz vor 30 000 Zuschauern. Mit 52,99 Sekunden ließ er sieben Athleten hinter sich und wurde Zwölfter. Dass er seine Bestzeit nur um 0,02 Sekunden verpasste – und dies am Ende einer langen Saison – war das „i-Tüpfelchen“ für den Sindelsdorfer, der sich 2019 um fast 0,8 Sekunden steigerte.

TSV Penzberg: Hugo Mann gewinnt mit großem Vorsprung 

Beim Kirchweihlauf in Roth (Mittelfranken) gab es in diesem Jahr einen Rekord zu bewundern: Die Sachsenkamerin Thea Heim (LG Regensburg) verbesserte mit 34:57 Minuten die seit sieben Jahren bestehende Bestmarke auf der 10-Kilometer-Strecke um vier Sekunden. Die deutsche Vizemeisterin im Halbmarathon war damit allen anderen Frauen weit voraus. 

Bei den Männern zeigte Hugo Mann eine ganz starke Leistung. Der Athlet des TSV Penzberg gewann mit 40:37 Minuten souverän die Altersklasse M65. Der Vorsprung auf den Zweiten betrug rund fünf Minuten. Mann war sogar schneller als der Sieger der jüngeren M-60-Klasse. Für den Penzberger markierte der Wettkampf das Ende einer Regenerationswoche auf dem Weg zur Senioren-Europameisterschaft in Venedig. Dort will er zunächst über 10 Kilometer und eine Woche später im Halbmarathon antreten. „Ich bin mit meiner Zeit nicht ganz zufrieden, allerdings war der Kurs recht wellig. Zudem war ich nicht ganz erholt in den Wettkampf gegangen, da ich die Gartenarbeit vom Vortag in den Beinen noch spürte“, so lautet das Fazit des TSV-Läufers nach Roth.

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