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Erfolgreich im Dressur-Viereck: C osima von Fircks (20) vom RC Gut Adelsried gehört zu den besten Nachwuchsreiterinnen. Das Foto zeigt sie mit „Diabolo Nymphenburg“, mit dem sie es in den Bundeskader geschafft hat.

Reiten: Dressur

Ein ganz besonderer Siegesritt

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Prüfungen bis zur Drei-Sterne-S waren auf dem Reiterhof Laurent angeboten. Cosima von Fircks vom RC Gut Adelsried gelang ein ganz besonderer Ritt.

Landkreis – Kerzengerade im Sattel sitzen? Nur ja keine Regung zeigen? Ach, was soll’s! Im Dressurviereck beugte sich Cosima von Fircks nach vorn, bis sie praktisch auf dem Hals von „Nymphenburg´s First Ampere“ lag. Mit beiden Händen tätschelte sie den achtjährigen Hannoveraner-Hengst. Wenige Momente davor hatten beide ihre erste gemeinsame Prüfung beendet – und dabei eine bärenstarke Leistung gezeigt.

An das Ergebnis der beiden kam keines der 23 anderen Paare in der S*-Dressur auch nur annähernd hin. Mit 73,452 Prozent und einem riesigen Vorsprung von 42,5 Punkten gewannen die 20-Jährige vom RC Gut Adelsried und „Anton“ (so der Spitzname des Pferdes) die 2. Abteilung der Prüfung. „Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat“, sagte von Fircks. Für sie war es der zweite Sieg in der schweren Klasse, für ihr Pferd der erste. Mit einem derartig klaren Vorsprung „hatte ich nicht gerechnet“. Für die Studentin, die am Starnberger See aufwuchs und auf Gut Adelsried bei Bernried das Reiten begonnen hatte, war der Auftritt beim Turnier in Eicherloh (Nähe Ismaning) auch ein Test: Am 6./7. April steht in Kronberg ein Sichtungsturnier zum „Preis der Besten“ an. Dieser Wettbewerb zählt neben der deutschen Jugendmeisterschaft zur bedeutendsten Nachwuchsveranstaltung in Deutschland. Für Kronberg ist von Fircks nominiert (mit „Nympenburg’s First Ampere“ und „Nymphenburg’s Easy Fellow“). Angesichts des starken Auftritts in Eicherloh ist von Fircks zuversichtlich: „Ich freue mich auf das, was nun so kommt.“

Studentin und Arbeit beim Rettungsdienst

Die vergangenen drei Jahre gehörte von Fircks dem U-21-Kader (Perspektivgruppe/Bundeskader) an. 2017 und 2018 war sie „Reserve“ für die Europameisterschaft. Das heißt, wäre einer der vier nominierten Reiter ausgefallen, wäre sie nachgerückt. Der Bundeskader ist auch wieder das Ziel der jungen Reiterin, die in München wohnt und ein „BWL-Studium für Leistungssportler“ absolviert. Ihr werden von der Uni Freiräume fürs Training gewährt. Obendrein arbeitet von Fircks als Rettungssanitäterin im Münchner Rettungsdienst: „Die Arbeit macht mir super-viel Spaß.“

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Ganz oben auf der Prioritätenliste steht das Reiten. Damit „bin ich aufgewachsen. Das könnte ich nie aufgeben“, sagt von Fircks, die auch Grand-Prix-Prüfungen im Visier hat. Die Eltern führen das Gestüt Nymphenburg in der Nähe von Oldenburg. „Nymphenburg´s First Ampere“ wurde seinerzeit als Fohlen gekauft und ist „ein Liebling meines Vaters“, sagt von Fircks mit einem Lächeln. Der Hengst war – mit einem anderen Reiter – schon zweimal bei der „WM der jungen Dressurpferde“ am Start und dort gar im Finale. Seit zwei Monaten bilden Cosima von Fircks und der Achtjährige ein Duo. Ihr bisheriges Top-Pferd, „Diabolo Nymphenburg“ ist seit November bei einer anderen Reiterin.

Neben von Fircks setzten sich in Eicherloh auch andere Reiter aus der Region gut in Szene. In der Eignungsprüfung für Reitpferde gewannen Nikolaus Haller (Weilheimer Pferdefreunde) mit „Luftikus Brillant“ (4. Platz) und Nikolas Eichelsbacher (RC Gut Adelsried) mit „Fine Fargo“ (5.) jeweils Schleifen. In der A-Dressurpferdeprüfung wurde Laurenz Berger (Weilheimer Pferdefreunde) mit „Escalero“ Dritter (7,5).

Gleich mehrere Top-Ergebnisse heimste Alexandra Maier (RTG Neuhof-Epfach) ein. Mit „Majestix W“ belegte sie im „Prix St. Georges“ den dritten Platz (68,158%). In der Intermediaire-I (S**) fehlten dem Duo nur 0,5 Punkte zu einer Platzierung; 67,281 Prozent bedeuteten Rang elf. Gut lief es für Maier mit „Geronnimmo“: In der Zwei-Sterne-M-Prüfung holte sich das Duo mit 69,804 Prozent und elf Punkten Vorsprung den Sieg. Davor gab’s in der S*-Prüfung mit Rang sechs eine Schleife.

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Eine Platzierung schaffte auch Lilli Purrmann (RV Gut Kerschlach), die mit „Destany“ in der L**-Prüfung den sechsten Rang einnahm. Keine Schleifen gab es für Christina Ott (RV Weilheim-Lichtenau) mit „Holländer“ (15. Platz) im „Prix St. Georges“ und für Juliane Nuscheler (RFV Fuchstal) mit dem neunjährigen „Karl Louis“ (23. Platz) in der Intermediaire-II, einer der Top-Prüfungen des Turniers. Gefordert waren dort Piaffe, Passage und Galoppwechsel von Sprung zu Sprung.

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