Die Springreiterinnen Julia Haarmann und Verena Haller beim Turnier in München-Riem.
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Starker Auftritt im Drei-Sterne-Springen: (v.l.) Julia Haarmann und Verena Haller von den „Weilheimer Pferdefreunden“ holten jeweils eine Schleife.

Reiten: Großes Turnier in München-Riem

Landkreis-Reiterinnen auf Augenhöhe mit Olympiasieger Jung

  • Paul Hopp
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Das Drei-Sterne-Springen um den „Großen Preis der Bemer AG" war die Top-Prüfung beim Reitturnier in München-Riem. Julia Haarmann und Verena Haller ließen sich weder von hohen Hindernissen noch großer Konkurrenz einschüchtern.

Landkreis - Schon bei der Besichtigung des Parcours „war ich sehr aufgeregt“, berichtete Verena Haller. Die Springreiterin aus Huglfing begutachtete vor dem „Großen Preis der Bemer AG“ Hindernisse, über die sie gar nicht mehr richtig drüberblicken konnte. Und noch dazu stiefelten neben ihr Topreiter der Szene umher – unter anderem Spring-Weltmeisterin Simone Blum, Vielseitigkeit-Olympiasieger Michael Jung und der international erfolgreiche Hans-Dieter Dreher. Eine bislang noch eher ungewohnte Situation sowohl für Haller (18) als auch ihre Vereinskollegin vom „RFV Weilheimer Pferdefreunde“, Julia Haarmann (21) aus Magnetsried. Die beiden Nachwuchsreiterinnen ließen sich jedoch weder von den 1,50-Meter-Hindernissen noch von der Konkurrenz einschüchtern und holten im Top-Springen des Turniers in München-Riem jeweils eine Schleife. „Für uns war so ein Ergebnis wichtig“, sagt Haller. Denn damit hat das Duo die Qualifikation für die Jugend-DM ziemlich sicher in der Tasche.

München-Riem: Nur fünf Paare blieben im ersten Umlauf Preis ohne Fehler

Ein Drei-Sterne-Springen, wie es der Wettbewerb auf der Olympia-Reitanlage darstellte, ist in einem nationalen Turnier die höchste Schwierigkeitsstufe. Für Haller war es eine Premiere auf diesem Niveau, Haarmann hatte zumindest schon ein paar Springen dieser Kategorie absolviert. Dass sich beide am Ende unter den Besten wiederfanden, die zur Siegerehrung durften (Corona-konform mit Maske, ohne Pferd), kommentierte Haller mit zwei Worten: „Wow, cool.“

Mit 16 Sprüngen, darunter einem offenen Wassergraben und einer Dreier-Kombination, war der erste Umlauf recht lang. Auf dem großen Hufeisen-Platz war auch Orientierung gefragt. „Man musste den richtigen Galopp finden“, so Verena Haller. Einen kleinen Vorteil hatte sie auf ihrer Seite: „Carry Anne“, ihre elfjährige Erfolgsstute, „liebt diesen Platz“. Obendrein sei das Pferd ein Wettkampftyp: „Ein Turnier ist für sie immer das Beste.“ In den vergangenen Jahren hatte das Duo bei bayerischen Meisterschaften und auch der Jugend-DM 2018 schon vordere Ränge erreicht. Fast wäre Haller und „Carry Anne“ das gelungen, was insgesamt nur fünf der 45 Paare schafften: ein Nullfehler-Ritt und damit der Einzug ins Stechen. Am Steilsprung nach dem Wassergraben „hatte ich zu viel Schwung“, berichtet die Huglfingerin. Die Folge dieses „ärgerlichen Fehlers“ war ein Abwurf. Von denjenigen Paaren mit 4,0 Strafpunkten war Haller mit 80,29 Sekunden die Schnellste. Das bescherte ihr den siebten Platz – noch vor Michael Jung mit „fischerDante“. Sie sei „super-glücklich“, sagt Haller. „Das Pferd ist super gesprungen.“

München-Riem: Haller und Haarmann holen Schleifen im Großen Preis

Ebenfalls happy mit ihrem Abschneiden war Julia Haarmann. Sie absolvierte mit der Stute „Casta Diva“ das anspruchsvolle Springen. Wie bei Haller stand am Ende des Umlaufs ein Abwurf zu Buche; mit der Zeit von 82,80 Sekunden landete die Magnetsriederin auf dem zwölften Platz. Das Springen gewann letztlich Weltmeisterin Blum mit „DSP Cool Hill“: Im Stechen war sie eine Hundertstelsekunde schneller als Patrik Majher (RSG Fischbach) auf „Claude“.

Haller und Haarmann waren während der Turniertage in München-Riem noch in mehreren weiteren Prüfungen in Aktion. Ihre besten Resultate, was die Plätze anbelangt, gelangen aber passenderweise im Drei-Sterne-Springen.

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