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Debüt auf Drei-Sterne-Niveau: Julia Haarmann (19) aus Magnetsried mit „Cecilia“ am Hindernis 6c in der Finalprüfung der Jungen Reiter.
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Auftritt im Nachwuchschampionat: Lara Arndt (15) aus Bernried mit der erst siebenjährigen Stute „Fiordiligi“. 
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Vor dem S***-Finale: Julia Haarmann bei der Parcoursbesichtigung mit Landestrainer Martin Schäufler und Verena Haller (r.).
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Parcoursbesichtigung vor dem S***-Finale.
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Vor dem S***-Finale: Julia Haarmann bei der Parcoursbesichtigung mit Landestrainer Martin Schäufler und Verena Haller (r.).
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Besichtigung am Wassergraben (v.l.) Verena Haller, Julia Haarmann und Landestrainer Martin Schäufler.
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Julia Haarmann im ersten Final-Umlauf mit „Cecilia“ an Hindernis Nummer 1.
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Julia Haarmann im ersten Final-Umlauf mit „Cecilia“ an Hindernis Nummer 1.

Reiten: Deutsche Jugendmeisterschaft

Julia Haarmanns furioser Drei-Sterne-Ritt

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Bei der Jugend-DM in München-Riem gab sich die nationale Reiter-Elite die Ehre. Julia Haarmann (19) gelang im Springen ein besonderer Final-Auftritt.

Landkreis - Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn diese blöde Stange an Hindernis 6b oben geblieben wäre, anstatt herunterzufallen. Dann hätte Springreiterin Julia Haarmann (RFV Weilheimer Pferdefreunde) mit „Cecilia“ die Finalprüfung bei den „Jungen Reitern“ tatsächlich gewinnen können. Selbst mit vier Strafpunkten gehörte die Magnetsriederin (19) und ihre elfjährige Westfalen-Stute im ersten Umlauf des Drei-Sterne-S-Springens zu den Besten. Im zweiten Umlauf packten Haarmann und „Cecilia“ dann richtig einen aus. Mit der zweitschnellsten Zeit (51,24 Sekunden) und einem Nullfehlerritt katapultierte sich das Duo auf den vierten Platz. Ohne Abwurf oder ohne Zeitfehler blieb im zweiten Umlauf neben Haarmann nur der neue deutsche Meister, Sven Gero Hünicke (Schleswig-Holstein).

In der Meisterschaftswertung belegte Haarmann nach insgesamt drei Wertungsprüfungen den starken neunten Platz unter 46 Teilnehmern und war zugleich die beste Bayerin. „Das habe ich absolut nicht erwartet“, sagte die 19-Jährige. „Ich war glücklich, überhaupt ins Finale gekommen zu sein.“ Von den 46 Teilnehmern durften die besten 23 in den beiden Final-Durchgängen ran. Die Umläufe waren als Drei-Sterne-Springen angelegt, die Hindernishöhe betrug dabei 1,50 Meter. So eine anspruchsvolle Prüfung „bin ich noch nie gegangen“, sagte Haarmann. Dass es für sie im Parcours dann so gut lief, lag auch an „Cecilia“. „Das Pferd war abartig gut drauf. Ich bin sprachlos“, sagte Haarmann. An die Dreier-Kombination sei sie mit etwas zu wenig Schwung hingeritten, deswegen fiel am zweiten Sprung die Stange. Am dritten Sprung half „Cecilia“ dann, einen weiteren Abwurf zu verhindern: „Sie hat da super mitgekämpft“, so die angehende Studentin.

Am ersten Tag, in einem S*-Springen, glänzten Haarmann und „Cecilia“ als Achte nach einer starken Runde. Am zweiten Tag kassierte das Duo 9,0 Fehler. „Da bin ich nicht gut geritten, aber das Pferd hat mich gerettet“, so Haarmann. Am Schlusstag dann der furiose Finalauftritt – und somit ein tolles Ergebnis für die Magnetsriederin in ihrem ersten Jahr bei den Jungen Reitern. Einen speziellen Dank richtete Haarmann an Landestrainer Martin Schäufler, der mit ihr die Parcoursbesichtigungen abhielt: „Ohne seine Hilfe hätte ich das alles nicht geschafft.“

Ein regelrechtes Team mit Haarmann bildete bei den Meisterschaften Verena Haller (RFV Weilheimer Pferdefreunde). Die beiden unterstützten sich während der drei Turniertage in München-Riem gegenseitig. Ähnlich wie ihre Vereinskollegin war Haller (16) mit ihrem Abschneiden „mega-zufrieden“. Die Huglfingerin schaffte es bei den Junioren mit der neunjährige Stute „Carry Anne“ mit zwei Mittelfeldplatzierungen ins Finale. „Das war der Wahnsinn“, so die Gymnasiastin. Die letzte Prüfung war ein Zwei-Sterne-S-Springen mit zwei Umläufen, bei dem es über 1,45 Meter hohe Hindernisse ging. Einen derartigen Wettbewerb hatte Haller davor erst einmal bestritten. Und der Parcours bei der DM „ist nochmal viel schwieriger als bei gewöhnlichen Turnieren“, so die Huglfingerin. Im ersten Umlauf kam Haller nicht wie gewünscht zurecht. Um keine Verletzung bei sich selbst und dem Pferd zu riskieren, gab Haller auf. „Das war es einfach nicht wert“, sagte die 16-Jährige. Auch mehrere andere Reiter gaben auf, darunter solche, die in der Meisterschaftswertung ganz vorn lagen. In der Gesamtwertung landete Haller auf dem 28. Platz unter 58 Startern. „Es war eine super Veranstaltung. Ich hoffe, ich bin da nochmal dabei“, sagte Haller.

Für Lara Arndt (RFV Weilheimer Pferdefreunde) war die Teilnahme am Dressur-Nachwuchschampionat (läuft seit 2007 immer parallel zur Jugend-DM) schon ein absoluter Erfolg. Dafür hatten sich lediglich 22 Reiter aus ganz Deutschland qualifiziert. Die Bernriederin (15) belegte mit der siebenjährigen Stute „Fiordiligi“ einen hinteren Rang. In der zweiten Wertungsprüfung bekam sie von den Richtern allerdings eine „sehr schöne Schritt-Arbeit“ und eine „gute Lastaufnahme“ beim Galopp attestiert.

„Es war nicht mein bestes Turnier“, sagte Arndt selbstkritisch. Sie hatte allerdings auch eines der jüngsten Pferde aller Teilnehmer dabei. „Fiordiligi“ war an den Wettkampftagen „etwas unruhig, deswegen war es schwierig“, berichtete Arndt. Auf dem Gelände der Olympia-Reitanlage in München-Riem „war schon viel Trubel“, so Arndt. Trotz allem war die Teilnahme „echt ein Erlebnis“.

Bei der DM der Jungen Reiter war in der Disziplin „Dressur“ die Altenstadterin Bettina Nuscheler (RFV Fuchstal) mit von der Partie. Mit dem Wallach „Lully“ verpasste die 19-Jährige zwar das Finale der besten Zwölf, zeigte aber am ersten Tag, dass sie mit dem deutschen Top-Nachwuchs, darunter EM-Teilnehmer, mithalten kann. Im Prix-St.-Georges belegte Nuscheler den 14. Platz (67,939%) unter 37 Teilnehmern. Nur ein halber Punkt fehlte ihr zu einer Platzierung. „Damit war ich sehr zufrieden“, so Nuscheler. Am zweiten Tag jedoch lief es nicht so gut. „Beim Abreiten waren wir noch gut drauf, aber dann hat alles nicht so hingehauen“, berichtete die Studentin. Mit 64,693 Prozent sprang nur der 32. Rang heraus. Das Finale war damit außer Reichweite. „Ich hätte gern zwei konstante Leistungen gezeigt“, sagte Nuscheler. „Aber ich bin froh, dass ich in meinem ersten Jahr bei den Jungen Reitern zur DM durfte.“ In der Gesamtwertung landeten Nuschler und „Lully“ auf dem 27. Platz.

Nur ganz knapp verfehlte Cosima von Fircks (RC Gut Adelsried) das Finale bei den Jungen Reitern. Die 19-Jährige belegte in der Gesamtwertung den 13. Platz. Mit dem Wallach „Diabolo Nymphenburg“ überzeugte von Fircks in der ersten Prüfung als Elfte und erreichte damit eine Platzierung. Nach der zweiten Prüfung, in der sie den 21. Rang belegte, fehlten nur 0,701 Punkte zur Finalteilnahme. 

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