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Fehlerlos, als es darauf ankam: Verena Haller und „Cary Anne“ schafften im zweiten Umlauf des Finales eine schnelle Nullrunde und holten damit Gold.
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Erfolgs-Duo: Verena Haller (links) und Julia Haarmann vom RFV Weilheimer Pferdefreunde. Beide hatten 2017 auch schon jeweils Gold geholt.
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Drei Ritte, drei Siege: Julia Haarmann und „Cecilia“ (hier ein Archivfoto) dominierten in München-Riem das Geschehen bei den Jungen Reitern.

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Gold-Duo aus dem Landkreis: Julia Haarmann und Verena Haller holen Bayern-Titel

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Bestens lief es bei der bayerischen Meisterschaft für Julia Haarmann und Verena Haller. Sie holten jeweils Gold. Haller siegte in einer Sekunden-Entscheidung – und musste in den Wassergraben.

Landkreis – Ohne Druck geht es bei Verena Haller offenbar nicht. Wie bei den vergangenen beiden bayerischen Meisterschaften musste die Huglfingerin (17) besondere Nervenstärke beweisen. Nach Fehlerpunkten lag Haller mit Marie Flick (TRV Gut Bohmerhof) gleichauf. Und dann mischte auch noch Lynn Effing (RFV Gauting) mit. Eine Nullrunde war also gefordert – die schafften Haller und ihre zehnjährige Stute „Carry Anne“. Nachdem Flick etwas langsamer war (um 1,62 Sekunden) und Effing sich einen Abwurf leistete, war der erste Platz und das dritte Edelmetall in Folge für Haller perfekt. Nach Gold (2017) und Silber (2018) holte die Reiterin des „RFV Weilheimer Pferdefreunde“ nun erneut Gold, und zwar bei den „Junioren I“.

Der Sieg in der Finalprüfung (mit zwei Umläufen) war ein ganz besonderer, denn Haller hatte erstmals ein Ein-Sterne-S-Springen gewonnen. „Das war das i-Tüpfelchen, ein tolles Erlebnis“, freute sich die Gymnasiastin. Wie nach derlei Erfolgen Sitte, wurde Haller in den Wassergraben befördert. Sie wurde gleich zweimal „getauft“, zum einen wegen ihres ersten S-Siegs, zum anderen wegen des Titelgewinns. „Das nimmt man gern in Kauf“, sagte sie. Die Reiterkleidung wieder tip-top zu bekommen, bedeutete allerdings Arbeit, denn das Wasser im Graben war, damit es besser als solches zu erkennen war, noch extra blau eingefärbt.

Springen: Verena Haller reitet mit „Cary Anne“ zu Gold 

Haller war absolut zufrieden. Das Pferd präsentierte sich davor schon „echt top in Form“, dennoch habe sie mit einem Sieg „nicht unbedingt gerechnet“. Mit dem Sieg in der M*-Prüfung zum Auftakt legten die Huglfingerin und „Cary Anne“ gleich bestens los. Ein rutschiger Platz sorgte für eine spezielle Herausforderung. Im zweiten Springen (M**) blieb das Duo ebenso fehlerlos, landete aufgrund der etwas langsameren Zeit aber auf Rang drei. Im ersten Umlauf des Finales leisteten sich Haller und „Cary Anne“ einen Abwurf – damit war vor dem zweiten Umlauf wieder alles offen. Manchmal sei ihr Pferd „etwas aufgedreht“, doch Haller und ihre Stute schafften es, genau die Balance zu finden. Ein Lob richtete sie an Coach Martin Schäufler, der ihr passende Hinweise gab.

Springen: Julia Haarmann und „Cecilia“ bleiben ohne Abwurf  

Weniger nervenaufreibend verlief die letzte Prüfung des Meisterschafts-Wochenendes für Julia Haarmann. Die 20-jährige BWL-Studentin aus Magnetsried dominierte bei den Jungen Reitern mit „Cecilia“ klar das Geschehen. Am Ende hatte sie nur einen Zeitfehlerpunkt auf dem Konto – und den schrieb die Reiterin des „RFV Weilheimer Pferdefreunde“ ganz sich selbst zu. „Das mit der Zeit muss ich im Parcours regeln“, sagte sie. Der große „Hufeisenplatz“ auf der Reitanlage in München-Riem sei diesbezüglich etwas tückisch: Er „verleitet dazu, weite Wege zu gehen“. Letztlich war der eine Strafpunkt nur ein Schönheitsfehler. Die weiteren Medaillengewinnerinnen, Celina Pietsch (RV Königsbrunn) und Maximiliane Ruppert (RFV Eggenfelden), hatten am Ende je 20 Punkte auf dem Konto.

Springen: Zeitfehler nur ein kleiner Makel 

Für Haarmann und „Cecilia“ war es in diesem Jahr das erste Turnier auf Gras. Aufgrund von Uni-Prüfungen hatte die Studentin keine Zeit für ein Extra-Training auf dem Geläuf. Hinzu kam, dass bei den Titelkämpfen, anders als bei den meisten gewöhnlichen S-Springen in der Region, ein offener Wassergraben und eine Dreier-Kombination vorhanden waren. Doch das Duo meisterte die Aufgabe. Im Vorjahr hatten die Magnetsriederin und die zwölfjährige Stute bei der Jugend-DM in München-Riem als beste Bayern bei den Jungen Reitern überzeugt. Ihr Pferd „liebt diesen Platz“, sagte Haarmann, die sich vorab die besten drei zum Ziel gesetzt hatte. Obendrein ist „Cecilia“ ein echter Wettkampf-Typ: „Sie will immer die Null gehen“, so Haarmann.

Wie alle Teilnehmer hatten auch die Magnetsriederin und ihr Pferd mit dem – speziell am ersten Tag – rutschigen Boden zu kämpfen. Mit einem Nullfehler-Ritt gewannen sie dennoch die erste Prüfung, ein S*-Springen, souverän. Danach „habe ich mir mehr zugetraut“, berichtete Haarmann. Tags darauf blieben sie und „Cecilia“ erneut ohne Abwurf, nur der schon erwähnte Zeitfehlerpunkt kam hinzu. Auch diese Prüfung gewann das Duo. Vor dem Finale mit zwei Umläufen lag Haarmann klar in Führung, doch ein lockerer Ritt kam nicht in Frage. „Man muss immer alles geben“, so Haarmann. Punkte summieren sich beim Springen schnell. Haarmann, die wie Haller bei Schäufler trainiert, zog mit „Cecilia“ ihr Ding durch und blieb in beiden Umläufen ohne Strafpunkt; souveräner geht’s nicht.

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