Terrorzelle von Barcelona hatte 120 Gasflaschen für Anschläge gehortet

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Siegerinnen-Duo: (von links) Julia Haarmann (mit „Cecilia“) und Verena Haller (mit „Carry Anne“), die beide für die „Weilheimer Pferdefreunde“ reiten, holten bei den bayerischen Meisterschaften in München-Riem jeweils eine goldene Schleife. 

Reiten: Bayerische Meisterschaften

Zweimal Hochspannung, zweimal Gold

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Spannung pur und am Ende Jubel: Die Springreiterinnen Verena Haller (15) und Julia Haarmann (18) erlebten aufregende bayerische Meisterschaften.

Landkreis – Die bayerischen Meisterschaften im Springreiten in München-Riem verliefen für den „RFV Weilheimer Pferdefreunde“ äußerst erfolgreich. Verena Haller (Junioren II) und Julia Haarmann (Junioren I) gewannen in ihren Altersklassen jeweils die Goldmedaille – und wurden danach in den Bayernkader berufen.

Verena Haller

Als Verena Haller als letzte Reiterin der gesamten Konkurrenz auf den Parcours einbog, da hatte die 15-jährige Huglfingerin „schon ein bisserl Druck“. Mit nur einem Abwurf würde sie in der Gesamtwertung der Junioren II (bis 16 Jahre) vom ersten auf den fünften Platz abrutschen. Doch Haller und ihre achtjährige Stute „Carry Anne“ behielten die Nerven, überquerten alle Hindernisse – und das auch noch mit der zweitbesten Zeit. Ihr erster bayerischer Meistertitel war damit perfekt. Die Zweitplatzierte, Larissa Mühling (PSG Bayreuth), hatte nur 0,5 Fehlerpunkte mehr.

„Das ist schon ein ziemlich cooler Erfolg“, sagte die Huglfingerin. In allen drei Wertungsprüfungen (zwei L- und ein M*-Springen) blieb die Gymnasiastin ohne Fehler oder Abwürfe. „Ich war echt sehr zufrieden mit meinem Pferd“, so Haller. Willensstärke und Ehrgeiz seien die Attribute, die „Carry Anne“ auszeichneten. „Es macht Spaß, wenn man als Reiter weiß: Das Pferd will einfach gewinnen“, so Haller. Apropos gewinnen: Vordere Ränge und Platzierungen hat die junge Huglfingerin heuer schon einige geholt. Mit dem neunjährigen Wallach „Con-Kolibri“ gewann sie Anfang Juni in Schwaiganger die oberbayerische Meisterschaft. Der Sieg war für Haller ein spezieller, da „Con-Kolibri“ davor verletzt und erst wieder ins Turniergeschehen eingestiegen war. Neben den beiden genannten Pferden reitet Haller noch die sechsjährige Stute „Isaria“. Das bedeutet viel (Trainings-)Arbeit. Jeden Tag ist die Huglfingerin mit ihren Pferden beschäftigt. „Mit der Schule zusammen ist das manchmal stressig“, sagt Haller, die das Staffelsee-Gymnasium in Murnau besucht. Auf Pferden unterwegs ist sie, „seit ich denken kann“. Die Eltern führen einen Pferdepensionsbetrieb, die Liebe zu Pferden und zum Reiten ist Verena Haller also praktisch in die Wiege gelegt. Auch ihre beiden älteren Brüder, Michael und Nikolaus, sind begeisterte Reiter. Ersterer trainiert Verena Haller. Mittlerweile hat die 15-Jährige angefangen, auch an S-Springen teilzunehmen. Die Hindernishöhe im Ein-Sterne-Bereich beträgt schon beachtliche 1,40 Meter Höhe.

Direkt nach dem Titelgewinn bei der Bayerischen bekam Verena Haller mitgeteilt, dass sie vom Oberbayern- in den Bayernkader aufrücken wird. „Das war schon super zu hören“, sagt die 15-Jährige. Mittlerweile hat die Huglfingerin ganz offiziell per Brief die Nominierung erhalten. Sie ist nun eine von 18 bayerischen jungen Frauen und Männern im D2-Kader.

Julia Haarmann

Julia Haarmann (18) hatte sich schon darauf eingestellt, ihrem Kontrahenten Tim Hartlaub (RSG Großostheim) zum Titelgewinn zu gratulieren. Im zweiten Umlauf des finalen S*-Springens der Junioren I hatte sich die Magnetsriederin 0,25 Zeitfehler eingehandelt und stand bei insgesamt 4,25 Punkten. Hartlaub war mit 4,0 Punkten in den zweiten Umlauf gegangen und absolvierte den Parcours auf seinem Pferd souverän. Die Entscheidung schien gefallen, Haarmann blickte kurz in eine andere Richtung – und sah so nicht, dass Hartlaub ausgerechnet am letzten Hindernis eine Stange abräumte: „Ich habe nur durch die Reaktion des Publikums mitbekommen, dass etwas passiert sein musste.“ Haarmann hatte Gold, und Hartlaub, der 2016 gewonnen hatte, musste sich mit Silber zufrieden geben. „Ich hätte ihm gegönnt, dass er gewinnt. Er reitet sehr gut“, sagte Haarmann. Zugleich freute sich die Magnetsriederin über ihren Coup: „Das war auf jeden Fall überraschend.“ Mit einer Medaille hatte sie nicht gerechnet, obwohl sie – wie ihre Vereinskollegin Verena Haller – bei den oberbayerischen Meisterschaften in Schwaiganger gewonnen hatte. Die Konkurrenten auf Bayern-Ebene „sind schon sehr gut“.

Ihren Sieg in München-Riem holte Haarmann, die heuer ihr Abitur abgelegt hat, mit der zehnjährigen Stute „Cecilia“. Mit ihr absolviert sie M- und S-Springen. Darüber hinaus bestreitet Haarmann mit „Casta Diva“, einer Schwester von „Cecilia“, Turniere. „Cecilia“ ist mit 1,62 Metern Stockmaß nicht groß, „aber sie ist eine Kämpferin“, sagt Haarmann. Im Finale auf der Olympia-Reitanlage „hat sie genau gewusst, um was es geht“. „Casta Diva“ sei „eher schwierig, aber wenn man sie auf ihrer Seite hat, tut sie alles für einen“.

Die Magnetsriederin reitet ausschließlich selbst gezogene Pferde. Die Eltern und schon die Großeltern haben sich mit Pferden beschäftigt. „Ich kenne es nur mit Pferden“, sagt Haarmann, die schon im Alter von drei Jahren bei Turnieren (in der Führzügelklasse) dabei war. Ihr Faible fürs Springreiten entwickelte sich schon früh – als sie als Siebenjährige einen Vollblüter bekam.

Aufgrund ihres Sieges bei der Bayerischen wurde Haarmann erneut in den Landeskader berufen (für ihn muss man sich alljährlich neu empfehlen). „Das ist schon eine sehr große Ehre“, sagt sie. Aufgrund ihrer jüngsten Leistungen ist Haarmann sogar für die deutschen Jugendmeisterschaften nominiert worden, die vom 8. bis 10. September in Aachen über die Bühne gehen. Sie ist schon gespannt, vergisst dabei aber nicht ihre Sportkameradin. Nach dem Sieg in München gönnte Haarmann „Cecilia“ eine längere Turnierpause. „Es sind Tiere und keine Maschinen“, betont sie. Im Training zu Hause ist sehr oft lockeres Reiten oder ein Gang ins Gelände angesagt. „Ein Pferd muss auch ein Pferd bleiben können.“

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