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Da war die Freude groß: Bettina Nuscheler holte mit „Lully“ eine Medaille in München-Riem. Das Foto zeigt das Duo beim S-Sieg in Ingolstadt-Hagau. Dieses Turnier fand unmittelbar vor der bayerischen Meisterschaft statt.
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Gut drauf in München-Riem: Verena Haller (r.) aus Huglfing holte bei den „Junioren I“ Silber, Louisa Petersen aus Pähl überzeugte mit einer S-Platzierung. Da war auch der Coach der beiden, Landestrainer Martin Schäufler, zufrieden.

reiten: bayerische Meisterschaft

Verena Haller freut sich über Silber

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Einmal Silber, einmal Bronze und gute Ritte: Bei den bayerischen Meisterschaften hat der Nachwuchs aus dem Landkreis beachtliche Leistungen gezeigt.

Verena Haller: Die Situation im Finale ähnelte der im Jahr 2017, als Verena Haller Gold bei den „Junioren II“ gewonnen hatte. Auch diesmal musste die Springreiterin aus Huglfing im zweiten Umlauf der finalen Prüfung unbedingt fehlerlos bleiben, um nicht aus den Medaillenrängen zu rutschen. Einmal mehr blieben die 16-Jährige und ihre neunjährige Stute „Carry Anne“ ganz cool und schafften den Parcours in der Ein-Sterne-S-Prüfung ohne Abwurf oder Zeitfehler. Damit war die Silbermedaille bei den „Junioren I“ perfekt. 

Gerechnet habe sie mit dem zweiten Platz nicht, aber Haller war schon bewusst, „dass wir gut mitreiten können“. Den ganzen Winter und das Frühjahr über „haben wir viel trainiert“, sagt die Huglfingerin, die für den RFV Weilheimer Pferdefreunde antritt. Die Anforderungen an sie sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Mussten Haller und „Cary Anne“ bei den „Junioren II“ Hindernisse mit 1,25 Meter Höhe überwinden, so ging es nun im Finale der bayerischen Meisterschaft über 1,40 Meter hohe Stangen – „ein Riesen-Unterschied“, so Haller.

Nach München-Riem reiste sie zuversichtlich. In dieser Saison hatten die Gymnasiastin und ihr Pferd schon diverse Platzierungen in der S-Klasse eingeheimst. So sprang für das Duo in Sauersberg in der S*-Prüfung mit Siegerrunde nach zwei fehlerlosen Ritten ein zweiter Platz heraus. „Wir waren topfit“, so Haller. In die Meisterschaft starteten die Huglfingerin und die mit 1,65 Meter Stockmaß nicht allzu große „Cary Anne“ wunschgemäß: mit einem Nullfehler-Ritt und dem guten achten Platz in der Ein-Sterne-M-Prüfung. In der darauffolgenden Zwei-Sterne-Prüfung belegte das Duo nach einem Abwurf den 13. Platz. Als Siebte zogen sie ins Finale der Top-15 ein. Im S-Springen „hat ,Cary Anne‘ gezeigt, was sie konnte, wir waren echt gut dabei“. Auf dem anspruchsvollen Parcours blieb kein Paar fehlerlos, Haller schob sich mit nur einem Abwurf in die Medaillenränge. Im zweiten Umlauf zeigte das Duo eine ganz feine Leistung und holte sich mit einem Nullfehler-Ritt sowohl in der Prüfung als auch der Gesamtwertung Rang zwei.

Louisa Petersen: Für Louisa Petersen (RFV Weilheimer Pferdefreunde) war es die erste große Meisterschaft auf einem Großpferd. Die Springreiterin (17) aus Pähl war mit ihrem sechsten Platz bei den „Junioren I“ sehr zufrieden – zudem gab es die Nominierung für den Bayernkader. Dass sie unter den Besten mitmischen konnte, „hat mich gefreut, da ich heuer nicht wirklich viele Turniere geritten bin“. Die Pählerin konzentrierte sich vornehmlich auf die Abiturprüfungen, die sie mit einer Note von 1,1 abschloss. „Ich weiß auch nicht, wie das ging“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Kurz vor den Meisterschaften trat Petersen bei ihrem ersten S-Springen an – und erreichte als Sechste in Ingolstadt-Hagau gleich eine Platzierung. Der erste Auftritt in der schweren Klasse (mit Hindernissen von 1,40 Metern Höhe) „ist für jeden ein besonderer Schritt. Deswegen habe ich mich über das Ergebnis wahnsinnig gefreut.“ In München starteten sie und die 16-jährige belgische Stute „Carlanda“ mit einem Nullfehler-Ritt (4. Platz). In der zweiten Prüfung machten schwierige Licht- und Schattenverhältnisse dem Duo zu schaffen, was mit 14 Strafpunkten (20. Platz) endete. Dennoch qualifizierte sich die Pählerin fürs Finale. In dem S-Springen kam Petersen aus dem ersten Umlauf mit zwei Abwürfen. „Da hatten viele Probleme“, berichtete die Pählerin, die wie Verena Haller (siehe oben) bei Landescoach Martin Schäufler trainiert. Der Parcours war nicht nur der hohen Hindernisse, sondern auch der Linienführung wegen knifflig. Die Distanzen, also wie viele Galoppsprünge nötig sind, „waren nicht so eindeutig“, sagte Petersen. Der große Grasplatz, auf dem das Springen stattfand, war obendrein für viele ungewohnt. Turniere in hiesigen Regionen finden meist auf kleineren Sandplätzen statt. Petersen und „Carlanda“ meisterten die Herausforderung im zweiten Umlauf jedoch vorzüglich: Sie blieben fehlerfrei und holten als Vierte eine S-Platzierung.

Julia Haarmann: Die Springreiterin aus Magnetsried (im Vorjahr Siegerin bei den „Junioren I“) zog sich bei den „Jungen Reitern“ gut aus der Affäre. Mit der elfjährigen Westfalen-Stute „Cecilia“ belegte das Mitglied der „Weilheimer Pferdefreunde“ in der Meisterschaft den achten Platz. In der abschließenden Finalprüfung, einem Ein-Sterne-S-Springen, erreichte sie als Siebte eine Platzierung.

Lara Arndt: Dressurreiterin Lara Arndt (RFV Weilheimer Pferdefreunde) ging gleich in zwei Altersklassen an den Start. Im Sattel der siebenjährigen Stute „Fiordiligi“ landete die Bernriederin bei den „Junioren II“ (bis 16 Jahre) auf dem achten Platz. Das Duo hatte heuer bei den oberbayerischen Meisterschaften in Brunnthal-Riedhausen die Goldmedaille gewonnen (wir berichteten). Schließlich trat Arndt in München-Riem noch bei den Ponyreitern an. Mit dem 13-jährigen Wallach „Kleiner Kronprinz“ wurde sie Fünfte. Zu Bronze fehlten dem Duo am Ende nur 4,21 Punkte.

Bettina Nuscheler: Sie hatte Silber zu Greifen nah, doch am Ende war Dressurreiterin Bettina Nuscheler auch mit Bronze hochzufrieden. Die 19-Jährige aus Altenstadt, die für den RFV Fuchstal reitet, absolviert ihr erstes Jahr in der Altersklasse „Junge Reiter“. Der Sprung von den Junioren „ist nicht so leicht, es gibt schwierigere Lektionen“, sagt die BWL-Studentin. „Ich habe mich sehr gefreut, dass es gleich fürs Podest gereicht hat.“ Auf einer bayerischen Meisterschaft ist eben auch die Konkurrenz gewaltig, „da geht es schon zur Sache“. Nuscheler, die 2016 bei den „Junioren I“ Gold geholt hatte, war diesmal gleich mit zwei Pferden am Start, mit „Lully“ und mit „Fascinate“. Mit beiden erzielte sie in den ersten beiden Wertungsprüfungen – jeweils eine Ein-Sterne-S-Prüfung – ganz starke Resultate und holte jeweils Schleifen. Mit dem 16-jährigen Hannoveraner-Wallach „Lully“ wurde sie zweimal Zweite, mit dem 14-jährigen Westfalen-Wallach „Fascinate“ sprangen ein dritter und ein vierter Rang heraus. Im Finale der besten Acht, das doppelt zählt, muss sich der Teilnehmer dann für ein Pferd entscheiden. Nuschelers Wahl fiel auf „Lully“. Dass sie in der Gesamtwertung vom zweiten noch auf den dritten Platz zurückfiel, lag aber nicht am Pferd. „Es waren eher meine Fehler“, sagte Nuscheler nach dem Ritt in der St.-Georges-Kür, in dem sie als Sechste gewertet wurde. Ihr Fazit: „Ich brauche noch mehr Erfahrung in der Klasse, um drei Tage auf gleich hohem Niveau zu reiten.“ Trotz allem überwog die Zufriedenheit. Sie hofft nun, für die deutsche Meisterschaft nominiert zu werden, die von 6. bis 9. September in München-Riem über die Bühne gehen.

In der Woche vor den bayerischen Titelkämpfen war Nuscheler ein besonderer Erfolg gelungen: Bei den Reitertagen in Ingolstadt-Hagau durfte die 19-Jährige ihren ersten Sieg in der S-Klasse bejubeln. Mit „Lully“ gewann sie nach einem spannenden Wettbewerb die Eine-Sterne-S-Prüfung. „Das war cool. Das freut einen natürlich“, so ihr Kommentar. Mit einem Punkt Vorsprung setzte sich Nuscheler gegenüber Raphael Netz (RFV Aubenhausen) durch.

Seit März lebt die Studentin vornehmlich in München und trainiert auf dem Reitstall des mehrfachen bayerischen Meisters Uwe Schwanz in Sauerlach. Fast jeden Tag ist Nuscheler dort, insgesamt reitet sie zwei Pferde. Diese Abwechslung kommt ihr zupass, „man lernt reiterlich sehr viel dazu“. 

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