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Robert Sirch (Pfredefrfreunde Fischen) holte mit Kilcoltrim Seanie“ in Unterbeuern zwei zweite Plätze.

Reiten: Vielseitigkeit

Spektakel im Gelände: Robert Sirch bleibt auch ohne Uhr in der Zeit

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Die Vielseitigkeit fordert Pferd und Reiter in besonderem Maße. Bei den Turnieren in Unterbeuern und Schwaiganger spielten Protagonisten aus dem Landkreis jeweils eine gute Rolle.

Unterbeuern: Der Wind fegte über die Wiesen, am Himmel jagten die Wolken entlang. Und mindestens ebenso schnell galoppierten Martin Drescher (PSV Unterbeuern) und die fünfjährige Stute „Spinning Jenny“ über die Geländestrecke rund um den Hof von Gastgeber Alfred Graf. Vor jedem Hindernis musste Drescher mit einem lauten „Brr“ sein hoch motiviertes Pferd gar zügeln. Den gut 2000 Meter langen Kurs in der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A** absolvierte das Duo in 4:07 Minuten und blieb damit locker in der erlaubten Zeit. Selbst nach dem Zieldurchlauf wollte „Spinning Jenny“ keine Ruhe geben. Das Pferd „hat drei PS mehr als die anderen“, so Drescher lächelnd. In der Gesamtwertung nach Dressur, Springen und Gelände wurde er Siebter unter 31 Startern. Drescher war nicht der einzige Reiter aus der Region, der speziell im Gelände auftrumpfte.

Robert Sirch (Pferdefreunde Fischen) schaffte, was die Richtzeit betrifft, mit „Kilcoltrim Seanie“ eine sekundengenaue Punktlandung – und das ohne Uhr am Handgelenk. Ohne Fehlerpunkte beim Springen und im Gelände wurde er Gesamtzweiter. Ähnlich lief es für Tochter Johanna Sirch: Mit „Suas Linn“ lag sie nach der Dressur auf Rang sechs und arbeitete sich mit fehlerlosen Ritten im Springen und im Gelände auf Platz drei. Robert Sirch holte im Übrigen tags darauf mit „Kilcoltrim Seanie“ in der L-Prüfung erneut einen zweiten Rang.

Unterbeuern: Robert Sirch zweimal auf Platz zwei 

Anerkennende Kommentare von Zuschauern gab’s beim Gelände-Auftritt in der A**-Prüfung von Lena Setzwein (RFV Weilheimer Pferdefreunde), die mit dem Pony „Atlantic Breath of Life“ flott, aber zugleich sehr sicher über die Cross-Strecke eilte. „Die fand ich am besten“, hieß es von einem Besucher an Hindernis 18. Dass es am Ende mit dem 14. Rang nicht zu einer Platzierung reichte, lag an einigen Abwürfen beim Springen. Zu den wenigen, die im abschließenden Geländeritt ganz ohne Fehler blieben, gehörten Meike Weber (Pferdefreunde Fischen) und „Shamrock xx“ – damit holten sie sich Platz fünf im Wettbewerb, in dem auch die Kreismeister ermittelt wurden. 

Unterbeuern: Lehrreiche und anspruchsvolle Strecke 

Weber, die Sport-Pferde ausbildet, war mit dem Wallach zufrieden: Das Gelände habe er „wie an der Schnur gezogen“ absolviert. Für sie gilt: „Unterbeuern ist immer eine Reise wert.“ Das liegt nicht zuletzt an der Cross-Strecke. Die sei „lehrreich, ohne die Pferde vor unlösbare Aufgaben zu stellen, dabei doch anspruchsvoll“. Jubelnd überquerte Ramona Schwaiger (RFV Ammersee) die Ziellinie. Sie hatte, mit „Quinta“, erstmals einen Geländekurs absolviert. Kurz hatte Schwaiger die Orientierung verloren („Wo ist denn die 16?“, rief sie), von Richtern kam reaktionsschnell der Hinweis – und der Sprung wurde überwunden. In Unterbeuern geht es eben auch familiär zu.

Schwaiganger: Reiter aus sieben Nationen waren zum „Alpen-Cup“ des RZV Lechtal gekommen. Die höchste Prüfung bildete ein kurzer Drei-Sterne-CCI. Dort holte sich Nina Schultes mit „Zappelphilipp“ den Sieg. Schultes (TG Lohrbachhof), hat früher auf dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger gearbeitet und heuer den bayerischen Meistertitel der Vielseitigkeitsreiter gewonnen. Im Kampf um den Sieg beim „Alpen-Cup“ ging es knapp zu: Schultes lag nur 0,5 Punkte vor der Schweizerin Jrina Giesswein (mit „Chester Sp“).

Schwaiganger: Nina Schultes siegt im kurzen Drei-Sterne-CCI

Im kurzen Zwei-Sterne-CCI verpassten mehrere hiesige Reiter haarscharf eine Platzierung. Martin Drescher (PSV Unterbeuern) hatte mit „Pangraz“ (21. Platz) nur 0,4 Punkte zu viel auf dem Konto. Pia Sophie Schmid (RFV Weilheimer Pferdefreunde) war mit „Bernado“ vor allem im Gelände gut unterwegs, blieb in der geforderten Zeit. Den Wettbewerb beendete das Duo auf dem 22. Rang; ein Strafpunkt weniger, und die beiden wären platziert gewesen. Den Sieg vor hunderten Zuschauern holte sich die Österreicherin Viktoria Wolf (mit „Dolce Vita“).

Vielseitigkeit: Bilder aus Unterbeuern und Schwaiganger

Die Prüfung der Klasse A* zählte zur oberbayerischen Meisterschaft für Junioren/Junge Reiter. Der Pollingerin Lena Setzwein (RFV Weilheimer Pferdefreunde) gelang dort mit „Atlantic Breath of Life“ eine Aufholjagd. Nach Dressur und Springen (ein Abwurf) lag das Duo auf dem 26. Platz. Im Gelände glänzten Setzwein und ihr Pony mit einem furiosen Ritt: Das Duo blieb unter der Richtzeit – das schaffte kein anderes Paar. In der Gesamtwertung verbesserte sich Setzwein so auf den zehnten Platz und wurde Zweite in der oberbayerischen Meisterschaftswertung. Eine gute Dressur, ein fehlerfreies Springen und nur ein paar Zeitfehlerpunkte im Cross bescherten Helga Erlacher (RFV Weilheimer Pferdefreunde) und „Gabriella“ den dritten Platz in der Gesamtwertung. 

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Indoor-Sieg für Nina Schultes - Der RZV Lechtal hat zum Turnier-Auftakt nach Achselschwang geladen. Rund 90 Starter zeigten in der Halle ihr Können beim Ritt über Cross-Hindernisse.

Neuer Ausrichter in Unterbeuern - Das Vielseitigkeitsturnier in Unterbeuern ist mit einem neuen Ausrichter über die Bühne gegangen. Die Cross-Strecke war wie immer: anspruchsvoll.

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