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Duell mit einer Großmeisterin: Beim „Tradewise Chess Festival“ saß Klaus de Francesco vom SK Weilheim im Master-Turnier der russischen Top-Spielerin Alexandra Kosteniuk gegenüber und holte ein Remis.
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Zweimal gab‘s dieses Duell: Thomas Lochte vom SK Weilheim traf in beiden Challenger-Turnieren auf die Französin Nino Maisuradze.

Schach

Happy-End in Gibraltar bleibt aus

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Beim topbesetzten „Tradewise Chess Festival“ in Gibraltar waren zwei Spieler des SK weilheim dabei. Einer verpasste nur ganz knapp eine Meister-Norm.

Landkreis – Für Klaus de Francesco war das Ganze einfach nur schade. Beim mit zahlreichen Weltklasse-Spielern besetzten „Tradewise Chess Festival“ in Gibraltar hatte der Zweitliga-Akteur des Schachklubs (SK) Weilheim nach diversen starken Auftritten nur knapp seine dritte IM-Norm verpasst. Auf den Titel „Internationaler Meister“ muss der 48-Jährige damit weiter warten. „Er hat super gespielt, ist aber nicht belohnt worden“, sagte Vereinskollege Thomas Lochte, der mit de Francesco nach Gibraltar gereist war. Am Ende hatten beide im Masters-Turnier, das über zehn Runden ging, 4,5 Punkte auf dem Konto. Fide-Meister Klaus de Francesco belegte den 161. Rang, Lochte landete auf dem 189. Platz unter 276 Spielern.

Auch wenn de Francesco und Lochte am Ende nah beieinander lagen, so war der Weg der beiden während des Turniers doch sehr unterschiedlich. De Francesco, der in der Region auch als Trainer der Münchener Schachakademie bekannt ist, saß deutlich stärkeren Gegnern als Lochte gegenüber. Bis auf zwei Ausnahmen hatte er Kontrahenten, die zum Teil weitaus höhere Elo-Zahlen als er selbst (2287 Punkte) aufwiesen. Das hat auch mit dem speziellen Modus bei Schach-Turnieren zu tun. Wer in einer Runde punktet, trifft in der nächsten Runde auf einen Spieler, der ebenfalls gepunktet hat. Das heißt, im Turnier treffen jeweils die besseren Spieler direkt aufeinander. Klaus de Francesco saß letztlich vier Großmeistern und drei Internationalen Meistern gegenüber. Zur Halbzeit hatte er 3,0 Punkte (1 Siege/2 Remis/1 Niederlage) zu Buche stehen. Dem indischen Großmeister Abhijeet Gupta (Elo: 2610) unterlag er. Danach punktete de Francesco viermal in Folge, holte dabei gegen die Großmeister Alexandra Kosteniuk (Russland/2561) und David Anton Guijarro (Spanien/2666) je ein Remis. Danach verließ de Francesco das Glück, er verlor gegen die russische Großmeisterin Valentina Gunina (sie war am Ende fünftbeste Frau) und den israelischen Internationalen Meister Eyal Grinberg. Danach bewies der Zweitliga-Spieler Kampfgeist und holte aus den restlichen drei Partien noch 1,5 Punkte.

Thomas Lochte hatte sich – wie schon im vergangenen Jahr – in Gibraltar ein Mammutprogramm auferlegt. Der Feldafinger nahm nicht nur am Master-Turnier, sondern auch am Challenger-A- und Challenger-B-Bewerb teil. Das hieß: 20 Partien in zehn Tagen. Im Master-Turnier schrammte Lochte (60) um einen halben Punkt an einem Preis bei den Senioren vorbei. Mit der „Qualität meiner Partien war ich nicht zufrieden“, sagte er. „Die Präzision stimmte nicht.“ Zum Start verlor er gegen den für Italien startenden Großmeister Danyyil Dvirnyy. Nach fünf Runden hatte Lochte 1,5 Punkte (1 Sieg/1 Remis/3 Niederlagen) geholt. Davon ließ er sich nicht entmutigen und verlor in den restlichen fünf Partien nur noch einmal.

In den beiden Challenger-Turnieren „habe ich zwischendrin unfreiwillig Remise eingestreut“, berichtete Lochte. So reichte es jeweils nicht zu einem absoluten Top-Platz und zu einem der begehrten Geld-Preise. Im Challenger-A belegte Lochte (3,0 Punkte aus fünf Partien) den 17. Platz. Eine Niederlage in der letzten Runde gegen den Peruaner Javier Longa Yauca wurde ihm zum Verhängnis. Auch im Challenger-B schrammte Lochte (3,0 Punkte/25. Platz) durch eine Niederlage in der letzten Runde an einem Preisgeld vorbei. Die Partie „hat mich 200 Pfund gekostet“, rechnete Lochte vor. Dabei unterlag er der französischen Frauen-Großmeisterin Nino Maisuradze, die er im Challenger-A noch besiegt hatte. Ein Qualitätsverlust (Springer gegen Turm) gab den Ausschlag.

Die Reise nach Gibraltar habe sich trotz allem gelohnt. „Es war ein großes Erlebnis. Die ganze Schachwelt war versammelt“, sagte Lochte. Während der zwölf Tage gab es interessante Begegnungen mit Spielern aus allen Kontinenten. Sportlich hochklassig war speziell das Master-Turnier: Dort traten immerhin sechs Spieler aus den männlichen Top Ten der Welt an. Den Sieg und zugleich 25.000 Pfund Preisgeld holte sich in einem spannenden Play-off-Finale der Armenier Levon Aronian (Elo: 2797). Den ersten Platz unter den Frauen belegte die Schwedin Pia Cramling (Elo: 2659), die 6,5 Punkte holte und 15.000 Euro Preisgeld bekam.

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