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„Wunderbares Turnier“: SC Hohenpeißenberg bekommt vom Sieger ein dickes Lob

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Von: Paul Hopp

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Ein volles „Haus der Vereine“ war bei der viertägigen Kreis-Einzelmeisterschaft in Hohenpeißenberg geboten.
Ein volles „Haus der Vereine“ war bei der viertägigen Kreis-Einzelmeisterschaft in Hohenpeißenberg geboten. © EMANUEL GRONAU

Über 100 Schachspieler waren zur Kreismeisterschaft nach Hohenpeißenberg gekommen. Der SK Weilheim räumte vier Titel ab, für die Gastgeber gab es großes Lob.

Hohenpeißenberg – Thomas Lochte geriet ins Schwärmen. „Ein wunderbares Turnier“ sei das gewesen, was der Schachclub Hohenpeißenberg da mit Unterstützung des SC Peiting im „Haus der Vereine“ auf die Beine gestellt hatte.

Beeindruckt war Lochte von der Hingabe, mit der sich die Ausrichter ums Wohl der Teilnehmer der Einzel-Meisterschaft im Kreis „Zugspitze“ bemühten. Er könne sich gut vorstellen, die Meisterschaft „dort öfters abzuhalten“. Nun hat ein Urteil von Lochte in Sachen „Turnierschach“ durchaus Aussagekraft. Der Feldafinger (65), beim Oberligisten SK Weilheim eine feste Größe, hat, mit Ausnahme der Antarktis, schon auf allen Kontinenten Wettbewerbe absolviert und dabei weit über 3000 Partien hinter sich gebracht.

So ein Lob aus berufenem Munde werden die Hohenpeißenberger gern vernommen haben. Der SC selbst war zufrieden damit, dass die Veranstaltung „sehr gut verlaufen“ sei, wie der 2. Vorsitzende, Werner Grund, auf Anfrage sagte. „Es gab auch keine Zwischenfälle.“ Die Chronik des Schachkreises zeigt, dass schon einmal, 1962, eine Kreismeisterschaft in Hohenpeißenberg stattgefunden hatte. Für den Schachclub, Werner Grund ist schon seit 1976 im Klub dabei, war die Ausrichtung aber eine Premiere. Das Teilnehmerfeld geriet mit gut 100 Startern kleiner als in den Jahren vor Corona, somit entfiel die Kategorie „Hauptturnier“. Dennoch war der Wettbewerb „ordentlich besetzt“, sagte Grund. Nach zwei Online-Formaten (2021, 2022) fand die Meisterschaft erstmals wieder in Präsenz statt.

Sportlich gesehen war der SK Weilheim der erfolgreichste Klub: Alle vier Erwachsenen-Titel gingen in die Kreisstadt. Eine echte Überraschung gelang Rainer Heidebreck in der Meisterklasse 2, der am Ende mit 6,0 Punkten aus sieben Runden den ersten Platz belegte. Der Routinier war zwar mit der höchsten Wertungszahl als Nummer eins gestartet, hatte aber im Vorfeld laut Lochte nicht die Topform gezeigt. Im Turnier war Heidebreck dann nicht aufzuhalten.

Siegerehrung in der Meisterklasse 1: Thomas Lochte (Mi.) mit Kreis-Spielleiter Klaus Grießbach (l.) und Marcus Steiner, dem Vorsitzenden des Schachkreises.
Siegerehrung in der Meisterklasse 1: Thomas Lochte (Mi.) mit Kreis-Spielleiter Klaus Grießbach (l.) und Marcus Steiner, dem Vorsitzenden des Schachkreises. © Schachkreis Zugspitze

Nach einem Remis gegen Alexander Weckerle (SC Peiting) gelangen ihm fünf Siege am Stück. Zum Schluss gab es ein weiteres Remis gegen den Zweiten, den jungen Vereinskollegen Linnart Horne (5,5). Heidebreck war mit seinem Abschneiden sehr zufrieden. Bei der Siegerehrung sagte der Über-70-Jährige mit Blick auf den Titelgewinn scherzhaft: „Man muss warten können.“

Rainer Heidebreck siegt in Meisterklasse 2

Thomas Lochte heimste in der Meisterklasse 1 derweil seinen mittlerweile fünften Kreis-Einzeltitel ein. Der SK-Spieler hatte schon 1978, 1979, 1990 und 2011 ganz oben gestanden. Mit 5,5 Punkten setzte er sich aufgrund der besseren Buchholz-Wertung gegenüber Frank Lippert (SK Gräfelfing) durch. Vorentscheidend waren laut Lochte die Resultate in den Runden drei und vier. Da holte er zunächst gegen Hermann Schmid (SC Peiting) einen Sieg. Lochte und Schmid (der Über-80-Jährige spielte ein starkes Turnier) kennen sich seit Jahrzehnten. „Er hat solide verteidigt, ich habe knapp gewonnen“, so der SK-Akteur.

In Runde vier bezwang Lochte den zu dem Zeitpunkt punktgleichen Korbinian Böhm (SF Windach) mit den schwarzen Steinen. „Das war ein Big-Point.“ Mit nunmehr 4,0 Punkten spielte er in Runde fünf gegen Lippert remis. In der letzten Runde stand zwischen Lochte und dem zwölfjährigen Marco Limmer (TV Tegernsee) eine scharfe Variante auf dem Brett. Ein Remis brachte dem Weilheimer den Turniersieg und dem Youngster den beachtlichen dritten Platz. Lochte lag auch in der Seniorenwertung vorn.

Den vierten Titel für den SK Weilheim holte Martina Pils als Siegerin der Damenwertung. In der Meisterklasse 2 belegte sie mit 3,5 Punkten den 17. Platz. Mit ihrem Spiel war Pils aber nur bedingt zufrieden.

Für den gastgebenden SC Hohenpeißenberg waren sechs Akteure am Start. Grund hatte aufgrund seiner Wertungszahl in der Meisterklasse 1 anzutreten. Dort belegte er mit 3,0 Punkten den 19. Rang, was für ihn in Ordnung war. „Es waren alles harte Kämpfe“, berichtete er. In den Runden drei bis sechs gelangen ihm zwei Siege und zwei Remis – zumeist aus einer schlechteren Stellung heraus. Die Partien „wurden bis zum bitteren Ende ausgefochten“ – mit Zeitnot und was so dazugehört. Pro Tag saß Grund zwischen neun und zehn Stunden am Brett. Die weiteren Hohenpeißenberger belegten in der Meisterklasse 2 Mittelfeldränge. „Mehr ist für uns nicht drin“, so Grund. Jakob Shub-Oseledchik (11.) und Peter Zerle (12.) schnitten mit je 4,0 Punkten am besten ab. Hohenpeißenbergs Routinier Hermann Krinninger verzichtete auf einen Start. Er sorgte vielmehr mit großem Einsatz in der Küche dafür, dass die Teilnehmer verköstigt wurden.

Vom SC Peiting schafften es Robert Kees (8./4,5) und William Böhme (9./4.0) in der Meisterklasse 2 in die Top Ten. In der Meisterklasse 1 überzeugte Hermann Schmid als Siebter (4,0), am Start waren noch Robert Siller (15./3,0) und Thomas Bleichner (20./2,5). Beim Nachwuchs (U18 bis U10) erwies sich der TV Tegernsee mit drei Titeln am erfolgreichsten. Die U10 gewann der sechsjährige Simon Roscher (Germering).

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