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Gewusel wie in einem Bienenstock: Zahlreiche Zuschauer drängten sich in der Halle in Wijk aan Zee, vor allem die Weltklasse-Akteure wurden beäugt.
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Die Züge passten: Thomas Lochte (hier ein Archivfoto) gewann in seinem Turnier sechs von neun Partien.

Schach

Thomas Lochte Tisch an Tisch mit Weltmeister Carlsen

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Schachspielen in unmittelbarer Nähe der Weltklassespieler? Für Thomas Lochte vom SK Weilheim wurde dies beim „Tata Stell Chess Tournament“ zur Realität.

Landkreis – Zuschauermassen bei einem Schachturnier? Was in Deutschland undenkbar ist, ist beim „Tata Steel Chess Tournament“ im niederländischen Wijk aan Zee der Normalfall. Bei der 83. Auflage des topbesetzten Wettbewerbs mussten die Organisatoren sogar zum Mittel der „Blockabfertigung“ greifen, um dem Besucheransturm Herr zu werden. Mittendrin in dem Getümmel befand sich Thomas Lochte, Schachspieler des Zweitligisten SK Weilheim. Er nahm an einem der zahlreichen Wettbewerbe für Amateure teil.

Der Feldafinger (61), der in aller Welt schon Turniere gespielt hatte, fand das, was da beim „Tata Steel“-Turnier abging „schon ungewöhnlich“. Das lag vor allem an der Besetzung des Meisterturniers, an dem sich die Elite des Schachsports ein Stelldichein gab. „Ich sehe auch nicht jeden Tag die Hälfte der absoluten Weltklasse“, so Lochte. Von den Top-15 der aktuellen Weltrangliste waren acht Spieler da, darunter auch der Führende, Weltmeister Magnus Carlsen. Der Norweger gewann mit 9,0 Punkten aus 13 Runden am Ende auch das Turnier der Besten und ist mit nunmehr sieben Siegen (seit 2008) der Rekordhalter bei dem Traditionswettbewerb, der seit 1938 regelmäßig stattfindet. Lochte war bei seinem Spielen im Saal übrigens so positioniert, dass er praktisch direkt neben den ganz Großen saß.

Das allein war aber nicht der Grund, warum der SK-Spieler am Ende zufrieden aus Wijk aan Zee abreiste. Der Feldafinger zeigte in seinem Turnier mit Spieler zwischen 2000 und 2200 Elo eine starke Leistung. Mit 7,0 Punkten aus neun Partien (6 Siege/2 Remis/1 Niederlage) belegte er den zweiten Platz. Ein schöner Erfolg, zumal Lochte seine „ramponierte Elo-Zahl wieder verbesserte“, wie er sagte. In den Turnieren davor hatte er, zumeist etwas unglücklich, diverse Elo-Punkte verloren. Nun machte er satte 50 Zähler gut und steht bei 2130 Punkten. Die Elo-Zahl gibt die Spielstärke von Schachspielern an. Die Top-40 der Welt haben alle eine Elo-Zahl von über 2700, Top-Mann Carlsen steht derzeit laut Weltschachverband Fide bei 2845 Zählern.

Beeindruckend geriet unter anderem Lochtes Sieg in der sechsten Runde gegen den wesentlich stärker eingeschätzten Deutschen Christoph Krings. Krings, gesundheitlich etwas angeschlagen, verabschiedete sich danach aus dem Turnier. Gegen den Turniersieger, Luuk Baselmaans, erreichte Lochte ein Remis. Die einzige Niederlage musste er gegen den späteren Drittplatzierten, Ferdinand Binnendijk, hinnehmen.

Im Challenger-Turnier, der zweiten Ebene unter dem Meisterturnier, waren auch zwei Deutsche am Start: Nachwuchstalent Vincent Keymer (14) und die beste deutsche Frau, Elisabeth Pähtz (34). Keymer belegte mit 5,5 Punkten aus 13 Partien den zehnten Platz, Pähtz (im Jahr 2002 Juniorenweltmeisterin) landete mit 3,5 Punkten auf dem 13. Rang. Den Sieg im Challenger-Turnier holte sich der Weißrusse Vladislav Kovalev (2703 Elo), der in der Fide-Rangliste an Position 40 steht.  ph

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