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Noch einmal volle Konzentration: Maximilian Ulbrich brachte mit seiner letzten Serie den Sieg seiner Mannschaft im Topduell der 2. Bundesliga unter Dach und Fach.

Schießen: 2. Bundesliga. Luftgewehr

Unter Druck läuft Maximilian Ulbrich zur Höchstform auf

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Zu denjenigen, die unter Druck versagen, gehört Luftgewehrschütze Maximilian Ulbrich nicht. Im Topduell der 2. Bundesliga hatte der Wilzhofener in Diensten der FSG Dießen Nerven wie Drahtseile.

Dießen Als er unter Druck stand, lief Maximilian Ulbrich zur Höchstform auf. Mit einer Topserie bewies die Nummer eins der FSG Dießen seien Extraklasse und führte seine Mannschaft in der 2. Luftgewehr-Bundesliga im Spitzenduell zum 3:2-Sieg gegenüber den bis dato punktgleichen Post SV Plattling.

Schießen: Maximilian Ulbrich als einziger noch im Schießstand

Als Maximilian Ulbrich noch neun Schüsse abzugeben hatte, waren alle anderen Schützen schon längst fertig mit ihrem Programm. Von der Nummer eins der Dießener hing es ab, ob sich sein Team gegen Plattling vorzeitig den Sieg sichern würde oder ob die endgültige Entscheidung erst im Stechen zwischen seinem Bruder Johannes und Karsten Strobelt fallen würde, die beide mit 386 Ringen aus dem Stand gegangen waren. Zu diesem Zeitpunkt führten die Königlich-Privilegierten gegen den Tabellenzweiten mit 2:1. Stefan Wadlegger (393) hatte sich Vanessa Hofstetter (396) beugen müssen, während sich Alisa Zirfaß (391) gegen Petra Bachl (389) und Stephan Sanktjohanser (393) gegen Andrea Hartl (386) durchgesetzt hatten.

Schießen: Zum Sieg braucht Ulbrich in der letzten Serie 100 Ringe

Alle Augen waren nun auf Maximilian Ulbrich gerichtet, der seine letzte Serie mit einer 100 abschließen musste, um die 395 Ringe zu überbieten, die Monika Dummer vorgelegt hatte. Nach drei Serien lagen die beiden Duellanten mit jeweils 296 Zählern noch gleichauf. Als der Wilzhofener seinen ersten Schuss im letzten Durchgang auslöste, beendete die Niederbayerin mit einer 99 ihren Wettkampf. Bis dahin war Ulbrichs Strategie nicht aufgegangen. Statt Dummer mit schnellen Einlagen gleich zu Beginn unter Druck zu setzten, geriet der 20-Jährige selbst in Bedrängnis. Seine Gegnerin gab den Rhythmus vor, er musste nachziehen.

Schießen: Auf einmal schwindet bei Ulbrich die Konzentration

Nach dem ersten Durchgang lagen beide mit einer 100 gleichauf, nach dem zweiten verschaffte sich Ulbrich (99) einen Vorteil, denn seine Konkurrentin kam nur auf 97 Ringe. „Da ist die Spannung auf einmal abgeflacht“, so Ulbrich, der seine Konzentration schwinden sah. Seine neue Atemtechnik, die er sich in jüngster Zeit antrainiert hatte, führte dazu, dass seine Lungen leicht gereizt waren. Er versuchte zwar, den Hustenreiz zu unterdrücken, aber er konnte nicht verhindern, dass die Schüsse nicht mehr ganz so exakt aus dem Lauf kamen. Als er seine dritte Serie mit einer 97 beendete, hatte Dummer (99) wieder gleichgezogen.

Schießen: Von sechs Duellen hat Maximilian Ulbrich bereits drei verloren

Eine weitere Niederlage wollte Ulbrich auf jeden Fall vermeiden, der in dieser Saison von seinen sechs Duellen bereits die Hälfte verloren hatte. „Das hat mein Ego angekratzt“, so der Wilzhofener. Diese Bilanz ärgerte ihn ebens wie sein Ringschnitt, der bis dato bei rund 395 lag. Um diesen Eindruck zu korrigieren, musste er über sich hinauswachsen. „Wenn du dich jetzt zusammenreißt und mit 100 ausschießt, hast du es safe“, sprach er sich vor dem Schlussakkord Mut zu. Von nun an arbeitete Ulbrich bei jedem Schuss äußerst sauber. Seine Präzision kostete ihn jedoch wertvolle Zeit. Aber irgendwie kam er mit seinem Programm durch und hatte vor seinem zehnten Schuss noch zweieinhalb Minuten auf der Uhr. Die sollten eigentlich reichen. Allerdings geriet ihm zuletzt sein finaler Schuss immer zur Zitterpartie. Er wusste, bei einem Neuner musste er ins Stechen, bei einem Achter war der Kampf verloren.

Schießen: Mit einer überragenden 10,6 sichert Ulbrich der FSG Dießen den Sieg

Gut 50 Zuschauer hielten den Atem an. Ulbrich hatte sein Ziel haargenau erfasst, er musste nicht mehr absetzen und drückte ab. Es war ein überragender Zehner (10,6). „Ich war von den Nerven so was von fertig“, räumte Ulbrich ein. Sein Vater Alois, der die Leistung seines Sohnes von den Rängen aus erlebte, war hingerissen. „Beachtlich, wie er das gemacht hat.“ Und sein Bruder war einfach nur dankbar. So konnte er es sich problemlos leisten, sein Stechen gegen Strobelt zu verlieren. Der jüngere Ulbrich hatte vorzeitig alles gerichtet und für den 3:2-Sieg des Tabellenführers gesorgt. 

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