Sie hat den Abflug gemacht: Alisa Zirfaß tritt künftig für den Ligakokurrenten Vöhringen in den Schießstand. Ihr ehemaliger Teamkamerad Maximilian Ulbrich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen.
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Sie hat den Abflug gemacht: Alisa Zirfaß tritt künftig für den Ligakokurrenten Vöhringen in den Schießstand. Ihr ehemaliger Teamkamerad Maximilian Ulbrich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

Schießen: Komplizierte Kaderplanung bei Bundesliga-Aufsteiger Dießen

Maximilian Ulbrich im Telefonstress: Nach vielen Absagen klappt‘s doch mit Zugängen 

  • vonChristian Heinrich
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Dießen/Wilzhofen In den vergangenen Wochen wurde das Handy von Maximilian Ulbrich einem wahren Stresstest unterzogen. Die Nummer eins im Luftgewehrteam der FSG Dießen telefonierte um die 20 Nummern ab, um dem Kader des Bundesliga-Aufsteigers für die kommende Saison Verstärkung zu vermitteln. Doch die Antwort, die der Verantwortliche für das Transferwesen erhielt, war stets dieselbe. „Entweder hatten die Kandidaten schon bei ihrem alten Verein oder bei einem neuen zugesagt“, sprach Ulbrich von einer frustrierenden Resonanz.

Schießen: Maximilian Ulbrich über Abgang von Alisa Zirfaß sauer

Der Wilzhofener kam immer zu spät, weil er sich erst Mitte April auf die Suche begeben hatte. Unfreiwillig, denn eigentlich waren die Königlich-Privilegierten davon ausgegangen, dass Alisa Zirfaß beim Team vom Ammersee ein weiteres Jahr dranhängen würde. Die junge Dame überlegte es sich jedoch anders und unterschrieb beim Bundesligisten SV Pfeil Vöhringen, was Ulbrich nicht nachvollziehen kann. „Eine fragliche Entscheidung“, kritisiert er den Entschluss seiner ehemaligen Mitstreiterin, „weil sie dort nicht in der Ersten Mannschaft schießen wird“. Der Kader des Ligakonkurrenten ist so hervorragend besetzt, dass schon zwei deutsche Schützen ausfallen müssten, damit Zirfaß einen Platz in der Stamm-Fünf erhält.

Schießen: Ulbrich und die FSG Dießen handeln sich viele Absagen ein

Nachdem sich Ulbrich bei allen Schützen, die ihm eingefallen waren, einen Korb geholt hatte, standen nur noch drei Namen auf seiner Liste. Einer von ihnen war der von Ines Maierhofer. Die Niederbayerin hatte sich mit den Bergschützen Voglarn für die Relegation zur 2. Bundesliga qualifiziert. Da die Ausscheidung wegen der Corona-Pandemie jedoch ausfiel, wurde das Quintett um Barbara Engleder, die Olympiasiegerin von Rio im Kleinkaliber-Dreistellungskampf, direkt nach oben versetzt. Ulbrich ließ deshalb zunächst den Kontakt mit Engleder herstellen, die einen Wechsel ihrer Teamkollegin befürwortete. Da sich Maierhofer den Sprung in die höchste deutsche Liga auch selbst zutraute, musste nur noch ein organisatorisches Problem gelöst werden. Als Bäckerei-Fachverkäuferin arbeitet sie auch am Wochenende. Ihr Einsatz hing deshalb vor allem vom Ja ihres Arbeitgebers ab. Der hatte nichts einzuwenden, weshalb Ulbrich seinen zweiten Neuzugang nach Lisa-Marie Höpp (SV Lauertal Burglauer) unter Dach und Fach brachte.

Schießen: Mit dem Ungarn Klenczner verstärkt ein zweiter Ausländer die FSG Dießen

Dem jungen Team verpasste der Transfer-Manager noch einen zweiten Ausländer. Zwar erfüllte der Österreicher Stefan Wadlegger voll und ganz die Erwartungen der FSG, doch Ulbrich wollte wie die übrigen Vereine der 1. Bundesliga noch eine Alternative in der Hinterhand haben. Marton Istvan Klenczner, den Ulbrich und Wadlegger bei der Europameisterschaft in Osijek kennengelernt hatten, zeigte sich nicht abgeneigt. „Wir kennen ihn als freundlichen und aufgeschlossenen Zeitgenossen“, freut sich Ulbrich auf den 19-jährigen Ungarn, der bei der EM im Einzel Bronze und mit der Mannschaft Gold gewann. Ulbrich traut Klenczner auch in der Bundesliga einiges zu: „397 Ringe sollten kein Problem sein“, so der Wilzhofener. Seine Starts muss sich der Ungar jedoch mit Wadlegger teilen, da pro Wettkampf nur ein ausländischer Schütze pro Mannschaft antreten darf.

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