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Das Gewehr kann er erst einmal beiseite legen: Maximilian Ulbrich kann im Moment lediglich Trockentraining in den heimischen vier Wänden betreiben.

Schießen

Sein letztes Jahr bei den Junioren hatte sich Maximilian Ulbrich anders vorgestellt

  • VonChristian Heinrich
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In seinem letzten Jahr bei den Junioren wollte der Wilzhofener Luftgewehrschütze noch mal richtig auftrumpfen. Doch dann kam Corona.

Wilzhofen Maximilian Ulbrich ließ keinen Zweifel daran aufkommen, wie sein letztes Jahr bei den Junioren enden sollte. Bei den Weilheimer Gaumeisterschaften legte der Sportschütze aus Wilzhofen gleich einmal 396 Ringe hin, mit denen er nicht nur in seiner Altersklasse locker gewann, er entsprach damit den höchsten Standards. Dieses Ergebnis spielt jedoch keine Rolle mehr. Der Deutsche Schützenbund hat die nationalen Meisterschaften wegen der Corona-Pandemie bereits abgesagt, obwohl sie erst im August in München-Hochbrück stattfinden sollten. Auch die Landes- und Bezirksmeisterschaften wurden schon gestrichen (wir berichteten). „Für mich ist das der schlimmste Fall“, gibt der 19-Jährige zu, „mein letztes Jahr bei den Junioren ist komplett zum Teufel“.

Schießen: Absage aller Wettbewerbe für Maximilian Ulbrich „alternativlos“

Verstehen kann er die Maßnahme des Verbands jedoch voll und ganz. Angesichts der Probleme, die die Seuche auch für das Schützenwesen hervorruft, ist die Absage der Meisterschaftsserie für ihn alternativlos. „Es ist die einzig richtige Entscheidung“, stellt der Wilzhofener klar, „das Qualifikationssystem wäre sonst nicht fair zu gestalten gewesen“. Nachdem in Bayern alle Schießstätten gesperrt sind, fühlt er sich wie viele andere Athleten auch zur Untätigkeit verurteilt. Mehr als Trockentraining im eigenen Zimmer geht im Moment nicht. „Das ist mega-langweilig“, sagt der 19-Jährige und klingt dabei bereits jetzt genervt.

Schießen: Selbst bei seinem Dienstherren stehen für den Sportpolizisten Ulbrich keine Schießstände zur Verfügung

Selbst bei seinem Dienstherren stehen dem Polizisten keine Schießstände zur Verfügung, auf die er ausweichen könnte. „Das Problem haben alle“, so Ulbrich. Er tröstet sich damit, dass es seinen Konkurrenten im gesamten Bundesgebiet nicht besser geht als ihm. Nur hat der DSB noch offen gelassen, ob die internationalen Wettkämpfe wie der Weltcup in München oder die Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl stattfinden werden. „Die Frage ist, wie ich mich dafür qualifizieren soll“, gibt Ulbrich zu bedenken.

Schießen: Einem Kaltstart kann Maximilian Ulbrich nichts abgewinnen

Die nationalen Ranglisten sind jedenfalls eingefroren. So lange nicht trainiert wird und alle Wettkämpfe verboten sind, kann sich auch niemand für die internationalen Großereignisse empfehlen. Was so auch für die Europameisterschaft im Juni in Kroatien oder die – mittlerweile um ein Jahr verschobenen – Olympischen Spiele in Tokio gilt. Von Chancengleichheit will Ulbrich deshalb gar nicht mehr reden. In Russland scheint die Ausbreitung von Covid-19 nur ein peripheres Problem zu sein, China hat laut eigenen Angaben die Epidemie schon überwunden. „Ich glaube nicht, dass wir bei der WM irgendeine Chance hätten“, ist Ulbrich skeptisch. Deshalb kann er selbst einem Kaltstart nichts abgewinnen. „Wir können ja keine Wettkampfhärte entwickeln.“ Mit Training im eigenen Zimmer ist noch nie jemand Weltmeister geworden.

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