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Gibt’s demnächst wieder Medaillen? Maximilian Ulbrich hat die Quali für die „Youth Olympic Games“ geschafft. Das Foto zeigt ihn nach der EM in Györ mit Harry Wolf von der Firma „Sportswear Sauer“.

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Ulbrich löst Ticket für Jugend-Olympia

Maximilian Ulbrich hat die Qualifikation für die „Youth Olympic Games“ geschafft. Der Wilzhofener musste dafür aber eine Aufholjagd starten. 

Wilzhofen – An Motivation hat es nicht gemangelt. Anna Janßen hatte Maximilian Ulbrich vor dem zweiten Ranglisten-Wettkampf des Deutschen Schützenbundes wissen lassen, dass sie es ihm bis in alle Ewigkeit nicht verzeihen würde, wenn er die Qualifikation für die „Youth Olympic Games“ in Buenos Aires vermasseln würde. Dass die 17-Jährige aus Kevelaer nach Argentinien fliegen würde, um für den DSB in der Disziplin „Luftgewehr“ zu starten, galt so sicher wie das Amen in der Kirche. Keine andere Juniorin stellt momentan solchen Resultate auf wie sie. Anders gestaltete sich vor der finalen Ausscheidung die Situation des Gymnasiasten aus Wilzhofen. Der hatte in Suhl einen guten Ring Rückstand auf seinen Spezl Dominik Fischer. Aber irgendwie schien dieser Rückstand den 17-Jährigen mehr zu beflügeln als zu zermürben.

Bei der Revanche glückte ihm zunächst ein solides Programm mit 621,6 Zählern. Als er sah, dass ihm nichts und niemand mehr das Ticket für die Reise an den Rio de la Plata streitig machen konnte, zauberte er ganz groß auf und schloss mit einer 626,0 ab – sehr zur Freude seiner Kollegin aus dem Rheinland, die nun zusammen mit dem Oberbayern das Mixed-Schießen bestreiten darf.

„Sie war sehr glücklich“, berichtete der Wilzhofener. Janßen und Ulbrich bilden momentan das Traumpaar im deutschen Nachwuchsbereich. Schon beim Weltcup in Suhl holten die beiden im Mixed Silber. Demnächst könnte sich ihre Medaillensammlung noch erweitern. Denn die beiden starten nicht nur in Buenos Aires, sondern in den kommenden zwei Wochen auch schon bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Changwon. „Es war ein Ziel, das ich jetzt erreicht habe“, sagte Ulbrich. Es war kein einfacher Weg, den er in seiner Spezialdisziplin zurückgelegt hat.

Zwar schießt momentan zwischen Flensburg und Mittenwald kein Jugendlicher so konstant und sicher wie er, doch der Paukenschlag von Suhl, als ihm Fischer auf einmal die Show stahl, löste vor den Toren Weilheims Alarmstimmung aus. „Ich habe mir zum ersten Mal einen Trainingsplan geschrieben, was ich vorher noch nie gemacht habe“, sagte Ulbrich. Allerdings lief das erste Programm in München-Hochbrück nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. „Da war ich ziemlich angefressen, weil ich wusste: Du musst mehr liefern“, kommentierte er seine 621,6 Ringe. Trotzdem vergrößerte sich sein Vorsprung in der WM-Quali, weil seinem härtesten Konkurrenten noch weniger als ihm gelang. Anders sah das in Sachen „Jugend-Olympia“ aus.

Dort verlor er auf seinen Freund noch etwas weiter an Boden. Doch es gab noch ein letztes Programm. Die ersten vier Durchgänge bewegte sich Ulbrich jeweils bei um die 104 Ringe: „Das hat mir ein Stückerl Selbstvertrauen gegeben.“ In dem Bewusstsein, dass nichts mehr schiefgehen kann, legte er noch zwei Serien mit 106 Ringen drauf. Da musste auch der starke Dominik Fischer passen. „Es wäre schon echt schlimm gewesen“, hätte er sich das Ticket für Argentinien noch nehmen lassen. Schließlich hatte Ulbrich im Februar Deutschland bei der Europameisterschaft in Ungarn den Quotenplatz für Buenos Aires beschert. Und nicht nur er wäre sauer gewesen. Der Zorn von Fräulein Janßen hätte ihn wohl auf ewig getroffen.

Text: Christian Heinrich

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