Das Foto zeigt Iris Schmidbauer im Rahmen des Red-Bull-Klippenspringens am Downpatrick Head.
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Wellenumtostes Irland: Das Foto zeigt Iris Schmidbauer im Rahmen des Red-Bull-Klippenspringens am Downpatrick Head.

Red Bull Cliff Diving

Kranker Schmidbauer fehlt am Ende die Kraft

  • Paul Hopp
    VonPaul Hopp
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Nach zwei von vier Runden lag Iris Schmidbauer beim „Red Bull Cliff Diving“ in Irland auf dem fünften Platz. Danach fiel sie zurück, weil ihr - obendrein bei unangenehmen Bedingungen - der Körper zu schaffen machte.

Downpatrick Head – Am Ende kam auch alles zusammen. Nicht genug damit, dass Iris Schmidbauer schon körperlich angeschlagen war. Sekundenbruchteile, bevor sie sich zum finalen Sprung in den unter ihr wogenden Atlantik stürzen wollte, flog ihr irgendein Insekt vor dem Gesicht herum. Derlei kann niemand, der auf einer Plattform 20 Meter über dem Wasser steht, gebrauchen. Schmidbauer machte ein Zeichen zu Wettkampfleiter Greg Louganis (vierfacher Olympiasieger im Wasserspringen), dass sie einen Stop einlegen muss.

Trotz der Probleme zeigte Iris Schmidbauer noch einen der schwierigsten Sprünge für Frauen in der Klippenspringer-Szene: einen dreifachen Rückwärtssalto gestreckt mit zwei Schrauben. Allerdings: Um die letzte Rotation vor dem Eintauchen hinzubekommen, musste die Pählerin – wie schon beim Wettkampf in Frankreich – die Knie anziehen. So etwas wird von den Wertungsrichtern mit hohen Abzügen bestraft. Mehr als der neunte Platz war daher für die Deutsche beim „Red Bull Cliff Diving“ in Irland nicht drin. Schmidbauer muss daher weiter auf ein Top-Ergebnis in der laufenden Saison warten.

Schmidbauer ist begeistert von der Location

„Leider habe ich mich körperlich nicht gut gefühlt“, berichtete die 26-Jährige. Von einer Erkältung geplagt, „hatte ich nicht genug Energie, um die abschließenden Sprünge gut zu schaffen“. Nach zwei von insgesamt vier Runden lag Schmidbauer auf dem fünften Rang. Entsprechend motiviert ging sie in die finalen Sprünge. Vom Wettkampfort, der Klippenlandschaft am Downpatrick Head im westirischen Bezirk Mayo, war Schmidbauer tief beeindruckt. „was für eine Erfahrung. Was für ein toller Platz zum Klippenspringen“, teilte sie via „Instagram“ mit.

Angenehm ist anders: Iris Schmidbauer und die anderen Athleten hielten sich unter anderem mit Mütze und Anorak warm.

Die Bedingungen waren allerdings alles andere als einfach. Typisches Küstenwetter mit Windböen, grauen Wolken und Regenschauern begleitete die Frauen und Männer an allen Trainings- und Wettkampftagen. Die Wellen peitschten bedrohlich an die Klippen. Während des Finales betrug die Lufttemperatur 14 Grad Celsius, die Wassertemperatur 15 Grad Celsius. Und der Wind blies mit 17 km/h, was schon drei Beaufort bedeutet. „Sich warmzuhalten, ist eine Herausforderung“, sagte Wettkampfchef Louganis. Und mit dem doch kräftigen Wind umzugehen, „ist vor allem eine mentale Sache“. Von all dem unbeeindruckt zeigte sich Seriensiegerin Rhiannan Iffland (Australien), die auch in Irland mit großem Abstand gewann. Sie glänzte mit dem Rekordergebnis von 391,60 Punkten. So viel hatte bei der Red-Bull-Serie in vier Sprüngen bis dato noch keine Athletin geschafft.

Iris Schmidbauer, zuletzt mit Rang sieben in Mostar im Aufwärtstrend, hat schon die nächsten Wettkämpfe in Italien im Blick und möchte dort auf alle Fälle „meine besten Sprünge zeigen“. Zunächst einmal jedoch „möchte ich wieder gesund werden“. Als Achte der Gesamtwertung braucht sie gute Resultate, um weiter zu den Fixstarterinnen zu gehören.

Bei den Männern siegte in Irland der gebürtige Brite Gary Hunt (442,50), der seit einiger Zeit für Frankreich startet. Für den zweifachen FINA-Weltmeister (2015, 2019) war es der zweite Sieg in Folge.

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