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Red-Bull-Serie: Iris Schmidbauer ist wieder auf dem Sprung

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Von: Paul Hopp

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Iris Schmidbauer beim Klippenspringen in der Red-Bull-Series auf den Azoren
Hochleistungssport vor grandioser Kulisse: Iris Schmidbauer beim Wettkampf der Red-Bull-Serie; hier auf den Azoren. Das Foto entstand 2019. Im vergangenen Jahr fiel die Serie wegen Corona aus. © Red Bull Content Pool/Dean Treml

Iris Schmidbauer ist wieder im Wettkampfmodus: In Frankreich steht der Auftakt der Red Bull Cliff Diving-World Tour auf dem Programm. Für die Pählerin ist die Teilnahme heuer etwas ganz Besonderes.

Pähl – Iris Schmidbauer steht auf einer kleinen Plattform in luftiger Höhe, die Arme hat sie in die Luft gereckt, mit beiden Händen zeigt sie das Victory-Zeichen. Unter ihr klatscht Meerwasser an die Felsenküste der Cote d’Azur. „Es ist toll, wieder zurück zu sein“, hat die Klippenspringerin aus Pähl das Selfie untertitelt.

Ja, Schmidbauer ist tatsächlich wieder zurück im Wettkampf-Modus. Nach der durch Corona bedingten Absage im vergangenen Jahr findet heuer wieder eine weltweite Serie im „Red Bull Cliff Diving“ statt. Los geht es am Samstag, 12. Juni, mit dem Springen am Cap Dramont nahe der französischen Küstenstadt Saint-Raphaël (zwischen Cannes und Saint-Tropez gelegen). Es ist das erste Mal, das die weltweite Tour, die es seit 2009 gibt, dort Station macht.

Cliff Diving: 2020 fiel die Red-Bull-Serie wegen der Corona-Pandemie aus

Für Schmidbauer ist der Stopp in Frankreich nicht nur der Saisonbeginn, sondern auch der Endpunkt einer Reise um die halbe Welt. Zuletzt war die 26-Jährige in Neuseeland beheimatet. Was als Urlaubstrip begann, wurde unter anderem wegen der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Reisebeschränkungen zu einem mehr als ein Jahr währenden Aufenthalt. Ende Mai war jedoch endgültig Schluss. Der Abschied fiel Schmidbauer nicht leicht, auch wenn sie sich auf die neue Saison freute. Von Neuseeland aus reiste sie nach Europa und war seither praktisch durchgehend unterwegs. In Bozen und in Haiming (in der „Area 47“) absolvierte sie Trainingseinheiten, um für den Auftritt in Frankreich gerüstet zu sein.

Cliff Diving: Iris Schmidbauer gehört zu de Fixstarterinnen

In diesem Jahr zählt die Deutsche zu den Springerinnen, auf die der Blick besonders gerichtet ist. Schmidbauer gehört zu den Fix-Starterinnen in der Serie. Nur sieben weitere Athletinnen sind für alle Wettkämpfe gesetzt. Die große Favoritin ist die Australierin Rhiannan Iffland. Sie hat 2019 eine perfekte Saison geschafft: Sie gewann alle Springen der „Red Bull Cliff Diving“-Serie sowie die Goldmedaille bei der FINA-Schwimm-WM in Südkorea. In den vergangenen Monaten sorgte Iffland mit zwei besonderen Sprüngen für Furore: In einer Salzmine in Rumänien unternahm sie den ersten Klippensprung unter der Erde (mit dabei war der Rumäne Constantin Popovici), in Australien stürzte sie sich als Erste in sportlicher Manier aus einem Heißluftballon ins Wasser.

Vorfreude auf die Saison: Iris Schmidbauer gehört 2021 zu den Fixstarterinnen in der weltweiten „Red Bull Cliff Diving“-Serie. Red Bull Content
Vorfreude auf die Saison: Iris Schmidbauer gehört 2021 zu den Fixstarterinnen in der weltweiten „Red Bull Cliff Diving“-Serie. © Red Bull Content Pool

Schmidbauer hofft in dieser Saison auf eine andere Premiere: Erstmals möchte die Pählerin bei einem Red-Bull-Wettbewerb auf dem Podest stehen. Zweimal Vierte war sie schon. 2019 in Beirut fehlten nur 0,10 Punkte auf den dritten Rang. In Frankreich ist Schmidbauer nicht die einzige Deutsche: Anna Bader startet mit einer Wildcard. Bader (37) ist die „Grande Dame“ des Klippenspringens in Deutschland und machte den Sport hierzulande bekannt. 2013 gewann sie bei der FINA-WM in Barcelona die Bronzemedaille. Nach einer Babypause 2018 ist sie wieder zurück im Wettkampfsport.

Die „Red Bull“-Serie umfasst in diesem Jahr insgesamt sechs Stationen. Nach dem Auftritt in Frankreich geht es nach Norwegen (Oslo, 14. August), Bosnien-Herzegowina (Mostar, 28. August), Irland (Downpatrick Head, 12. September), Italien (Polignano a Mare, 26. September) und Aserbaidschan (Baku, 16. Oktober). Die Frauen springen von Plattformen in 21 Metern Höhe, die Männer aus 27 Metern Höhe. In der Luft zeigen die Athleten Drehungen und Salti, die von Kampfrichtern bewertet werden. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit beim Aufschlag auf dem Wasser (bis 85 km/h) tauchen die Sportler grundsätzlich mit den Füßen voraus ein.

Gesetzte Teilnehmer: Frauen: Eleanor Smart (USA); Iris Schmidbauer (Deutschland); Jacqueline Valente (Brasilien); Jessica Macaulay (Kanada); Lysanne Richard (Kanada); Maria Paula Quintero (Kolumbien); Rhiannan Iffland (Australien); Yana Nestsiarava (Belarus). Männer: Alessandro De Rose (Italien); Andy Jones (USA); Constantin Popovici (Rumänien); David Colturi (USA); Gary Hunt (Frankreich); Jonathan Paredes (Mexiko); Michal Navratil, (Tschechien); Steven LoBue (USA).

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