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High Diving in Rom: Iris Schmidbauer liegt auf Medaillenkurs

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Von: Paul Hopp

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Iris Schmidbauer beim Red Bull Cliff Diving 2022 in Oslo
Klippenspringerin Iris Schmidbauer, hier beim „Red Bull Cliff Diving“ in Oslo 2022. © Red Bull Content Pool / Romina Amato

Erstmals gibt es bei einer Schwimm-EM einen Wettkampf im High Diving. Mit dabei ist Iris Schmidbauer. Und sie liegt bestens im Rennen um eine Medaille.

Rom - Von einer Challenge in Utah übers Red-Bull-Springen in Oslo hin zur Schwimm-EM in Rom. Langeweile dürfte für Iris Schmidbauer derzeit ein Fremdwort sein. Die 27-jährige Klippenspringerin aus Pähl reiht derzeit Wettkampf an Wettkampf. Eine anstrengende Sache – sowohl mental als auch körperlich.

Beim High Diving (so nennt man das Springen aus Höhen jenseits der zehn Meter) haben, ähnlich wie beim Skifliegen, selbst kleine Fehler schlimme Verletzungen zur Folge. Die Frauen springen bei Wettkämpfen aus 20 Metern Höhe, die Männer gar aus 27 Metern. In den verschiedenen Sprüngen werden Elemente aus dem Wasser- und dem Trampolinspringen kombiniert. Beim Eintauchen werden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 85 km/h erreicht. Im Wasser bremst der Körper in weniger als einer Sekunde auf Tempo null ab.

Iris Schmidbauer derzeit im Wettkampfstress

„Wir gehen nicht einfach hin und springen runter. Da ist viel Arbeit im Hintergrund nötig“, sagt Orlando Duque über das nötige Training. Der 47-Jährige aus Ecuador war einer der besten Klippenspringer, gewann 2013 den WM-Titel. Seit dieser Saison ist er Sport-Direktor der „Red Bull Cliff-Diving“-Serie.

Am Donnerstagabend begann für Iris Schmidbauer der High-Diving-Wettkampf bei der Schwimm-EM in Rom. Nach zwei Runden liegt die Pählerin mit 152,70 Punkten an der zweiten Stelle unter acht Athletinnen. Zum Start zeigte sie zwei Vorwärts-Salti mit halber Schraube. Im zweiten Durchgang wagte sie aus dem Handstand heraus einen zweieinhalbfachen Salto mit zwei Schrauben. Neben ihr ist aus Deutschland noch Anna Bader mit dabei. Die „Grande Dame“ des Klippenspringens, im Jahr 2013 WM-Dritte, belegt den ersten Rang (157,80). Die finalen Durchgänge finden am Freitag statt.

Iris Schmidbauer liegt auf einem Medaillenplatz

Erst am vergangenen Wochenende nahm Schmidbauer am „Red Bull Cliff Diving“ in Oslo teil. Heuer ist sie eine derjenigen Athletinnen, die mit einer Wildcard ausgestattet sind. Die Pählerin belegte Rang zehn unter zwölf Teilnehmerinnen. Was die Schwierigkeit ihrer Sprünge betrifft, mischt sie unter den Besten mit. Im letzten Durchgang zeigte Schmidbauer einen rückwärts gesprungenen Dreifachsalto gestreckt mit zwei Schrauben. Den gleichen Sprung absolvierte im Finale auch die spätere Siegerin, Rhiannan Iffland (Australien).

Der Unterschied: Die Topfavoritin bekam von den Wertungsrichtern deutlich höhere Noten – im Schnitt um zwei Punkte mehr. In der Endabrechnung machte das allein für diesen Sprung knapp 30 Punkte Differenz aus. In diesem Fall war die unterschiedliche Bewertung, zumindest für den Laien, nicht ganz nachvollziehbar. Die so wichtige Eintauchphase war Schmidbauer genau so gut wie Iffland gelungen – das Wasser spritzte so gut wie gar nicht hoch.

Wenige Tage vor dem Auftritt in Norwegen hatte Schmidbauer an der erstmals ausgetragenen High-Diving-Challenge in Park City (Utah) teilgenommen. Den Wettbewerb am Rande eines Trainingscamps gewann sie. Viel wichtiger: Schmidbauer konnte ihren Sprung, den sie aus dem Handstand heraus macht, weiter verbessern. Im Olympic Park in Utah – bei Olympia 2002 Schauplatz des Skispringens – wurde voriges Jahr die erste ständige High-Diving-Anlage in den USA eingeweiht. Sie soll dem Extremsport in Nordamerika einen Schub verleihen.

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