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SGO-Schwimmer holt Bayern-Titel: „Das heftigste Rennen, das ich bisher absolviert habe“

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Von: Paul Hopp

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Simona Quadarella of Circolo Canottieri Aniene competes in the 800m Freestyle Women Serie 2 during the Italian team cham
Symbolfoto zum Thema „Wettkampf-Schwimmen“. © IMAGO/Andrea Staccioli / Deepbluemedia / Insidefoto

Die SGO-Schwimmer waren bei der bayerischen Kurzbahnmeisterschaft erfolgreich. Lukas Parockinger, Moritz Hoffmeyer und Katharina Rath räumten so richtig Medaillen ab.

Ingolstadt – Wie sehr sich Lukas Parockinger verausgabt hatte, merkte er erst nach dem Anschlag am Beckenrand. Da „musste ich mich festhalten, um nicht unterzugehen“, berichtet der Weilheimer. Rückblickend waren die 400 Meter Lagen für ihn „das heftigste Rennen, das ich bisher absolviert habe“. Doch Parockinger musste auch alles reinlegen, um sich die ersehnte Goldmedaille auf seiner Paradestrecke zu holen.

Denn der Hauptkonkurrent, der deutlich erfahrenere Miguel Alcalde (LG Stadtwerke München), ließ nicht locker. Auf den letzten zwei Bahnen parierte Parockinger den Schlussspurt des Münchners – mit der Zeit von 5:07,88 Minuten gewann er mit rund zwei Sekunden Vorsprung. Die Trainingsarbeit im Vorfeld, dreimal pro Woche ist er im Weilheimer Hallenbad in Aktion, hatte sich also gelohnt.

Lukas Parockinger powert sich so richtig aus

Parockingers Auftritt war bei Weitem nicht das einzige Highlight aus Sicht der SG Oberland-Penzberg bei der oberbayerischen Kurzbahn-Meisterschaft. Mit fünf jungen Frauen und vier jungen Männern war der Verein nach Ingolstadt gereist. Zurück kam die SGO-Truppe mit 15 Podestplätzen und einem Mehrkampfpokal nach Hause. Die jüngeren Schwimmer (Jg. 2014 bis 2005) traten innerhalb ihrer Jahrgänge an, die älteren (ab Jg. 2004) schwammen „jahrgangsoffen“, also auch gegen ältere Athleten.

Moritz Hoffmeyer mit umfangreichem Programm

Das umfangreichste Programm aller SGO-Schwimmer spulte Moritz Hoffmeyer (Jg. 2005) ab. Er absolvierte neun Starts und sammelte dabei sieben Medaillen. Über die 100 Meter Freistil (58,95 Sekunden) und die 400 Meter Lagen (5:29,80 Minuten) war er in seinem Jahrgang der Beste und gewann Gold. Über die 50 Meter Schmetterling verpasste Hoffmeyer nur um drei Hundertstelsekunden seinen dritten Oberbayern-Titel. Mit persönlicher Bestzeit von 30,31 Sekunden musste er sich nur hauchdünn Vitus Lerche (30,28) von der SSG Neptun-Germering geschlagen geben.

Sie hatten Grund zum Strahlen: die SGO-Schwimmer (hi.v.l.) Lukas Parockinger, Katharina Rath, Moritz Hoffmeyer, (vo.v.l.) Emma Heiß, Paul Artmann sowie Romy und Laura Gnadl holten insgesamt 15 Podestplätze und einen Mehrkampfpokal. Katharina Rath mit optimaler Bilanz
Sie hatten Grund zum Strahlen: die SGO-Schwimmer (hi.v.l.) Lukas Parockinger, Katharina Rath, Moritz Hoffmeyer, (vo.v.l.) Emma Heiß, Paul Artmann sowie Romy und Laura Gnadl holten insgesamt 15 Podestplätze und einen Mehrkampfpokal. © privat/SGO Penzberg

Silber holte Hoffmeyer noch in drei weiteren Disziplinen, und zwar über 100 Meter Schmetterling (mit persönlichem Rekord von 1:07,84 Minuten), 100 Meter Rücken und 200 Meter Freistil (mit persönlicher Bestzeit von 2:12,60). Hinzu kam einmal Bronze über 50 Meter Rücken. Zudem gewann Hoffmeyer in der Mehrkampfwertung seines Jahrgangs den Siegespokal – dabei wurden die Ergebnisse der drei 100-Meter-Strecken in Punkte umgerechnet und gewertet.

Katharina Rath mit optimaler Ausbeute

Eine optimale Bilanz konnte Katharina Rath (Jg. 2006) vorweisen: In ihrer Speziallage, dem Freistil, holte sie bei fünf Starts fünf Medaillen. Jeweils den Bezirkstitel gewann sie über 200 Meter (2:18,74), 400 Meter (4:51,50) und 1500 Meter (19:00,00). Dabei ließ sie bis zu vier gleichaltrige Konkurrentinnen hinter sich. Groß war das Starterinnenfeld vor allem über die 100 Meter Freistil: Dort belegte Rath (1:03,66) unter 14 Athletinnen den dritten Rang. Ihren guten Auftritt im „Hallenbad Südwest“ rundete sie mit dem Silberplatz über die 50 Meter Freistil (29,64) ab. Siegerin Elena Stefanidis (VfL Waldkraiburg) war um 55 Hundertstel schneller gewesen.

Absage der Titelkämpfe verhindert

Dass die oberbayerische Kurzbahn-Meisterschaft mit knapp 500 Meldungen und über 2300 Starts überhaupt stattfinden konnten, war ein kleines Wunder. Ausrichter war der Polizeisportverein Eichstätt; die Schwimm-Sparte ist in derlei Großveranstaltungen geübt. Allerdings wurde der Klub zwei Tage vor dem Event von der Meldung überrascht, dass der vorgesehene Wettkampfort, das Hallenbad der Bereitschaftspolizei in Eichstätt, aufgrund eines Gutachtens „vorsorglich gesperrt“ wurde. Zum genauen Grund der Sperrung wurde bis dato nichts bekannt. Der PSV schaffte es tatsächlich noch, einen geeigneten Ausweichort (mit Halterungen für Wendebleche, Rückenschwimmerfähnchen und Fehlstartleinen) zu finden: das „Hallenbad Süd-West“ in Ingolstadt. Da diese Einrichtung (Spitzname „die Ochsenschlacht“/so heißt das Gebiet, in dem die Sportanlage steht) eine Bahn mehr als das Eichstätter Bad hat, musste der komplette Wettkampfplan angepasst werden. Die Organisatoren schafften auch das, der Ablauf klappte reibungslos.

Lukas Parockinger (Jg. 2002) duellierte sich bei seinen acht Starts auch mit ältereren Schwimmern. Die 100 Meter Lagen absolvierte er mit persönlicher Bestzeit (1:09,03), was ihm den elften Platz bescherte. Am Ende der zweitägigen Meisterschaft durfte er einen kompletten Medaillensatz sein eigen nennen: Denn zu seinem 400-Meter-Lagen-Sieg kamen noch Silber über 200 Meter Lagen (2:25,07) und Bronze über 200 Meter Schmetterling (2:21,00) hinzu.

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Jeweils Mittelfeldplätze belegten die SGO-Athleten Romy Gnadl (Jg. 2006), Laura Gnadl (Jg. 2003), Marlene Fiehne (J. 2008), Arthur Fiehne (Jg. 2009), Paul Artmann (Jg. 2010) und Emma Heiß (Jg. 2010). Sie waren vornehmlich auf Freistil- und Rückenstrecken unterwegs. Erfreulich aus Trainer-Sicht waren einige Top-Ten-Platzierungen und persönliche Bestzeiten. Ein Wermutstropfen war, dass Brustspezialistin Luisa Fiehne (Jg. 2006) krankheitsbedingt kurzfristig passen musste. „Sie hätte bei diesem Wettkampf ebenfalls sehr gute Medaillenchancen gehabt“, so die SGO. Im Sommer hatte Fiehne – jeweils auf der 50-Meter-Bahn – bei der Bezirksmeisterschaft (in Waldkraiburg) und bei der bayerischen Meisterschaft (in Rosenheim) in ihrem Jahrgang schon Medaillen geholt.

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