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Seeshaupter Opti-Preis: Leichter Wind macht es allen schwer

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Von: Paul Hopp

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Szene aus der ersten Wettfahrt der Opti-A-Segler beim „Seeshaupter Opti-Preis“ 2022.
Szene aus der ersten Wettfahrt der Opti-A-Segler beim „Seeshaupter Opti-Preis“ 2022. © Paul Hopp

Nach zwei Jahren (Corona-)Pause richtete der Yachtclub wieder den „Seeshaupter Opti-Preis“ aus. 75 Teilnehmer waren gekommen - sie brauchten Geduld und Geschick.

Seeshaupt – Auch bei über 30 Grad Celsius achtet Walter von Schorlemer selbst ganz am Schluss noch auf die kleinsten Details. Gemeinsam mit Sportwartin Melanie Straub richtet der Jugendleiter auf einem Tisch jede einzelne Trophäe millimetergenau aus. Der letzte Programmpunkt beim „Seeshaupter Opti-Preis“, die Siegerehrung, soll natürlich auch noch klappen.

Damit die jungen Teilnehmer die Regatta in besonderer Erinnerung behalten, gibt es statt gewöhnlicher Pokale kleine Buddelschiffe. Letztlich ist es schwer auszumachen, wer mehr strahlt: die Kinder und Jugendlichen mit ihren Trophäen oder die Sonne, die am hellblauen Himmel steht.

Seeshaupter Opti-Preis gibt es seit 2004

Der Yachtclub Seeshaupt (YCSS) hat es mal wieder in einer konzertierten Vereinsaktion mit rund 20 Helfern geschafft, seine seit 2004 bestehende Nachwuchsregatta für die Optimisten-Klasse zur Zufriedenheit der Beteiligten durchzuziehen. Schon bald nach dem Wettbewerb tauchten Online-Posts auf, in denen sich Vereine bedankten – der DTYC aus Tutzing lobte eine „perfekte Organisation“. Die Bedingungen waren an beiden Tagen nicht einfach.

Der hohe Luftdruck sorgte für eher schwache Windverhältnisse. Die Wettfahrtleitung um Norbert Blankenhagen bewies bei ihren Entscheidungen allerdings ein glückliches Händchen und schickte die Boote in den Phasen hinaus, in denen es zumindest einigen Wind gab. So konnte das Opti-A-Feld der erfahreneren Starter alle fünf geplanten Wettfahrten durchziehen. Die Opti-B-Klasse kam auf vier Wettfahrten. Das heißt zugleich, dass jeweils ein Streichergebnis möglich war. Mit der Beteiligung waren die Organisatoren, nach den coroanbedingten Absagen 2020 und 2021, zufrieden. 75 junge Frauen und Männer im Alter zwischen acht und 14 Jahren waren gekommen. Es gab schon Opti-Preise mit weit über 100 Booten.

YCSS-Trainer Lasse Kenter mit einigen seiner jungen Segler beim Herrichten eines Segels.
Vorbereitung an Land: YCSS-Trainer Lasse Kenter mit einigen seiner jungen Segler beim Herrichten eines Segels. © Paul Hopp

Bevor am ersten Tag die Sportsegler mit ihren Jollen, die Namen wie „Eisbrecher“, „Sturmpfeil“, „Wirbelwind“ und „Waschbär“ tragen, ablegen konnten, hieß es allerdings erst einmal knapp drei Stunden warten. Der Wind „ist bestellt“, hieß es bei der Steuermannbesprechung am Vormittag. Aber die Lieferung dauerte. Für die Kids gehört das zur Regattaroutine.

Lob von der Opti-Obfrau für gastgebenden Yachtclub

Coach Lasse Kenter nutzte die Zeit, um mit den Opti-Preis-Teilnehmern vom gastgebenden YCSS im Schulungsraum ein wenig Flaggen- und Regelkunde zu betreiben. 36 Flaggen gibt es für die Segler zu beachten, die auch noch in unterschiedlichen Kombinationen auftauchen können. Für die Renntaktik kommt auch eine Magnettafel zum Einsatz. Einige Klubs haben für den Nachwuchs sogar ausländische Trainer angeheuert. Auch beim Opti-Preis waren einige Grüppchen zu entdecken, in denen der Trainer oder die Trainerin durchweg in Englisch mit den jungen Seglern parlierten.

Nochmals anfeuern: YCSS-Coach Lasse Kenter (Mi.) mit einigen seiner Schützlinge, die sich gerade vom Trainerboot in Richtung Startlinie aufmachen.
Nochmals anfeuern: YCSS-Coach Lasse Kenter (Mi.) mit einigen seiner Schützlinge, die sich gerade vom Trainerboot in Richtung Startlinie aufmachen. © Paul Hopp

In Deutschland gibt es für den Opti 14 Landesverbände. In Bayern nutzen – bezogen auf die Bundesrepublik – sehr viele Kinder das Boot, das als Einstieg in den Regattasport dient. Eine Veranstaltung wie die in Seeshaupt „ist sehr wichtig für unseren Nachwuchs“, sagt Charlotte Grawe. Im Blick hat sie dabei vor allem solche Jugendliche, die nicht die Möglichkeit haben, ständig in die Segelreviere nach Norddeutschland zu reisen.

Grawe, gebürtig vom Tegernsee und aufgewachsen in Kiel, ist seit November 2021 die bayerische Obfrau für den Opti in der „Deutschen Optimist-Dinghy-Vereinigung“. In Seeshaupt war sie heuer auch, weil drei ihrer vier Kinder am Opti-Preis teilnahmen. An den gastgebenden Yachtclub und die Wettfahrtleitung verteilte Grawe jeweils ein Lob. Die Atmosphäre beim YCSS bezeichnete sie als „super-entspannt“. Bei allem sportlichen Ehrgeiz sei eines nicht zu vergessen: „Es handelt sich immer noch um Sport von Kindern.“

Auslaufen: Als es zur ersten Wettfahrt ging, herrschte Gedränge im Hafenbereich. Immerhin mussten 75 Boote zu Wasser gelassen werden.
Auslaufen: Als es zur ersten Wettfahrt ging, herrschte Gedränge im Hafenbereich. Immerhin mussten 75 Boote zu Wasser gelassen werden. © Paul Hopp

Die bayerischen Kids dürfe man im Vergleich mit Segel-Hochburgen an der Küste „nicht unterschätzen“, sagt Grawe. Da hierzulande meist weniger Wind herrscht, müssen die Segler besonderes Geschick beweisen. Die Bayern, so die Obfrau, „können oft taktisch gut segeln“.

Wettfahrtleitung (rechts) und Bojenleger-Team (links) beim Seeshaupter Opti-Preis.
Wettfahrtleitung (rechts) und Bojenleger-Team (links) beim Seeshaupter Opti-Preis. © Paul Hopp

Taktische Spielchen beherrschten auch beim Opti-Preis das Geschehen. Als es dann endlich mit der ersten Wettfahrt auf dem Up-and-Down-Kurs losgehen konnte, tummelten sich die jungen Segler mit ihren Booten rund um die Startlinie und lauerten regelrecht darauf, sich pünktlich zum Start mit geschicktem Manöver die Top-Position zu ergattern.

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Im Opti-A-Feld gelang Moritz Mehlmann (Deutscher Touring Yacht-Club/Tutzing) am besten das Spiel mit Wind und Wellen. Er gewann mit fünf Punkten. In den Wettfahrten eins, zwei und vier fuhr er als Erster über die Ziellinie. Die dritte Wettfahrt beendete er als Zweiter. Der vierte Rang in Wettfahrt Nummer fünf diente als Streichergebnis. Die weiteren Podestplätze belegten Korbinian Grawe (Chiemsee-Yacht-Club/8,0), einer der Söhne der Obfrau, und Quirin Klapper (Münchner Yacht-Club/16,0). Den Sonderpreis für die beste Teilnehmerin bekam Emilia Schmidt (DTYC/25,0), die Platz sechs belegte.

Besondere Trophäen: Beim „Seeshaupter Opti-Preis“ gibt es für die Teilnehmer Buddelschiffe.
Besondere Trophäen: Beim „Seeshaupter Opti-Preis“ gibt es für die Teilnehmer Buddelschiffe. © Paul Hopp

Von den fünf Opti-A-Seglern des heimischen YCSS gelang Valentina Bachmann auf Rang 21 (74,0) das beste Resultat. Coach Lasse Kenter, der sich auf dem Wasser den A-Seglern annahm, war „im Großen und Ganzen zufrieden“. Seine Schützlinge hatten „das umgesetzt, was wir besprochen hatten“. Der nur leicht wehende Wind sorgte für eine zusätzliche Herausforderung. Im Opti-B-Feld schafften es die Gastgeber durch Benedikt Geigel (11,0/4. Platz) und Anna Arendts (25,0/9. Platz) gleich zweimal in die Top Ten. „Eine super Leistung“, so Kenter.

Das Foto zeigt eine Szene während der ersten Wettfahrt der Opti-A-Segler. Zu sehen ist auch die erste Tonne auf dem Up-and-Down-Kurs
Im Mittelfeld ging’s eng zu: Das Foto zeigt eine Szene während der ersten Wettfahrt der Opti-A-Segler. Zu sehen ist auch die erste Tonne auf dem Up-and-Down-Kurs, der in der Seeshaupter Bucht von der Wettfahrtleitung gesetzt worden war. © Paul Hopp

Mit dabei beim Opti-Preis waren heuer auch zwei ukrainische Segler. Der Münchner Ruder- und Segelverein „Bayern“ (MRSV) betreut neun ukrainische Jugendsegler, die aus Kiev stammen, und ermöglicht ihnen Training. Das Ganze „lebt von Spendengeldern“, erklärte Bettina Gerstmeier vom MRSV. Einer der Ukrainer, Yevhenii Kuzmenko, gewann die Opti-B-Klasse mit dem Optimum von 3,0 Punkten.

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