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Kenter-Brüder nach guter DM nun zur EM

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Von: Paul Hopp

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Lasse und Finn Kenter (im linksen Boot) bei einer der Wettfahrten vor Travemünde. © Kenter

Von einem Top-Event zum nächsten reisen derzeit die Segler Finn und Lasse Kenter. Nach der DM vor Travemünde starten sie bei der EM am Gardasee.

Seeshaupt – Ferienzeit ist Zeit zum Ausspannen – von wegen. Die beiden Seeshaupter Brüder Finn (16) und Lasse (15) Kenter eilen derzeit von einem Top-Ereignis zum nächsten. In der vergangenen Woche starteten die Youngster in der Bootsklasse „420er“ bei der internationalen deutschen Jugend-Meisterschaft (IDJM) vor Travemünde – und überzeugten dort als Fünfte. Seit Dienstag befinden sich die beiden am Gardasee. Dort beginnt am Sonntag, 6. August, die Jugend-Europameisterschaft (JEM).

Die internationale Konkurrenz ist groß. Egal ob im „Laser“, im „29er“ oder im „420er“ – für deutsche Segler ist eine Platzierung „besser als 20 gut, besser als zehn sehr gut“, sagt Vater Christian Kenter, der bei den Seglern des FC Seeshaupt Abteilungsleiter ist. In Deutschland fehlt es ihm zufolge, was die Zahl an guten Seglern betrifft, an der Breite. Auch, weil der Sport aufwendig und zeitintensiv ist. Wer Segeln nach Leistungsaspekten betreiben und vorn mitmischen möchte, der muss laut Kenter pro Jahr „auf 150 Segeltage kommen“. Und dazu reicht nicht, bloß auf dem Starnberger See zu trainieren. Die Windverhältnisse dort seien nicht herausfordernd genug. Da muss es dann schon an den Gardasee oder die Ostsee gehen. Ein weiteres Manko ist, dass der Nachwuchs national viele Qualifikationen zu bestreiten hat. „Da bleibt wenig Zeit, sich internationaler Konkurrenz zu stellen“, sagt Kenter. Seine beiden Söhne jedenfalls sind ehrgeizig und haben es geschafft, sich binnen weniger Monate, seitdem sie zusammen segeln, zu einem erfolgreichen Team zusammenzufinden.

Ein Beispiel für ihr Können lieferten die Segler vom Yachtclub Seeshaupt bei der 128. Travemünder Woche ab. Dort veranstaltet alle vier Jahre der Deutsche Segelverband eine gemeinsame IDJM aller offiziellen Jugendbootsklassen. Dazu gehören „Optimist“, „Open Bic“, „Teeny“, „Bic Techno 29“, „Laser 4.7“, „Laser Radial“, „Europe“, „Pirat“, „420er“ und „29er“. Das Aufgebot war entsprechend groß. Rund 900 Segler aus 18 Nationen waren an die Ostsee gekommen. Allein im „420er“, dem zweitverbreitesten Nachwuchsboot weltweit, waren 88 Crews am Start.

Die Windverhältnisse waren während der Woche „sehr unterschiedlich“, teilten die Kenters mit. Erst blies der Wind so stark, dass keine Wettfahrt zustande kam. Danach waren neben Leichtwind auch Spitzengeschwindigkeiten bis zu 25 Knoten (entspricht 46 km/h) geboten. Finn und Lasse Kenter kamen mit den Bedingungen gut zurecht. Von Beginn an segelten sie ganz vorn mit. Nach acht von insgesamt zwölf Wettfahrten lag das Duo sogar an der dritten Stelle. Danach rutschten die Seeshaupter ab, verteidigten schließlich ihren fünften Platz. Achtmal fuhren sie unter die besten Fünf, drei Wettfahrten beendeten sie als Sieger. Am Ende kamen sie auf 54 Punkte. Den Sieg holte sich das Duo Daniel Göttlich/Linus Klasen (Berlin/Potsdam) in überlegener Manier mit 19 Punkten. Platz zwei ging an Theresa Steinlein/Lina Plettner vom Bayerischen Yacht-Club aus Starnberg mit 31 Punkten. Dritter wurden Philipp Royla und Kim Fernholz (Bayer Uerdingen/YC Lister) mit 39 Zählern.

Am Gardasee starten Finn und Lasse Kenter in der kommenden Woche in der Open-Klasse zusammen mit sechs weiteren deutschen Zweier-Teams. Boote aus 21 Nationen, darunter auch die USA und Uruguay, sind für die JEM gemeldet.

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